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Zum Abschluss des geschäftlichen Teils stellte sich die neue Leiterin der Fachstelle Oekumene, Mission und Entwicklung (OeME) der Landeskirche, Pfarrerin Anja Michel, vor. Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen informierte über die aktuellen Einschränkungen für Seelsorgebesuche in den Kantonsspitälern aufgrund der Umsetzung von Datenschutzbestimmungen in den Kantonsspitälern und die laufenden Verhandlungen zu diesem Thema mit den zuständigen Departementen. Aus den Reihen des Pfarrkapitels wurde vorgeschlagen Unterschriften von Gemeindegliedern zu sammeln, die weiterhin die Möglichkeit der aufsuchenden Seelsorge wünschen. Dieses Anliegen ist den Pfarrerinnen und Pfarrern bekannt, die Hürde sich direkt bei der Leitung der Spitälern zu beschweren, ist für viele Gemeindeglieder jedoch zu hoch..
«Das Wesentliche wieder freilegen» - Vortrag von Gottfried Locher
Nach dem geschäftlichen Teil hatte der Vorstand den Präsidenten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds, SEK, Pfr. Dr. theol. Gottfried Locher zu einem Referat über die Zukunft der reformierten Kirchen unter dem Thema «Unser Profil: Ein Gesicht» eingeladen.
Locher setzte sich zunächst mit aktueller Kritik an den «Untugenden» (Friedrich Wilhelm Graf) der reformatorischen Kirchen wie der zunehmenden Wellnesskultur und dem sinkenden Bildungsniveau der Predigten und der Prognose, dass der reformierten Kirchen in der Schweiz kleiner und ärmer würden, auseinander. Er plädierte dafür, im positiven Sinne die sich abzeichnende Wirklichkeit anzuerkennen, darin die Chancen zu entdecken und wieder das Wesentliche im Profil der Reformierten freizulegen – wie es vor 500 Jahren die Reformatoren gemacht hatten. Mit den drei Prinzipien «solus christus» (allein Christus), «sola scriptura» (allein auf der Grundlage der Schriften, der Bibel) und «sola fide» (nur durch Glauben – wird die Gnade Gottes zuteil) hätten sie das Profil der Reformierten nicht als philosophisches Konzept, sondern als ein Gesicht definiert: Das Gesicht von Jesus Christus.Diese alte Reduktion auf das Wesentliche gelte es angesichts der modernen Herausforderungen in einem Neuaufbruch der Reformierten umzusetzen: Aus dem «Winterschlaf» der staatlich subventionierten öffentlich-rechtlich Kirchen zu einem neuen Leben in den Gemeinden. Dazu gehöre auch die Auseinandersetzung mit dem Gemeinsamen des reformierten Glaubens. Das je eigene, individuelle Bekenntnis reiche in der heutigen Zeit nicht mehr, um das Gesicht der Reformierten deutlich zu machen. Der Rat des SEK hat deshalb als in dieser Legislatur die Herausgabe eines evangelischen Glaubensbuches als Ziel gesetzt. Denn «Glaube muss gemeinsam formuliert werden», betonte Locher, wenn er die Gesellschaft verändern soll – und das gehöre nun einmal auch zum Wesentlichen des christlichen Glaubens.