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Für die angehende Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone ist es wichtig, Jesus Christus und der Kirche nah zu sein, das Wort Gottes weiterzugeben und mit Menschen zusammen zu arbeiten. Für die meisten von ihnen liegt im Bereich Jugendarbeit das kommende Arbeitsfeld, für Monika Kern im Bereich Senioren und Erwachsenenarbeit. Der Sozialdiakon Michael Schatzmann war als Sozialarbeiter in Südafrika tätig und besuchte dort einen Bibelkurs. Sein Wunsch ist es, dass man das Reich Gottes in der ganzen Welt erkennen kann. Sein Herz schlägt für Jugend und Familienarbeit.
«Protestleute» und «streitbare Lobsänger»
In ihrer Predigt über Psalm 66 stellte sich Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen die Frage, warum es all das Leid auf dieser Welt gibt und wie man dabei den Glauben bewahren kann? Als Antwort darauf bezieht sie sich auf ein Erlebnis des Befreiungstheologen Pablo Richard. Dieser verzweifelte als junger Pfarrer fast am Elend der ungelernten Menschen in dem Slum, in dem er arbeitete. «Wie könnt ihr an Gott glauben, wenn es Euch so schlimm geht?» rief er in einer Versammlung wegen einer grossen Entlassungswelle, die noch grösseres Elend brachte. Die Leute sahen ihn nur verwundert an und sagten: «Der Fabrikbesitzer lässt uns im Stich, aber nicht Gott, er ist mit uns und gibt uns recht».
Claudia Bandixen möchte die Menschen in schwierigen Zeiten ermutigen, den Glauben nicht zu verlieren, sondern im gemeinsamen Glauben die Kraft der Gemeinschaft und damit Halt im Leben zu finden. Sie forderte die Ordinierten auf, zu Protestleuten gegen Not und Elend und damit zu Hoffnungsträgerinnen zu werden.
«Lobsänger sollen wir werden» interpretierte Kirchenrat Hans-Peter Mauch denselben Psalm und erklärte mit einem Zitat von Pfarrer Fritz Schwarz: «Für mich ist es schwierig auf direktem Weg Lobsänger zu werden. Doch wer nicht streiten kann... wird nicht Lobsänger werden. Wer nicht streitet wird zum gutmütigen Trottel, der zu allem Ja und Amen sagt». Er wolle ein Lobsänger Gottes werden, der Güte lernt, um anderen Menschen Schönes zu erweisen, erklärte Mauch. 25 Jahre haben ihn diese Worte begleitet, und heute gebe er den Ordinierten den Wunsch mit, «streitbare Lobsänger» zu werden.
Anschliessend ordinierte Claudia Bandixen die beiden Pfarrerinnen, die das Ordinationsgelübde der Reformierten Landeskirche ablegten, und segnete sie. Danach ordinierte Hans Peter Mauch in gleicher Form die Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone. Mit einem Apéro vor der Kirche wurde der stimmungsvolle Anlass beendet.
ria / Tanja Manz / F. Worbs