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Kirche Mandach
Reformierte Kirche Mandach
Foto: Christian König


Kirchliche Gebäude der Kirchgemeinde Mandach
Unweit von Villigen, Leuggern und Brugg liegt in einer kleinen Jurasenke das Dorf Mandach. Hier ist die Kirche noch im Dorf und bildet mit dem Restaurant, Volg-Laden, Pfarrhaus, Schul- und Gemeindehaus den baulichen Kern des 330 Personen umfassenden Dorfes.

Die romanische Kirche stammt aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Den schlichten protestantischen Predigtsaal betritt man durch das Turmuntergeschoss. Der hintere Teil der Kirche wird durch die Empore geprägt, der Chor durch das Glasfenster von  Fritz Strebel, das 1982 entstanden ist und Jesus mit seinen Jüngern beim Abendmahl zeigt. Zu sehen sind in dem Bild auch Weizenfelder und Reben, also Brot und Wein, sozusagen aber auch die landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Region. Denn in Mandach liegen die höchstgelegenen Rebberge des Aargaus.

Die Klosterfrauen von Säckingen haben im 11. Jahrhundert in Mandach ein kleines Gotteshaus errichten lassen, das später – im 14. Jahrhundert –  der Obhut der Wessenberger unterstellt war. Das Geschlecht der Wessenberger hatte von den Habsburgern die Schutzvogtei über den Dinghof Mandach übertragen bekommen. Als Kirchherren haben sie vermutlich auch die Pfründe zum Lebensunterhalt des dortigen Pfarrers geäufnet. Aus dieser Tatsache zog man später den Rückschluss, sie hätten die Kirche gestiftet, und man setzte die Einweihung auf das Jahr 1072 fest.
Von der Burg der Wessenberger steht heute nichts mehr, es finden sich nur Geländeformen, die aufzeigen, wo Schlossgarten, Graben und Burg zu finden waren. Ganz in der Nähe der Burgruine ist das sagenumwobene Tüütiloch zu finden, in das man ein paar Meter hineinsteigen kann.

Töfffahrer lieben die Gegend, Reiter ebenfalls, Velofahrer finden hier mit dem Rotberg und dem „kleinen Susten“ eine Herausforderung. In Mandach wird auch gebaut und das Vereinsleben und die Bräuche sind intakt. So kündet gemäss einem alten Brauch der Dorfweibel mit Feuerhorn und lauter Stimme das Neujahr an: „D’Glogge händ gschlaage, wieder haben wir mit Gottes Hilfe ein neues Jahr erlebt, ihr Hausväter, ihr Hausmütter, ihr Knechte und Mägde… ja fürwahr, ich wünsch euch allen ein gutes Jahr, ein neues Leben, das mög’euch Gott aus Gnaden geben!“

Türöffner fürs Internet
Weitere Informationen über Mandach und die Region finden sich unter:
www.mandach.ch
www.dreiklang.ch
www.floesserweg.ch
www.aargauer-wanderwege.ch

Ein Ort für „die Hochzeiten des Lebens“
Die Mandacher Kirche eignet sich bestens für Hochzeiten, das Pfarramt gestaltet auch für auswärtige Paare persönliche Hochzeitsfeiern. Meist heiraten diese in der Kapelle des Schloss Böttstein, aber auch in Mandach lässt sich schön heiraten, denn das Dorf ist eine Reise wert – es hat im Jahre 1992 den Aargauer Heimatschutzpreis erhalten. Die Kirche verfügt seit der Renovation nicht mehr über einen Mittelgang, d.h. die Brautpaare betreten die Kirche durch den seitlichen Eingang, der direkt in den Chor führt. Das stört jedoch einzig Brautpaare, die mehr wegen der Kamera als aus Liebe heiraten!

Im Lagerhaus kann ein Essen gekocht werden, bei schlechtem Wetter anerbietet sich die neu umgebaute Turnhalle mit seiner Küche und natürlich auch die Restaurants der Umgebung. Anzahl Sitzplätze: 110 in der Kirchenbänken / 80 zusätzliche Stühle.
Keine Mikrofonanlage, dafür sehr gute Akustik.

Kontakt
Pfarrehepaar Renate Bolliger König und Christian König
Pfründmatt 35
5318 Mandach
Tel. 056 284 12 34
christian.koenig@ag.ref.ch oder renate.bolliger@ag.ref.ch

Wir organisieren und vermitteln für Sie auch gerne einen Ausflug, eine Wanderung, eine Kirchenführung, einen Imbiss mit Produkten der Gegend oder ein Schlafen im Stroh. Diese Angebote eignen sich auch für Wandergruppen, Schulklassen, Vater-Kind-Wochenenden, Jahrgänger und Familientreffen. Auch über die Fledermäuse in der Kirche wissen wir etwas zu erzählen!

Weitere Informationen zum Ölbergfresko in der Kirche
Das spätgotische Wandgemälde auf der Nordseite stammt aus der Zeit zwischen dem Mandacher Dorfbrand 1518 und der Einführung der Reformation 1528. Die Darstellung der Ereignisse im Garten Getsemani gehörte während Jahrhunderten zu den beliebtesten Szenen des Passionszyklus.
Zu sehen sind der betende Jesus, rechts unten der schlafende Jünger Johannes mit der Bibel unter dem Arm. An den Baum angelehnt schläft Jakobus und ganz links Simon Petrus, aus dessen Gewand ein Schwertknauf ragt.

Links oben treten Soldaten der Tempelwache durch das Tor in den Garten ein. Sie werden von Judas angeführt. Die gestreifte Kleidung der Soldaten scheint für die Zeit der Reformation typisch zu sein. Judas, der Verräter, trägt ein gelbes Gewand.
Im Hintergrund lassen sich die Mauern von Jerusalem erkennen. Davor ist ein See zu sehen auf dem ein kleines Schiff voll Menschen schwimmt.

Rechts oben bei den Felsen erscheint ein Engel mit einem Kreuz in der Hand. Der Engel stärkt den verzweifelten Jesus, seinen Weg doch weiter zu gehen. Jesus betete nämlich zu Gott: „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“
Erst im Jahre 1962 wurde das Bild bei Renovierungsarbeiten wiederentdeckt durch den damaligen Pfarrer Hans Walter Huppenbauer und den Posthalter und Kirchenpfleger Willi Keller. Die Wiederentdeckung war eine Sensation, denn von diesem Fresko wusste niemand mehr etwas, wurde es doch anfangs des 17. Jahrhunderts übermalt, um der Reformation Nachdruck zu verschaffen.

Ein Gebet für heute
Guter Gott, führe mich auf meinem Weg.
Lass mich schöne Wegstücke auskosten.
Schenke mir Mut und gute Freundinnen und Freunde für die schwierigen Passagen.
Ich will aufwachen und Verantwortung übernehmen in der Welt.
Ich muss mich aber auch ausruhen und Zeit für mich haben.
So prägen Wachen und Schlafen mein Leben.
Guter Gott, du forderst mich zum Wachen und Beten auf.
Schenke mir Klarheit, damit ich mich nicht in meinen Aufgaben verliere.
Gib mir die Kraft, die Stürme des Lebens zu meistern.
Zeige mir, dass beides dazugehört: Schöne Wegstücke und schwierige Passagen.
Guter Gott, ich bin nicht allein, du bist bei mir.
Mit deiner Hilfe mache ich mich auf meinen weiteren Lebensweg. Amen.
 
Angaben aus der Geschichte der Kirchgemeinde
Mandach war seit 1415 Teil des Berner Aargau. Als Bern 1528 reformiert wurde, musste auch Mandach die neue Lehre annehmen. Um 1600 wurden Reste aus katholischer Zeit beseitigt; möglicherweise hat man damals das erwähnte Fresko übermalt. Der von 1601 bis 1628 amtierende Pfarrer Balthasar Seelmatter wurde auf jeden Fall mit dem Auftrag nach Mandach geschickt, der Reformation Nachdruck zu verleihen.

Im Jahr 1732 muss sich die Mandacher Kirche in äusserst baufälligem Zustand befunden haben. Auch die Bewohner waren damals in einem „armütigen zustand“. Die Renovation wurde von der Berner Regierung mit 600 Gulden unterstützt. Weitere Renovationen waren 1773, 1848 und 1870 nötig.
Mit der Reformation wurde die Kirche dem Staat untergeordnet. Die Obrigkeit fühlte sich verantwortlich für das Seelenheil ihrer Untergebenen, reglementierte ihr äusseres und geistiges Leben. Ein Instrument dieser staatskirchlichen Organisation war das Chorgericht, welchem auch der Pfarrer angehörte. Es überwachte das kirchliche Leben, die Ehe, die Disziplin und Ehrbarkeit sowie die Durchführung der einschlägigen obrigkeitlichen Erlasse.

Aus vorreformatorischer Zeit weiss man nur lückenhaft über die Amtsinhaber der Kirchgemeinde Mandach Bescheid. Die ersten Aufzeichnungen beziehen sich auf Leutpriester Poppo im Jahre 1315. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts sind die Aufzeichnungen über die Mandacher „Pfarrherren“ recht umfangreich. Sie können in der erwähnten Chronik nachgelesen werden (Seiten 38ff). Die Amtsinhaber seit dem 20. Jahrhundert waren:

Pfr. G. Heusler (1901-1907)
Pfr. R. Stückelberger (1907-12)
Pfr. S. Lutz (1912-1919)
Pfr. K. Wild (1919-1934)
Pfr. P. Bösiger (1934-1958)
Pfr. H. Huppenbauer (1958-64)
Pfr. R. Häusermann (1964-1974)
Pfr. M. Mezger (1974-1983)
Pfr. E. Kolb (1983-1989)
Pfr. R. Jost (1990-1992)
Pfrn. M. Petrus (1993-2002)
Pfr. H. Ratheiser (2002-2004)
Pfrn. R. Bolliger König und
Pfr. Chr. König (seit 2004)

Christian König





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