Radio Argovia «90 Sekunden»: Schande - Reformierte Landeskirche Aargau


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Schande

Eine Schande hat Papst Franziskus den Tod von hunderten Bootsflüchtlingen vor der Insel Lampedusa genannt. Eine Schande. Und wir können mit diesem Wort nichts mehr anfangen. Denn wir haben es erfolgreich verlernt. Niemand wird bei uns mehr angeprangert; keiner muss sich öffentlich schämen. Peinlich und unangenehm ist uns noch vieles. Aber in Schimpf und Schande leben, das will niemand mehr. Eine Ahnung haben wir noch davon, was es heisst, dem anderen nicht mehr offen in die Augen schauen zu können und sprachlos zu sein vor Schuld. Doch das lassen wir nicht zu. Deshalb blenden wir Menschen ab. Bilder ersetzen Gesichter. Meinungen ersparen Gespräche. Mit den Gesichtern der anderen Menschen verschwindet der Anlass zur Schande. Und an den Grenzen der heilen Welt des Schengener Abkommens spült das Meer die Leichen der Menschen ohne Gesicht und Namen an den Strand. Eine Schande. Wirklich.

Was wir tun können? Wir können damit anfangen die Bilder wieder durch Gesichter zu ersetzen; und die billigen Meinungen durch Gespräche. Wir können es wagen, der Schande ein wirkliches Ende zu setzen. Denn vor Lampedusa verlieren die einen das Leben und wir alle unseren Respekt und unsere Menschlichkeit. Und das können wir uns nicht leisten.

Leben Sie wohl und eine gute Woche




AutorIn: Gerhard Ruff

Gesendet am 7. Oktober 2013


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Aufgeschaltet am 7. Oktober 2013
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(MP3, 90 Sekunden, 2 MB)



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