Eröffnet wurde die Synode mit einem kurzen Gottesdienst in der
Stadtkirche Aarau, gestaltet von jungen Erwachsenen. Die Themen der
anschliessend im Grossratsgebäude stattfindenden Workshops waren an
mehreren regionalen Vorbereitungstreffen bestimmt worden: Angebote für
junge Erwachsene, Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, Vernetzung und
Ökumene, Kirche und Gesellschaft und die Mitbeteiligung der
Jugendlichen in der Kirche. Sechs Gruppen formulierten in einer
zweistündigen Diskussion insgesamt acht Anträge, die dem Plenum zur
Diskussion und Abstimmung vorgelegt wurden.
Kirchliche und politische Anträge
Nach zum Teil heftigen Diskussionen im Plenum am Nachmittag wurden
sieben der acht Anträge gutgeheissen. So fordern die jungen Erwachsenen
die Landeskirche auf, Kirchenpolitik als obligatorisches Thema im
Konfirmationsunterricht einzuführen. Jugendliche sollen über ihre
Rechte und Pflichten in der Kirche aufgeklärt werden, über die
Möglichkeiten, wie sie sich nach der Konfirmation in der Kirche
einbringen können. Mit diesen Anträgen bestätigten die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer das Anliegen der Jugendsynode, junge Menschen stärker in
die Gestaltung und Veränderungsprozesse der reformierten Kirche
einzubeziehen.
Ausserdem forderten die Jugendlichen eine aktive Beteiligung der
Landeskirche bei der Integration der ausländischen Bevölkerung. Anhand
von Informationen und Aktionen soll die Landeskirche ihre Offenheit
gegenüber Menschen aller Religionen und Kulturen zeigen, sich für den
Abbau von Konflikten in der Gesellschaft einsetzen, die soziale
Gerechtigkeit fördern und den christlichen Glauben weitergeben.
Knapp und mit vielen Enthaltungen wurde hingegen der Antrag
abgelehnt, dass die reformierte Landeskirche öffentlich zu politischen
Themen, welche christliche Wertvorstellungen betreffen, Stellung nimmt.
Speziell auf junge Kirchenmitglieder bezogen wurden eine
ansprechende Internetplattform und Jugendseiten im Kirchenboten
gefordert. Der Konfirmandenunterricht soll spannender und flexibler
gestaltet werden und nach der Konfirmation nicht einfach aufhören.
Weiterführende Angebote wie Jugendgruppen sind erwünscht. Schulungs-
und Informationsveranstaltungen für kirchliche Mitarbeitende sollen die
Zusammenarbeit mit den kirchlichen Jugendverbänden und der offenen
Jugendarbeit verbessern.
Anträge werden im Kirchenrat und der Synode aufgenommen
Die Jugendsynode wurde von der landeskirchlichen Projektstelle
Junge Erwachsene unter der Leitung von Thomas Gautschi, mit
Unterstützung des Kirchenrates und des Synodepräsidiums und einem
engagierten Team junger Erwachsener organisiert. Kirchenrätin Myriam
Heidelberger Kaufmann nahm die Anträge der Jugendsynode entgegen und
versprach, diese in den Kirchenrat und die Beratungen des nächsten
Arbeitsprogramms einzubringen. Die für das Dossier Jugend
verantwortliche Kirchenrätin zeigte sich beeindruckt von der«
grossartigen Gesprächskultur» und der «Ernsthaftigkeit und Ausdauer,
mit der die jungen Frauen und Männer diesen Tag gestaltet haben».
Heidelberger Kaufmann betonte: «Junge Menschen unserer Kirche wollen
mitreden, und sie haben Etwas zu sagen. Die Jugendsynode war ein erster
Schritt. Nun gilt es, die Ideen und Gedanken der jungen Frauen und
Männer konkret zu gestalten und als Basis für unsere Legislaturziele
2007–2010 zu verwenden.»
In der ersten Sitzung der neu gewählten Synode am 17. Januar 2007
werden die Anliegen und Anträge den Synodalen vorgestellt. Dass eine
weitere Jugendsynode stattfindet, ist nach dieser erfolgreichen
Premiere wahrscheinlich. Symbolisch bekamen die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer am Schluss einen Regenschirm als Zeichen dafür, dass die
Jungen nicht im Regen stehen gelassen werden.
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Für weitere Auskünfte:
Thomas Gautschi, Leiter der Projektstelle Junge Erwachsene der
Reformierten Landeskirche: Tel. 062 838 00 26, Mobil: 079 796 02 14,
thomas.gautschi@ref-aargau.ch
Kirchenrätin Myriam Heidelberger Kaufmann, Tel. 056 491 06 43,
myriam.heidelberger@ref-aargau.ch
Meldung verfasst von: ria / F. Worbs.
Aufgeschaltet am 30. Oktober 2006.
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