Radio Argovia «90 Sekunden»: Das Brot des Lebens - Reformierte Landeskirche Aargau


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Das Brot des Lebens

Wenn Blicke töten könnten... sagt der Volksmund. Blicke können töten. Denn Blicke, also wortwörtlich «das Ansehen» scheinen mir das lebensnotwendigste überhaupt.

Ich habe 8 Monate in Madagaskar gelebt, seit 30 Jahren haben die Leute dort immer weniger und weniger Geld zum Leben. Das schlägt aufs Gemüt. In der Hauptstadt ist die Hälfte der Bevölkerung psychisch krank. Noch nie habe ich eine Gesellschaft erlebt, in der Neid, Missgunst und psychischer Druck derart stark wirken, wie auf Madagaskar.

Dabei habe ich auch am eigenen Leib erfahren, wie lebensnotwendig das Ansehen ist. Wenn man über Monate nur als wandelnder Geldsack gesehen wird, macht das krank. Das ist Rassismus, in Afrika gibt’s das auch. Gegen Weisse. Und Schwarze. Tagtäglich.

In diesem Kontext glaube ich verstanden zu haben was Jesus meint, wenn er vom «Brot des Lebens» spricht. Der Mensch braucht Nahrung. Aber Nahrung allein reicht nicht zum Überleben. Nahrung garantiert vielleicht eine Existenz im biologischen Sinne. Aber zum Leben braucht es noch etwas Anderes. Es braucht An-Sehen; also Respekt, wohlwollende Blicke, ein ermunterndes Lächeln - alles gratis übrigens!
Um nichts anderes bitten wir ja auch im Segen. Dass Gott sein Angesicht auf uns erhebe, dass er uns mit liebenden Blicken begleite. Schön nicht? Gewiss, Gottes segensspendender Blick fällt auf mich durch ihre Augen. Und auf sie durch meine.




AutorIn: Jan Tschannen

Gesendet am 8. September 2014


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Aufgeschaltet am 8. September 2014
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