Gemeindetagung in Lenzburg zum Start des Projekts «Religion in Freiheit und Würde»Mit einer interkantonalen Tagung am 24. Oktober im Kirchgemeindehaus Lenzburg setzten verschiedene Schweizer reformierte Landeskirchen und mission 21, evangelisches missionswerk basel, den Startpunkt zum Projekt «Religion in Freiheit und Würde». Ziel dieses Projekts ist die Solidarität mit verfolgten Christinnen und Christen sowie die Gewinnung von mindestens 100 Kirchgemeinden aus der ganzen Schweiz, die mit einem finanziellen Beitrag die Neuentwicklung von Friedensprojekten ermöglichen sollen.
Weltweit werden zirka 200 Millionen Christinnen und Christen verfolgt. Übergriffe auf sie reichen von Ausgrenzung, Diskriminierung bis hin zur Verfolgung. «mission 21 will sich laut und deutlich für diskriminierte Glaubensgeschwister einsetzen, damit sie ihren Glauben in Freiheit und Würde leben können», formulierte Pfarrerin Magdalena Zimmermann, zuständige Abteilungsleiterin bei mission 21, in ihrem Referat das Hauptziel des Projekts.
Friedliches Zusammenleben der ReligionenGleichzeitig sollen Christinnen und Christen aber auch zu einem Gespräch über ein friedliches Zusammenleben mit anderen Religionen aufgefordert werden. Das lancierte Projekt kommt nicht nur ihnen zugute, sondern Angehörigen aller Religionen, die ihre Religion in Freiheit und Würde leben können sollen. Denn Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht. Im Fokus des Engagements steht die Förderung des friedlichen Zusammenlebens von Religionsgemeinschaften in Gebieten, die religiöse Unruhen erlebt haben. So liegt ein Schwerpunkt der Tätigkeit auf dem muslimisch-christlichen Dialog in Indonesien und Nordnigeria.
Zusammen mit den reformierten LandeskirchenWas tun, wenn Menschen wegen ihres Glaubens diskriminiert werden? Diese Frage stand im Zentrum der Tagung in Lenzburg. Ursula Walti von der Fachstelle Oekumene, Mission, Entwicklung (OeME) der Reformierten Landeskirche Aargau und Pfarrerin Claudia Bandixen, Kirchenratspräsidentin des Kantons Aargau, wiesen in ihrer Begrüssung auf die Notwendigkeit der Solidaritätsaktion hin. «Es geht dabei um Friedensarbeit, die gegen Hetze irgendwelcher Art und Diskriminierung ankämpft», so Claudia Bandixen. Ziel sei es, Kirchgemeinden für dieses Thema zu sensibilisieren und auf konkrete Art miteinzubeziehen.
Zwei interessante Referate und vier themenbezogene Ateliers verschafften den rund 60 anwesenden Vertreterinnen und Vertretern von Kirchgemeinden auch aus benachbarten Kantonen konkrete Einblicke, wie das Projekt «Religion in Freiheit und Würde» in den Gemeinden umgesetzt werden kann.
comm. missio 21 / Ursula WaltiAuskunft zum Gesamtprojekt: Pfarrerin Magdalena Zimmermann, magdalena.zimmermann@mission-21.org, Telefon 061 260 22 67. Zusätzliche Informationen finden sich auf www.mission-21.org.
Weitere Infos zum Projekt in Nigeria von mission 21 erhalten Sie hier.
Weitere Infos zum Projekt in Indonesien von mission 21 erhalten Sie hier.
52 Aargauer Kirchgemeinden für «Religion in Freiheit und Würde»50 Kirchgemeinden der Reformierten Landeskirche Aargau sowie die Eglise française d’Argovie, die Christkatholische Landeskirche des Kantons Aargau und der Verband Aargauer Muslime machen inzwischen mit beim Projekt «Religion in Freiheit und Würde» (s. a+o September 2009, S. 2-3). Schweizweit sind es bereits 89 Kirchgemeinden. Das Ziel von 100 mitwirkenden Kirchgemeinden wird voraussichtlich noch in diesem Jahr erreicht werden.
Das Projekt «Religion in Freiheit und Würde» ist die Antwort von mission 21 und diverser Kantonalkirchen auf die Frage: Was tun die Reformierten der Schweiz gegen die Diskriminierung und Verfolgung von Christinnen und Christen weltweit? Das Projekt gibt den mitmachenden Gemeinden die Möglichkeit, sich differenziert mit dieser sensiblen und hochkomplexen Thematik auseinanderzusetzen und ihre handfeste Solidarität mit bedrängten Christen weltweit zu bekunden. Die mitwirkenden Gemeinden unterstützen mission 21 mit 2000 Franken verteilt über zwei Jahre, um in Gebieten wie Nigeria oder Indonesien, wo es immer wieder zu z.T. gewaltsamen Konflikten kommt, das gute Zusammenleben von Christen und Muslimen durch gezielte Friedensprojekte zu fördern.
Sobald 100 Kirchgemeinden für das Projekt «Religion in Freiheit und Würde» gefunden sind, wird ein Fest veranstaltet und die breite Öffentlichkeit informiert, dass sich viele reformierte Kirchgemeinden entschieden gegen die Verfolgung von Christen wehren und sich für Religionsfreiheit als ein Menschenrecht stark machen.
comm. missio 21 / Ursula Walti