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Der 16-seitige Schlussbericht liegt nun vor und wurde im Januar an alle Kirchenpflegen, Pfarrämter und Sozialdiakone verschickt. Er nimmt folgende Themen auf:
Schlussbemerkungen
Perspektive 1: Kirchenpflegen stärken und entlasten – Ehrenamtliche gewinnen
Das Kernteam jeder Kirchgemeinde ist die Kirchenpflege. In ihr kommen die unterschiedlichsten Aufgaben und Kompetenzen zusammen: Inhaltliche Fragen im Rahmen der verschiedenen Ressorts, Gemeindeaufbau und das gottesdienstliche Leben genauso wie Administration, Finanzen, Bau und Vernetzung und vieles mehr. Kirchgemeinden sind eigentliche KMUs, zu deren Leitung auch managementartige Aufgaben gehören. Die Arbeit wird abgesehen von den Angestellten zum grössten Teil von Freiwilligen und Ehrenamtlichen in deren Freizeit geleistet. Demgegenüber steht der zunehmende Druck, die Aufgaben immer professioneller anzugehen. Diese Entwicklung hängt von der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung ab und wird nicht von der Kirche allein gesteuert. Einzelne Mitglieder der Kirchenpflegen, aber auch ganze Kirchenpflegen fühlen sich von den zeitlichen und inhaltlichen Ansprüchen des Amtes überfordert. Das zeigt sich auch daran, wie schwierig es ist, neue Behördenmitglieder zu gewinnen.
Der Kirchenrat wird noch intensiver an Massnahmen arbeiten müssen, welche dieser Situation Rechnung tragen. Im Vordergrund stehen dabei die Entlastung von administrativen Aufgaben, die Unterstützung im Gestalten des kirchlichen Alltags aber auch die Aufwertung des Ehrenamtes und die spezielle Förderung der Behördenmitglieder.
Perspektive 2: Ein- und Austritte und die Entwicklung der Mitgliederzahlen
Die Förderung von vermehrten Eintritten, die Prävention von Austritten, speziell der sorgfältige Umgang mit Austretenden und mit Beschwerden, die manchen Austritten vorausgehen, müssen verstärkt bearbeitet werden.
Im Blick auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen kann allerdings auch festgestellt werden, dass der Kanton Aargau ein Zuwanderungskanton ist. Unter Berücksichtigung aller Faktoren rechnet der Kirchenrat damit, dass die Kirchgemeinden im Jahr 2025 noch rund 170’000 Mitglieder zählen werden, also ca. 20’000 weniger als heute.
Die Auswirkungen werden aber lokal sehr unterschiedlich sein. Vor allem in die Industriezentren kommen junge Familien und viele Alleinstehende. Die Gemeinden mit demographischem Zuwachs müssen in ihrer Integrationsarbeit der neuen, oft wenig verbundenen Mitglieder unterstützt und begleitet werden. Kirchgemeinden mit sinkender Mitgliederzahl müssen dabei beratet und begleitet werden, wie sie auch mit verminderten Ressourcen qualitativ hochstehende aber auch gezieltere Leistungen erbringen können.
Perspektive 3: Qualität in den Kirchgemeinden – Zusammenarbeit der Kirchgemeinden
Im Zusammenhang des eben Beschriebenen sind «organische» Lebensumfelder (Gemeinden mit Zentrumsfunktionen) zu erkennen und für die synergetische Zusammenarbeit der Kirchgemeinden zu nutzen. In einer effizienten und sachorientierten Zusammenarbeit liegt das grösste Entwicklungspotenzial, um bei sinkenden Erträgen und Ressourcen in einzelnen Gemeinden weiterhin qualitativ hochstehende Angebote für einzelne Zielgruppen machen zu können.
«Glauben kann ich auch allein - ohne Kirche», meinen viele und verneinen damit genau das, was diese Kirche bewahrt und ihnen vermittelt hat: Das christliche Werteumfeld, das die menschliche Gemeinschaft geprägt hat bis hin zu den modernen Menschenrechten. Kirchliches Leben hat seine Wurzeln im Glauben der vergangenen Generationen und trägt ihn weiter in die kommenden. Glaubenskultur mit ihren Werten braucht Menschen, die sie leben und für sie einstehen. Dies wird in den reformierten Kirchgemeinden des Kantons Aargau eigenständig, engagiert und in vielfältiger Weise bezeugt und gelebt.