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Die neuen zertifizierten Freiwilligen in Palliative Care und Begleitung vom 23.11.11 mit Pfrn. Karin Tschanz und Anna Tanner der Reformierten Landeskirche Aargau
Foto: Mirjam Stutz


Die ersten 100 Personen in Palliative Care ausgebildet
Dritte Zertifizierung von Freiwilligen und Fachpersonen vom 23. November 2011

Am Mittwoch, 23. November, hat die Reformierte Landeskirche Aargau in Aarau weitere 30 Freiwillige und 23 Berufsleute aus verschiedenen Disziplinen in der neu entwickelten Zusatzausbildung «Palliative Care und Begleitung» nach den Richtlinien von palliative.ch zertifiziert. Damit haben im Jahr 2011 bereits 99 Personen, davon 60 Freiwillige und 39 Berufsleute, die von der Landeskirche neu entwickelte, umfangreiche Ausbildung zur Begleitung bei Krankheit und Sterben mit 60 bis 72 Stunden Unterricht und 28 Stunden Praktikum absolviert. Im Kanton Aargau hat die Landeskirche mit dieser Ausbildung Neuland beschritten und ist inzwischen in diesem Bereich führend in der deutschen Schweiz. Die Kurse habe ein überraschend grosses Echo ausgelöst.

Medienmitteilung vom Donnerstag, 24. November 2011

Schwer kranke und sterbende Menschen, die kaum noch auf eine Genesung hoffen können, in ihrer Krankheit oder letzten Lebenszeit medizinisch, sozial und menschlich zu begleiten, das ist die Aufgabe von Palliative Care. Eine qualitativ hochstehende und sozial integrierte letzte Lebensphase ist aber nur möglich, wenn genügend Ärzte, Pflegefachleute und Freiwillige in der Grundversorgung ausgebildet sind und ihre Dienste zur Verfügung stellen.

Anfang 2010 hat die Projektleiterin und Spitalseelsorgerin Karin Tschanz für die Reformierte Landeskirche eine Ausbildung in «Palliative Care und Begleitung» entwickelt, um die wachsenden Anforderungen an Fachpersonen und Freiwillige bei der kompetenten und respektvollen Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen zu erfüllen. Die Lehrgänge sind im Kanton Aargau bisher die einzigen von der medizinischen Fachgesellschaft palliative.ch anerkannten Ausbildungen für Freiwillige auf dem höheren Niveau A2. Die Aargauer Landeskirche ist mit diesem Palliative-Care-Programm für Freiwillige inzwischen führend in der deutschen Schweiz.

Die Lehrgänge vermitteln auf drei verschiedenen Niveaus Fachwissen aus Medizin, Pflege, Recht, Kommunikation, Spiritualität, Theologie, Ethik, Psychologie und Seelsorge. Dieses Wissen wird während ca. 8 Monaten in 62 Stunden Unterricht in Gruppen vermittelt und in mindestens 28 Stunden Praktikum und anschliessender Supervisionsarbeit vertieft.

Dr. Roland Kunz: «Die Arbeit der Freiwilligen bringt mehr Lebensqualität in das Leben der Kranken»Dr. Roland Kunz: «Die Arbeit der Freiwilligen bringt mehr Lebensqualität in das Leben der Kranken»
 

Grosses Echo: 100 Personen haben innerhalb eines Jahres abgeschlossen
Die Ausbildungslehrgänge haben trotz der hohen Anforderungen ein überraschend grosses Echo ausgelöst. Am 23. November erhielten im Bullingerhaus in Aarau weitere 53 Freiwillige und Berufsleute ihre Zertifikate für die Ausbildung in «Palliative Care und Begleitung». Damit hat die Reformierte Landeskirche innerhalb eines Jahres fast 100 Personen in diesem neuen Betreuungsfeld ausgebildet.
An der Abschlussfeier am Mittwoch referierte ein Pionier von Palliative Care in der Schweiz, der heutige Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung, Dr. Roland Kunz, über das Thema «Palliative Care – mehr Lebensqualität durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Beitrag von Freiwilligen». Anschliessend überreichten Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen und Projektleiterin Karin Tschanz den 53 Absolventinnen und Absolventen des dritten Lehrgangs ihre von der medizinischen Fachgesellschaft palliative.ch und Swiss Educ anerkannten Zertifikate.

Kursteilnehmerinnen bedanken sich mit einem Korb voller Geschenke bei der Ausbildungsleiterin Karin TschanzKursteilnehmerinnen bedanken sich mit einem Korb voller Geschenke bei der Ausbildungsleiterin Karin Tschanz

Koordinationsstelle und weitere Lehrgänge
Die Koordinationsstelle «Palliative Care und Begleitung» koordiniert die regelmässigen Aus- und Weiterbildungsangebote der Landeskirche und vermittelt die Einsätze der Freiwilligen in Kirchgemeinden und Pflegeeinrichtungen. Sie vernetzt die Angebote der Reformierten Landeskirche mit anderen Dienstleistungen und Anbietern. So schliesst zum Beispiel im Dezember 2012 auch die erste Ausbildung in Palliative Care ab, die zusammen mit dem Schweizerischen Roten Kreuz in Aarau angeboten und durchgeführt wurde.
Am 26. Januar 2012 starten die nächsten beiden achtmonatigen Lehrgänge für Fachpersonen und Freiwillige und am 18. August 2012 beginnt die nächste Ausbildung nur für Freiwillige, die zusammen mit dem Roten Kreuz durchgeführt wird.

ria / F. Worbs
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Für weitere Auskünfte:
Projektleiterin Karin Tschanz, Tel. mobil: 076 324 82 99,
karin.tschanz@ref-aargau.ch  
Koordinationsstelle Palliative Care Reformierte Landeskirche Aargau, Stritengässli 10, 5001 Aarau: Anna Tanner, Tel. 062 838 06 55,
info@palliative-begleitung.ch
Der Informationsbeauftragte Frank Worbs: Tel. 062 838 00 18 (079 444 97 82)



Meldung verfasst von: ria / F. Worbs.


Aufgeschaltet am 24. November 2011.
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Für weitere Informationen:
Website: www.palliative-begleitung.ch
Überblick über die drei verschiedenen Lehrgänge: für Freiwillige A1 und A2, für Fachpersonen B1 (herunterladen: 1 Blatt, PDF)
Interviews mit zwei Fachpersonen, die die Ausbildung B1 absolviert haben (Auszug aus a+o November 2011, 2 Seiten, PDF)
Ausbildungsprogramm 2012 «Palliative und Spiritual Care: Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen» (externer link: PDF, Broschüre, 16 Seiten)
Öffentliche Vorträge und Themenabende zu Palliative und Spiritual Care 2012 (herunterladen: 1 Blatt, PDF)

Themenschwerpunkte sind die Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden, die Kommunikation, die Betreuung von Angehörigen, pflegerische Handreichungen, Symptom- und Schmerzmanagement, interdisziplinäre Zusammenarbeit, stationäre und ambulante Hilfsangebote, Psychologie, Glaubensfragen, spirituelle Begleitung, rechtliche Aspekte, Angebote und Grundsätze der Palliative Care, aber auch Supervision, Fallbesprechungen und die eigene Auseinandersetzung mit Gesundheit, Krankheit, Sterben, Tod, Trauer, Ressourcen.