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Prof. Dr. Ralph Kunz und Co-Präsident Dominique Baumann beim Pfarrkapitel (von links)
Foto: Lutz Fischer-Lamprecht


15 Prozent für Wiedertaufe
Pfarrkapitel in Oberentfelden

Am 15. Mai fand im Kirchgemeindehaus Oberentfelden das Frühjahrs-Pfarrkapitel statt. Dazu versammelten sich über 90 im Dienst von Aargauer Kirchgemeinden stehende Pfarrerinnen und Pfarrer.

Die Pfarrerinnen und Pfarrer unterzogen die Taufe und ihre eigene Taufpraxis einer eingehenden Prüfung. Dabei zeigte sich teilweise grosse Einigkeit unter den Teilnehmenden. Alle führen ein Taufgespräch im Vorfeld der Taufe und taufen mit einer trinitarischen Taufformel. Auch ein Taufversprechen gehört für 90 % der Pfarrerinnen und Pfarrer zu einer Taufe dazu. Grosse Einigkeit herrschte darüber, dass ein Elternteil Mitglied einer christlichen Kirche sein muss und die Taufe nicht heilsnotwendig sei.

Eine grosse Minderheit von 30 % hält für keinen der Paten die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche für erforderlich und gar 81 % sehen einen Bezug zwischen der Konfirmation und der Taufe, der nach dem PH-Konzept der Landeskirche so nicht gegeben ist. Immerhin 15 % der anwesenden Pfarrerinnen und Pfarrer könnten sich vorstellen, eine Wiedertaufe durchzuführen.

Im Anschluss an die Umfrage ging Prof. Dr. Ralph Kunz, Zürich, pointiert auf die gestellten Fragen ein. Er plädierte für eine traditionelle Taufliturgie mit trinitarischer Formel. Eindeutig war auch die Absage an alle Optionen einer Wiedertaufe oder Tauferneuerung. Statt dessen solle der Tauferinnerung eine entsprechende Sorgfalt und Bedeutung beigemessen werden, so Kunz. Die Liebe Gottes, die in der Taufe bezeugt wird, solle immer wieder zum Thema gemacht werden, auch in der Konfirmation. Mit Eberhard Jüngel betonte Kunz die „mehr als Heilsnotwendigkeit“ der Taufe, der Liebe Gottes. Diese Liebe, die sich nicht gesetzlich fassen lasse, solle sich in einer liberalen Taufpraxis ausdrücken. Wichtig sei, so Kunz, dass Eltern und Paten vor allem „mit dem Herzen dabei“ seien, und das können Pfarrerinnen und Pfarrer nicht überprüfen.

Des weiteren beschloss das Kapitel die Erhöhung des Jahresbeitrags 2008 um 5 Franken  zugunsten der in der Kantonsbibliothek integrierten Predigerbibliothek und genehmigte die Rechnungen des Pfarrkapitels, der Hilfskasse und der Bibliothekskommission. Käthi Frenkel orientierte über die Arbeit der Christlich-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft im Aargau und Kirchenrätin Myriam Heidelberger Kaufmann stellte ein Fanprojekt zur Euro 2008 vor.



Meldung verfasst von: Lutz Fischer-Lamprecht.


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Aufgeschaltet am 19. Mai 2008.
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