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Aargauer Pfarrer und Imame zum ersten Mal an einem Tisch
Am 23. Juni trafen sich im katholischen Pfarreizentrum Lenzburg dreissig theologisch Verantwortliche, theologisch Gebildete und theologisch Interessierte aus Christentum und Islam zu einem Begegnungsabend unter dem Thema «Wie weiter nach der Minarettinitiative?».

Zum ersten Mal trafen sich Pfarrerinnen und Pfarrer, Gemeindeleiter und Seelsorgende mit Imamen und Verantwortlichen der Muslime aus dem ganzen Kanton. Die Initiative ging von der Reformierten Landeskirche Aargau aus. Die Römisch-Katholische Landeskirche und der Verband Aargauer Muslime unterstützten das Zustandekommen der historischen Begegnung.
Vor dem Impulsreferat von Dr. theol. Hanspeter Ernst vom Zürcher Lehrhaus eröffneten Grussworte von Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen (reformiert), Bischofsvikar Christoph Sterkman (römisch-katholisch), Pfarrer Lars Simpson (christkatholisch) und von Halit Duran, Präsident des Verbandes Aargauer Muslime (VAM) die Begegnung.
Es wurde festgestellt, dass auch Kirchen in die Schusslinie der öffentlichen Diskussion kommen könnten, auch in den Medien. Ausgrenzung und gegenseitige Diskriminierung seien aber nicht der richtige Weg. In kleinen, gemischten Gesprächsgruppen suchten die Anwesenden nach konkreten Schritten, wie man den Angehörigen der eigenen Religion zu guten Begegnungen mit Menschen der anderen Religion verhelfen könnte. Die Diskussionen liefen darauf hinaus, dass im Aargau vor allem Begegnungen von Mensch zu Mensch nötig sind. Muslime sollen sich am Vereinsleben beteiligen und Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen. Gegenseitige Besuche in Moscheen und Kirchen vermitteln hilfreiche Einblicke. Und vor allem geht bei Menschen aller Kulturen vieles durch den Magen, sprich durch Begegnungen beim Kochen und Essen.
Die theologisch Verantwortlichen wollen sich wieder treffen. Die Zeit für Diskussionen war am ersten Abend zu kurz. Es wird noch viel Zeit brauchen, wenn Christen und Muslime verstehen sich gegenseitig wirklich verstehen. Das Ziel kann nicht Einigkeit in allen Fragen sein, aber die Möglichkeit, Fragen und Probleme unter Religionsvertretern auf Augenhöhe direkt zu besprechen, ist ein wichtiger Schritt zu einem friedlichen Miteinander der Religionen in der Schweiz.


Meldung verfasst von: Simon Pfeiffer, Islambeauftragter der Reformierten Landeskirche.


Aufgeschaltet am 6. September 2010.
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