Anpassung Umwandlungssatz per 1. Januar 2014 (Stand 1. Januar 2018) - Reformierte Landeskirche Aargau


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Anpassung Umwandlungssatz per 1. Januar 2014

Stand 1. Januar 2018


Mit dem Umwandlungssatz wird das im Zeitpunkt der Pensionierung vorhandene Sparguthaben in eine lebenslängliche Altersrente umgerechnet. Wer z.B. im Jahre 2018 im Alter 65 über ein Sparguthaben von 100'000 Franken verfügt, erhält mit dem aktuell geltenden Umwandlungssatz von 5.55 Prozent eine lebenslängliche Altersrente von 5’550 Franken pro Jahr. Der Umwandlungssatz basiert auf Beobachtungen der Lebenserwartung und der Rendite, die mit dem noch nicht verwendeten Sparguthaben erzielt werden kann.

Gemäss den am 1. Januar 2014 technischen Grundlagen für öffentlich-rechtliche Pensionskassen (VZ 2010) hatte eine 65-jährige Person eine Lebenserwartung von etwa 85 Jahren (Männer) bzw. 88 Jahren (Frauen). Gegenüber den Ende 2013 für die PKR geltenden Grundlagen (EVK 2000) entspricht dies einer Zunahme von etwa 2.5 Jahren. In den Jahren 2014 bis 2017 hat sich der Trend nicht verändert, so dass per 1. Januar 2017 eine Frau mit Alter 65 eine Lebenserwartung von 24,2 Jahre und ein 65-jähriger Mann eine Lebenserwartung von 22,2 Jahre haben. Mit der Basis VZ 2015 kommt ein technischer Zinssatz von 2,0% zur Anwendung.

Die Rentenlaufzeit verlängerte sich also weiter erheblich und wird sich auch in naher Zukunft noch weiter erhöhen.

Gleichzeitig haben sich die Zinsentwicklung in den letzten Jahren markant verschlechtert. Als Beispiel kann der Zins für eine Bundesobligation mit zehnjähriger Laufzeit erwähnt werden, der von 3.8 Prozent im Jahr 2000 auf derzeit ca. 0.1 Prozent gesunken ist.

Mit einer Beruhigung der Finanzmärkte und einem markanten Anstieg des Zinsniveaus kann nicht gerechnet werden. Deshalb wurde auch die langfristige Renditeerwartung (technischer Zins) auf 2,0 Prozent herabgesetzt. Nur mit einer Senkung des Umwandlungssatzes ist die nachhaltige Finanzierung der Altersrenten weiterhin gewährleistet. Das Bundesrecht sieht, nach der letzten Volksabstimmung über Vorsorge 2020 immer noch, statt der vorgeschlagenen 6.0%, einen Umwandlungssatz von 6.8 Prozent vor. Dieser Satz ist aber nur massgebend für die gemäss BVG als Minimum berechnete Altersrente. Der Vorsorgeplan der Pensionskasse der reformierten Landeskirche Aargau sieht jedoch deutlich höhere Leistungen vor als dies gemäss dem BVG-Minimum vorgeschrieben ist. Das Sparguthaben der PKR setzt sich im Durchschnitt zu ca. 38% aus dem BVG-Altersguthaben (gesetzliches Minimum) und zu ca. 62% aus einem die gesetzlichen Mindestleistungen übersteigenden Guthaben zusammen. Deshalb ist es der PKR, als umhüllende Pensionskasse gestattet, den Umwandlungssatz tiefer anzusetzen. Viele Pensionskassen haben diesen Schritt bereits vollzogen und weitere werden folgen, da der Schritt aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und des tiefen Zinsniveaus unvermeidlich ist. (Ruag per 1.2018 4,56%!)

Der Umwandlungssatz muss periodisch auf die Veränderung seiner Einflussgrössen, d.h. der Entwicklung der Lebenserwartung und der Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten, überprüft werden. Die künftige Entwicklung der Lebenserwartung, der Finanzmärkte und der Zinsen lassen sich nicht voraussagen.

Die technischen Grundlagen VZ 2015 basieren auf den Beobachtungen des Versicherten- und Rentenbestandes von über 20 öffentlich-rechtlichen Pensionskassen. Die Höhe des Umwandlungssatzes ist im Anhang zum Vorsorgereglement festgelegt. Der Stiftungsrat als paritätisches Organ beschloss nach reiflichen Überlegungen und verschiedener Sitzungen die technischen Grundlagen (VZ 2015), den technischen Zins (2.0 %) einzuführen.

Als Abfederung wird der Umwandlungssatz schrittweise gesenkt. In jedem Folgejahr um 0,25 %. Der Stiftungsrat überprüft jedoch den Umwandlungssatz dabei jährlich auf Übereinstimmung mit den entsprechenden rechtlichen Bestimmungen und der Entwicklung der Finanzmärkte und Zinsen. Dies kann zur Folge haben, dass die laufende Reduktion des Rentensatzes unterbrochen wird oder aber auch weitergeführt werden muss.

Für Rentenansprüche, die vor 2017 entstanden sind werden keine Anpassungen vorgenommen. Die laufenden Renten sind von dieser Rentensatzanpassung nicht betroffen. Die Pensionskasse muss aber aus den Anlageerträgen jeweils bei einer Anpassung des technischen Zinses das fehlende Kapital ergänzen.

Bis zum Jahr 2020 sind folgende Rentensätze zu erwarten.

Alter 2017
2018
 2019 2020
70 6,30% 6,05% 5,80% 5,55%
69 6,20% 5,95%
5,70%
5,45%
68 6,10%
5,85%
5,60%
5,35%
67 6,00%
5,75%
5,50%
5,25%
66 5,90%
5,65%
5,40%
5,15%
65 5,80%
5,55%
5,30%
5,05%
64 5,65%
5,40%
5,15%
4,90%
63 5,50%
5,25%
5,00%
4,75%
62 5,35%
5,10%
4,85%
4,60%
61 5,20%
4,95%
4,70%
4,45%
60 5,05%
4,80%
4,55%
4,30%

Der Stiftungsrat ist sich bewusst mit diesem Entscheid den aktiv Versicherten die finanzielle Pensionsplanung nachhaltig zu beeinflussen. Er sieht sich aber in der Verantwortung die Pensionskasse mit grosser Sorgfalt auch für zukünftige Rentnerinnen und Rentner zu sichern.

Das Finanzierungssystem der PKR im Sparteil mit (17%, 19%, 21%, 23%) ist weit über den Alterssparsätzen des BVG-Obligatorium mit (7%, 10%, 15%, 18%) und ergibt für die Versicherten der PKR eine gute überdurchschnittliche Altersvorsorge

Bei Fragen oder Unklarheiten melden Sie sich bei der Verwaltung der Pensionskasse: Telefon 062 834 93 08.

Lutz Fischer-Lamprecht,
Präsident Arbeitnehmervertretung
  Dr. Roland Frauchiger, 
Vizepräsident Arbeitgebervertretung