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Lutz Fischer-Lamprecht und Philipp Tingler
Philipp Tingler freut sich über den Pin mit dem Logo der Landeskirche, von dem sich Lutz Fischer-Lamprecht spontan trennte.


Pfarrerinnen und Pfarrer sind immer im Amt
Pfarrkapitel in Spreitenbach

Beim Pfarrkapitel am 29. Oktober 2008 in Spreitenbach stand die Situation von Pfarrerinnen und Pfarrern als "öfffentliche Personen" im Mittelpunkt, verknüpft mit der Frage, welche Erwartungen damit verbunden sind.

Nach den üblichen Traktanden zu Beginn und Informationen aus der Landeskirche zum Calvin-Jahr 2009, der vom Rekursgericht verworfenen freien Wahl der Kirchgemeinde, der Wartenseevereinbarung und der DVD über Seelsorge, stand der Vortrag von Philipp Tingler und die anschliessende Diskussion im Mittelpunkt.
Tingler wies in seinem Vortrag darauf hin, dass Pfarrerinnen und Pfarrer in der Öffentlichkeit immer als solche wahrgenommen würden. Dies habe zur Folge, dass die Vertreter des Berufsstandes stets so auftreten sollten, als ob sie repräsentieren würden. Dies sei aber nicht anstrengend in dem Sinne, dass man besonders steif oder konventionell auftreten müsse, sondern es gehe darum, sich als Pfarrerin oder Pfarrer bewusst zu machen, was dieser Repräsentationseffekt im Gegenüber auslöse. Umgangsformen müssten daher vor allem authentisch wirken. Tingler streifte in seinem Vortrag die Themen „Konversation“, „Fragen der Erscheinung“ und „Umgang mit der Wahrheit“: „Die Annahme, dass die Geistlichkeit mit der Wahrheit besonders sorgsam umgehe, verschafft Ihnen, meine Damen und Herren, einen unschätzbaren Vorteil, um den Sie besonders Politiker und Manager beneiden dürften: Man glaubt Ihnen quasi alles.“, sagte Tingler.
Die anschliessende Diskussion war ausserordentlich spannend: Zum einen konnten die Pfarrerinnen und Pfarrer erfahren, wie kirchenferne Leute Kirche wahrnehmen, was sie von der Kirche und ihren Repräsentantinnen und Repräsentanten erwarten. Zum anderen wurde die Frage intensiv diskutiert, ob die Kirche sich nach Zielgruppen ausrichten oder die Botschaft in den Mittelpunkt stellen sollte.


Meldung verfasst von: Lutz Fischer-Lamprecht.


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Aufgeschaltet am 30. Oktober 2008.
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