Radio Argovia «90 Sekunden»: «Mit der Bergpredigt lässt sich keine Politik machen» - Reformierte Landeskirche Aargau


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«Mit der Bergpredigt lässt sich keine Politik machen»

Stellen Fremde unsere religiöse Tradition in Frage?

Christus spricht zu uns auch durch Fremde. Ein biblisches Beispiel dafür ist die Emmausgeschichte. Kurz nach Ostern tritt der Auferstandene Jesus da zwei Jüngern auf ihrer Wanderung entgegen. Sie erkennen ihn nicht und sehen einen Fremden. Dieser Fremde aber wirkt auf sie ein, er legt ihnen die Schrift und ihre eigene religiöse Tradition aus. Er hilft ihnen auch, das kürzlich erlebte Ostergeschehen zu verstehen. Später erkennen sie ihn dann als Christus, seine Erklärungen nehmen sie aber noch von einer ihnen fremden und unbekannten Gestalt entgegen.

«Mit der Bergpredigt lässt sich keine Politik machen» hatte vor mehr als hundert Jahren der deutsche Reichskanzler Bismarck behauptet. Und Hundert Jahre später ebenso sein Quasinachfolger im Amt, Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der Satz hat die deutsche Politik und damit die europäische Geschichte geprägt und beide dieser zwei christlichen Staatsmänner haben sich um den Frieden verdient gemacht. Dennoch, ihre Behauptung wurde durch Mahatma Gandhis gewaltlose Befreiung Indiens wiederlegt. Wir wissen, dass Gandhi die Bergpredigt sehr schätzte und sich stark davon beeinflussen liess. Er hat das auch selbst immer wieder gesagt. Gandhi hat mit der Bergpredigt Politik gemacht. Er war Hindu. Was kann uns Christen davon abhalten, von ihm, einem Fremden, etwas über unsere Tradition zu lehren?




AutorIn: Jan Tschannen

Gesendet am 3. März 2014


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Aufgeschaltet am 3. März 2014
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