Bericht von der Synode am 7. Juni 2006 in Seengen
Medienmitteilung vom Mittwoch, 7. Juni 2006
Synodepräsident Urs Zimmermann verabschiedete die Ende Juni nach
sechs Amtsjahren zurücktretende Kirchenrätin Dorothea Leicht-Forster,
Bremgarten, mit einer Würdigung ihres Einsatzes für die
landeskirchliche Seelsorge und das Dossier Diakonie, das sie in den
letzten Jahren führte. Speziell erwähnte er den von ihr erarbeiteten
Vertrag mit der HEKS Regionalstelle in Aarau und die Leitung des
Bullingerjubiläums 2004.
Für den frei werdenden Sitz wurde die von der Synodefraktion
«Lebendige Kirche» portierte Myriam Heidelberger Kaufmann, Mellingen,
geb. 1971, mit 153 von 162 Stimmen gewählt. Die gelernte
biomedizinische Analytikerin leitet seit Sommer 2004 als
Zentralsekretärin die operativen Geschäfte des Cevi Schweiz und
absolviert eine Diplomlausbildung Management in
Non-Profit-Organisationen. Sie tritt ihr Amt am 1. Juli 06 an.
Anschliessend wurden der gesamte Kirchenrat mit den amtierenden
Mitgliedern Urs Karlen, Hans Peter Mauch, Konrad Naegeli und Hans Rösch
und in einem separaten Wahlgang die Kirchenratspräsidentin Claudia
Bandixen mit überwältigendem Mehr für die Amtsperiode 2007 bis 2010
wiedergewählt. Sie erhielten zwischen 151 und 158 Stimmen der
anwesenden 162 Synodalen.
Theologische Diskussionen um Kirchenratskandidaten
Da Kirchenrätin Pfarrerin Therese Wagner, Biberstein, auf das Ende
der laufenden Amtsperiode im Dezember 2006 zurücktritt, musste ein
weiteres Kirchenratsmitglied für die neue Amtsperiode gewählt werden.
Das Aargauer Pfarrkapitel, unterstützt von der Synodefraktion «Freies
Christentum», schlug Pfarrer Dr. Martin Keller-Gysi aus Rohr, geb.
1956, vor. Nach einer kurzen, kontroversen Diskussion über einen
Artikel von Martin Keller im Aargauer Kirchenboten über das heutige
Verständnis von Jesus Christus wurde Keller mit 123 Stimmen gewählt.
Martin Keller absolvierte nach seinem Musikstudium und der
Tätigkeit als Musiklehrer das Theologiestudium an der Universität Basel
und promovierte 1995 zum Doktor der Theologie. Nach drei Jahren als
Dozent für Altes Testament und Hebräisch in Lesotho (südliches Afrika)
trat er 1998 die Pfarrstelle in der Aargauer Kirchgemeinde Buchs-Rohr
an und ist seit 2003 Vizedekan des Dekanats Aarau. Er tritt das Amt im
Kirchenrat im Januar 07 an.
Auch bei den Mitgliedern des Rekursgerichtes, der Judikative der
Landeskirche, gab es Rücktritte und Ersatzwahlen. Für den
zurücktretenden Willy Dürig rückt das Ersatzmitglied Markus Sahli als
ordentliches Mitglied nach. Das Rekursgericht wurde mit dieser Änderung
und den bisherigen Mitgliedern John Christoffel (Präsident), Jürg
Vögtli (Aktuar), Frank Gantner und Rudolf Schmid für die Amtsperiode
2007 bis 2010 wiedergewählt. Als neue Ersatzmitglieder wurden die
Juristin Anja Martina Kaufmann, Gränichen, und Rosmarie Keller-Haller,
Brugg, Friedensrichterin im Bezirk Brugg, gewählt.
Rechnung und Erhöhung des Kirchenratspensums
Einstimmig genehmigten die Synodalen die Rechnung 2005 der
Zentralkasse der Reformierten Landeskirche, die bei einem Gesamtaufwand
von 10 376 153 Franken mit einem Ertragsüberschuss von 286 350 Franken
abschliesst. Der Ertragsüberschuss wird zunächst dem Eigenkapital
gutgeschrieben. Über die Verwendung diskutiert die Synode im November
2006.
Das Dienst- und Lohnreglement der Landeskirchlichen Dienste wurde
um Bestimmungen für den Kirchenrat und dessen vollamtliches Präsidium
ergänzt, welche bisher in separaten Reglementen geregelt waren. Der
Antrag der Geschäftsprüfungskommission eine spezielle
Vorruhestandsregelung für das Kirchenratspräsidium zu streichen, wurde
abgelehnt. Nach kurzer Diskussion genehmigte die Synode das ergänzte
Reglement und damit auch die Erhöhung des entschädigten Pensums der
ehrenamtlichen sechs Kirchenratsmitglieder von 60 auf 90
Stellenprozente. Die Synodalen tragen damit den erhöhten Ansprüchen an
das Engagement der Kirchenratsmitglieder im strategischen und
politischen Bereich Rechnung. Auch für Personen, die mitten im
Erwerbsleben stehen, soll es möglich sein, das Ehrenamt mit dem
erforderlichen Engagement und den beruflichen Einschränkungen zu
übernehmen.
Die Fusion der Kirchgemeinden Bözberg und Mönthal wurde von der
Synode ohne Diskussion einstimmig bewilligt. Ausserdem bewilligte die
Synode das von der Verwaltungskommission der Pensionskasse der Aargauer
Landeskirche vorgelegte revidierte Reglement der Pensionskasse, das die
geänderten Vorschriften der beruflichen Altersvorsorge (BVG),
insbesondere die Heraufsetzung des AHV-Rentenalters der Frauen von 62
auf 64 Jahre, aufnimmt.
In seinem Schlussbericht zur Öffentlichkeitskampagne der
Reformierten Kirchen im Herbst 05 legte der Kommunikationsleiter Frank
Worbs die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung in der
Nordwestschweiz vor. Ca. 55% der Befragten - das entspricht ca. 500 000
Menschen - haben die Plakate zu Fragen wie «Ist Fussball alles, woran
Sie glauben?» gesehen und dieser Aktion der Reformierten Kirchen grosse
Sympathie entgegengebracht.
Motion zu verfolgten christlichen Gemeinden
Schliesslich nahm der Kirchenrat eine Motion der
Reformatorisch-Evangelischen Fraktion entgegen, welche die Situation
von christlichen Gemeinden anspricht, die bei der Ausübung ihres
Glaubens eingeschränkt oder von Verfolgung bedroht sind. Die Fraktion
verlangt, dass der Kirchenrat dies im Aargau schwerpunktmässig
behandelt und via SEK diesbezüglich einen Vorstoss an den Ökumenischen
Rat der Kirchen unternimmt. Der Synodale Peter Baumberger mahnte
allerdings «gegenseitigen ehrlichen Respekt vor den anderen Religionen»
an und warnte vor einem «Tag der verfolgten Christen», wie ihn die
Motion vorschlägt, weil dies auch für Provokationen genutzt werden
könnte. Er würde einen «Tag der verfolgten Menschen» für angemessener
für die reformierte Kirche halten.
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Meldung verfasst von: ria / Frank Worbs.
Aufgeschaltet am 8. Juni 2006.
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