Vernehmlassungen - Reformierte Landeskirche Aargau


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Vernehmlassung Personalrecht

A Neues Lohnsystem für Sekretariatsmitarbeitende (Vernehmlassung beendet)


Zur Vernehmlassung eingeladen sind:
  • Kirchenpflegen und Vorstände der Kirchgenossenschaften
  • Sekretariatsmitarbeitende der Kirchgemeinden und Kirchgenossenschaften
  • Dienstleistungszentrum Finanzen DLZ der Reformierten Landeskirche Aargau

Worum geht es?
Das Besoldungssystem für Sekretariatsmitarbeitende in den Kirchgemeinden muss aktualisiert werden. Über die Jahre haben Nachfragen und Rückmeldungen von Personalverantwortlichen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gezeigt, dass die Kriterien der Einstufung von Sekretariatsmitarbeitenden verständlicher und nachvollziehbarer beschrieben und den heutigen Ausbildungen angepasst werden müssen. Bevor das Geschäft an die Synode geht, werden die Kirchenpflegen und die Sekretariatsmitarbeitenden zur Beurteilung und Rückmeldung eingeladen.

Ausgangslage
Die Arbeit in den Verwaltungen und Sekretariaten der Kirchgemeinden ist in den letzten Jahren aufwändiger, vielfältiger und anspruchsvoller geworden, der Anspruch an die Effizienz und Professionalität von Kirchgemeindesekretariaten und -verwaltungen ist deutlich gestiegen. Die aktuellen Bestimmungen im Dienst- und Lohnreglement für nicht ordinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinden des Kantons Aargau (DLM, SRLA 371.400) und das Lohnsystem tragen diesen Umständen nicht mehr Rechnung: Die Funktionsdefinitionen sind rudimentär und lassen einen hohen Interpretationsspielraum zu, die vagen Begrifflichkeiten im DLM zu den Funktionen bieten diesbezüglich keine Handhabe.

Der Kirchenrat erwägt aus diesen Gründen, der Synode zu beantragen, das Berufsbild der Sekretariats- und Verwaltungsmitarbeitenden mithilfe von neuen Funktionsprofilen genauer zu definieren und eine entsprechende neue Lohnsystematik zu entwerfen und im DLM bzw. in der Verordnung zum DLM (VDLM, SRLA 371.410) zu implementieren.

Der Kirchenrat schlägt vier Funktionsstufen vor, die im Vergleich zum aktuellen DLM neue Namensbezeichnungen und einen Aufgabenbeschrieb erhalten. Dieser soll lediglich einen groben Rahmen des Aufgabengebietes vorgeben und nicht als abschliessend betrachtet werden. Ferner wurden zu jedem Funktionsprofil Voraussetzungen bezüglich Aus- und Weiterbildung sowie Erfahrung definiert, die als massgebend zur Berufsausübung erachtet werden. Die Aufgabengebiete der Funktionen unterscheiden sich vor allem in Bezug auf den Schwierigkeitsgrad und die Komplexität der Arbeiten und den Grad an vorausgesetzter Autonomie.

Für die Erarbeitung eines neuen Lohnsystems wurde vorgängig in unterschiedlichen Institutionen umfassend recherchiert (Kaufmännischer Verband Schweiz, Departement Finanzen und Ressourcen Kanton Aargau, Verband Schulverwaltungen Aargau-Solothurn, Reformierte Landeskirche Zürich, politische Gemeinde Gränichen, privatwirtschaftlichen Unternehmungen). Zudem wurde durch das Departement Finanzen und Ressourcen des Kantons Aargau eine Zuordnung der Funktionsprofile in die Lohnstufen des Kantons vorgenommen. Aufgrund dieser Vergleiche wurde ein Lohnsystem mit 10 Altersabstufungen entworfen.

Das Lohnsystem gibt pro Altersstufe und Funktionsprofil einen Mindestlohn vor. Die neu vorgeschlagenen Löhne bewegen sich zwischen den heutigen Ansätzen des DLM und den vorgeschlagenen Lohnbeträgen des Kantons. Im Vergleich zum Kaufmännischen Verband sind die vorgeschlagenen Löhne tiefer angesetzt. Dies aus dem Grund, weil sonst die Unterschiede zu den jetzigen Löhnen als zu hoch erachtet wurden. Die Einteilung in eine Lohnstufe und der entsprechende Mindestlohn ergeben sich aus Funktionseinteilung und Alter. Erfahrung, spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten oder das Übernehmen von zusätzlichen Aufgaben können über einen den Mindestansatz übersteigenden Lohn honoriert werden. Dies ist individuell zu beurteilen und Verhandlungssache zwischen den Mitarbeitenden und der Kirchgemeinde und berücksichtigt die Gemeindeautonomie.

Neue Regelungen

  • Klare Einstufung von Sekretariats- und Verwaltungsmitarbeitenden aufgrund von definierten Profilen, Anforderungen an die Ausbildung und Verantwortung
  • Neues Lohnsystem nach Alter statt nach Dienstjahren
  • Kommt es durch den Systemwechsel bei einzelnen Mitarbeitenden zu einem tieferen Mindestlohn, so ist die Kirchgemeinde frei zu entscheiden, ob sie den Lohn auf dieses Niveau senkt oder die bisherige Lohnhöhe beibehält (Besitzstandswahrung). Die Landeskirche macht dazu keine Vorgaben. Mit dieser Revision sind aber nicht höhere Löhne beabsichtigt; es sollen im Durchschnitt keine Mehrkosten für Kirchgemeinden entstehen. Dennoch kann es wegen des Systemwechsels in einzelnen Kirchgemeinden zu einem Anstieg der Mindestlöhne kommen.


Umsetzung der Änderungen
Zur Umsetzung des neuen Besoldungssystems sind Änderungen im DLM und Ausführungen in der Verordnung zum DLM (VDLM) geplant. Die Revision des DLM wird voraussichtlich der Synode vom November 2018 unterbreitet. Anschliessend bleibt den Kirchgemeinden genügend Zeit, um sich auf die neue Regelung einzustellen: Sie tritt voraussichtlich auf Anfang 2020 in Kraft.

Vernehmlassung

  • Die Datei "Fragebogen A - Sekretariatsmitarbeitende" mit den Vernehmlassungsantworten ist bis 20. April 2018 zu senden an sarah.kyburz@ref-aargau.ch

Unterlagen