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Ordination am 29. August in Brugg (v.li.): Claudia Bandixen, Simone Wüthrich, Christian Härtli, Hans Peter Mauch
Foto: Werner Rolli, Küttigen


Ordinationen in der Reformierten Landeskirche: Gottes Gnade als Zuspruch und Anspruch
Medienmitteilung vom Montag, 30. August 2010

Am Sonntag wurden in der Stadtkirche Brugg eine Pfarrerin und ein Sozialdiakon für ihren Dienst in der Reformierten Landeskirche Aargau ordiniert. Beide sind in überregionalen Stellen tätig, Sozialdiakon Christian Härtli in der Fachstelle Jugendfragen und Pfarrerin Simone Wüthrich bei mission 21 in Basel. Die Ordinationen wurden von Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen und Kirchenrat Hans Peter Mauch durchgeführt.

Nach der Begrüssung durch Wolfgang Rothfahl, Pfarrer der gastgebenden Kirchgemeinde Brugg, stellten sich die Pfarrerin und der Sozialdiakon der Festgottesdienstgemeinde vor: Simone Wüthrich ist Studienleiterin bei der Abteilung Bildung-Austausch-Forschung von mission 21. Als gelernte Primarlehrerin unterrichtete sie während zwei Jahren an einer Schule im Urwald Boliviens. Nach ihrer Rückkehr aus Südamerika studierte sie Theologie. «Mein Anliegen ist es, das Bewusstsein dafür zu stärken, dass wir als Kirche in einen weltweiten Kontext hineingehören», sagte Wüthrich. Zur Veranschaulichung zeigte sie einen Miniaturbus aus Alteisen: «In vielen Ländern sind solche Busse die einzige Möglichkeit für die Menschen, zu einem Markt zu kommen oder überhaupt unterwegs zu sein. So wie diese Busse, soll auch Kirche sein: mit den Menschen unterwegs sein und ihr Leben teilen.»
Christian Härtli, der seit August 09 Mitarbeiter der Fachstelle Jugendfragen bei der Reformierten Landeskirche Aargau ist, hat 2002 das Diplomstudium am Theologisch-Diakonischen Seminar Aarau abgeschlossen und war zweieinhalb Jahre als Jugendarbeiter der Evangelisch-methodistischen Kirchgemeinde Aarau tätig. Der gelernte Schreiner ist verheiratet und hat drei Kinder. Da er sich mit seiner Frau die Kinderbetreuung, Haus- und Erwerbsarbeit teilt, ist sein Anliegen in Bezug auf die Kirche eng mit seinen Erfahrungen als Hausmann verknüpft: «Kirche wächst wie Kinder», sagte Härtli. «Mein Ziel ist es deshalb, die Kirchgemeinden und auch die Schulen im Bereich Jugendarbeit zu unterstützen  und zu vernetzen. Ich möchte helfen, ihr Ziel zu erreichen.»

Der Aufruf, von Gott zu reden und christliche Akzente zu setzen
In ihrer Predigt über Psalm 16, Vers 11, legte Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen besondere Betonung auf das «Du» im Gegenüber zu Gott: «Du zeigst mir den Pfad des Lebens: Freudenfülle vor deinem Antlitz, Zärtlichkeit in deiner Rechten immerzu.» Das habe sie in einer Predigt des deutschen Pfarrers Wilhelm Rott beeindruckt, der in einer Predigt über diesen Psalm in einem Internierungslager 1945, kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs, den Akzent auf das göttliche «Du» gesetzt habe. «Liest man den Satz so, ist es nicht Ziel des Lebens, glücklich oder reich zu werden, sondern zu erkennen, dass wir bewahrt werden,» erklärte Bandixen und betonte, dass die Ordination der Ruf an einen bestimmten Menschen ist, von Gott zu reden und christliche Akzente im Leben zu setzen. Dies gelte jedoch nicht nur  für den öffentlichen Auftritt, sondern auch im privaten Bereich. Psalm 16,11 sei in diesem Zusammenhang auch als Zuspruch zu verstehen.
«Wir sind Verwalter von Gottes Zuspruch», nahm Kirchenrat Hans Peter Mauch den Faden auf. «Wir  haben den Auftrag, Handlanger von Gottes Güte zu sein, Menschen in allen Lebenslagen zu erreichen und  mit ihnen Gottes Wort ganz handgreiflich zu teilen.»

Im Anschluss an die Predigtworte und ein stimmungsvolles Zwischenspiel von Gaudenz Tscharner an der Orgel und Dietrich Zöller auf der Querflöte, nahm Claudia Bandixen Pfarrerin Simone Wüthrich das Ordinationsgelübde ab und segnete sie. In gleicher Form ordinierte Hans Peter Mauch Sozialdiakon Christian Härtli.
Verena Fantozzi, Präsidentin des Diakonatskapitels, versicherte den beiden Ordinierten in ihrem Grusswort stellvertretend für das Diakonats- und auch für das Pfarrkapitel, dass sie in ihrem Amt jederzeit mit Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen rechnen könnten. Für mission 21 überbrachte der Studienleiter, Pfr. Dr. Benedict Schubert, den Gruss in Form eines Liedes auf Spanisch und Deutsch. Mit einer Segensbitte beendete Pfarrer Wolfgang Rothfahl den Gottesdienst und lud die Festgemeinde anschliessend zu einem Apéro in das Kirchgemeindehaus ein.

ria / Elisabeth Martinek
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Meldung verfasst von: ria / Elisabeth Martinek.


Aufgeschaltet am 30. August 2010.
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