Misa Criolla – Ariel Ramirez: Singworkshop mit südamerikanischer Musik - Reformierte Landeskirche Aargau


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Misa Criolla – Ariel Ramirez

Singworkshop mit südamerikanischer Musik


Die «Misa Criolla» hat ihren musikalischen Siegeszug durch die CD-Aufnahmen mit José Carreras und Mercedes Sosa begründet. Sie ist in unterschiedlichster Form aufführbar: mit Jazzband, Solotenor, südamerikanischem Instrumentarium usw. Wir wollen eine Mischung aus allem machen und uns von den rhythmischen und manchmal auch melancholischen Melodien berühren lassen.

Dieser Workshop ist für alle, die gerne singen und gemeinsam in nur zwei Tagen auf schwungvolle und humorvolle Weise ein neues Werk erarbeiten wollen. Ob Jung oder Nicht-mehr-ganz-so-Jung – die Singfreude steht im Mittelpunkt.

Daten, Zeiten, Orte
Freitag 15. Januar
19 bis 22 Uhr
1. Singphase
Kirchgemeindehaus Wohlen

Samstag 16. Januar 9.30 Uhr 2. Singphase Kirchgemeindehaus Wohlen
    12 Uhr Mittagsteilete  
    13.30 bis 17 Uhr 3. Singphase  

Sonntag
17. Januar  9 Uhr Einsingen Reformierte Kirche Wohlen
    9.45 bis 11 Uhr Gottesdienst  

    15 Uhr
Probe Stadtkirche Zofingen
    16.15 Uhr Kaffeepause  
    17 bis 18 Uhr Musikgottesdienst, anschliessend Apéro

Leitung
  • Dieter Wagner, Projektleiter «Musik in der Kirche» (Gesamtleitung)
  • Noëmi Schär und Band
  • José Pazos, Tenor
  • Pfr. Fritz Holderegger, Wohlen
  • Pfr. Lukas Stuck, Zofingen

Orte
Freitag und Samstag:
  • Kirchgemeindehaus Wohlen (Alte Bahnhofstrasse 13, 5610 Wohlen)
Sonntag:
  • Reformierte Kirche Wohlen (GD morgens)
  • Stadtkirche Zofingen (GD abends)
Der Transport wird während des Workshops organisiert.

Kosten
Fr. 30.– (Notenkosten, zu Beginn des Workshops zu entrichten)

Anmeldung

Bis spätestens zwei Wochen vor dem Anlass online: www.ref-ag.ch/anmeldung
Um die Noten vorab zu erhalten, senden Sie nach der Anmeldung bitte eine E-Mail
mit Ihrer Postadresse an Dieter Wagner.

Weitere Informationen

Dieter Wagner
078 904 15 55
dieter.wagner@ref-aargau.ch



Misa Criolla – Ariel Ramirez

Die erste Idee zur MISA CRIOLLA («Kreolische Messe») für Solo-Stimme, gemischten Chor, Schlagzeug, Klavier und traditionelle Instrumente der Anden erhielt Ariel Ramírez während eines Klosteraufenthalts in Würzburg. Zwei Ordensschwestern erzählten ihm, dass sie in der Zeit des Nationalsozialismus Gefangene eines in Sichtnähe gelegenen Konzentrationslagers über Monate mit Lebensmitteln versorgt hatten. Der Mut und die Barmherzigkeit der beiden Schwestern bewegte Ramirez zutiefst und so widmete er die Messe ihnen:

«Als die beiden Beschützerinnen ihre Geschichte beendet hatten, verspürte ich den Wunsch ein Werk zu schreiben, ein tiefes, religiöses Werk, das das Leben preist, ein Werk für alle Menschen unabhängig ihrer Glaubensrichtung, ihrer Rasse, Farbe oder Herkunft. Das sich auf den Menschen bezieht, auf seine Würde, seinen Wert, seine Freiheit, die Achtung des Menschen und seinen Bezug zu Gott, seinen Schöpfer.»

Aus diesem Vorhaben entstand 1963/64 die MISA CRIOLLA nach dem Text der offiziellen spanischen Messliturgie. In diesem Programmheft wurde besonderer Wert auf eine wörtliche Übersetzung gelegt, welche einzelne Elemente in einer besonderen und vertiefenden Weise erleben lässt. So eröffnet z. B. das Kyrie mit dem Ruf «Herr, hab’ Erbarmen mit uns!», was im Gegensatz zum deutschen Ordinariumstext «Herr, erbarme Dich» eindringlicher und in Verbindung mit der Musik noch flehender wirkt. In Gloria und Credo werden manche Pluralformen, Wiederholungen und Umschreibungen benutzt, die eine Glauben bezeugende Steigerung darstellen. Auch die im Credo eingefügten Freudenrufe «la-ra la-ra» folgen in bekennender Absicht direkt nach dem Textabschnitt «hinabgestiegen in das Reich des Todes» und äussern unmittelbar die grosse Freude über die kommende Auferstehung.

Die einzelnen Ordinariumsteile der Messe sind respektive mit einem anderen Rhythmus inter-pretiert, der jeweils aus einer anderen Gegend Südamerikas stammt. Der Kyrie-Ruf basiert auf dem Rhythmus der «Vidala-Baguala»; diese Musik ist charakteristisch für Nord- Argentinien und vermittelt die Einsamkeit des Lebens auf dem kargen Hochplateau. Das Gloria, ein «Carnavali-to», versprüht die Lebensfreude der Anden und wird unterbrochen von einem rezitativischen Klagegesang («Yaravi») aus Peru. Der «Chacarera trunca», ein Thema aus Zentral-Argentinien, ist die impulsive Basis des Credo. Besonderer Reiz ist hier ein gleichzeitig erklingender 3/4- und 6/8-Takt, der besonders gut die lockere latein- amerikanische Rhythmik durchblicken lässt. Einer der schönsten und ungewöhnlichsten Rhythmen Boliviens («Carnaval cochabambino») wird für das Sanctus verwendet, bevor das Agnus Dei in einem typischen Stil der Pampas («Estilo pampeano») wieder an die Ruhe des Kyries anknüpft und so den musikalischen Bogen schliesst:
Kyrie Vidala-Baguala (Tucumán) – Gloria Carnavalito (Anden) – Credo Chacarera trunca (Santiago del Estero) – Sanctus Carnaval cochabambino (Cochabamba) – Agnus Dei Estilo pampeano (La Pampa)

1967 führte Ramirez die Messe auch in Deutschland, Holland, Belgien und der Schweiz auf. Das erste Konzert dieser Europa-Tournee fand in der Düsseldorfer Rheinhalle statt und war zugleich die erste öffentliche Aufführung der MISA CRIOLLA überhaupt. Zuvor hatte es nur Studioaufnahmen gegeben. Die erste Schallplatte erschien mit einer bescheidenen Auflage von 2000 Stück, die innerhalb eines einzigen Tages verkauft waren. So verdankt dieses Werk seine Entstehung letztlich auch der Begegnung des lateinamerikanischen Künstlers mit Europa, Deutschland und unserer Geschichte. Die MISA CRIOLLA stellt Ramirez' berühmteste Komposition dar und gilt z. Z. als bedeutendstes Werk argentinischer Sakralmusik.

Datum und Ort
Freitag bis Sonntag,
15. bis 17. Januar 2016

Reformierte Kirche Wohlen, Stadtkirche Zofingen
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