Synode vom 09. Juni 1999


Stritengässli 10 · Postfach · 5001 Aarau · Telefon 062 838 00 10 · www.ref-ag.ch · ag@ref.ch


Startseite Kontakt Login Sitemap ___________________

Synode vom 9. Juni 1999

Sommersynode der Reformierten Landeskirche in Zurzach
Reformierte Ausländerinnen und Ausländer sollen im Kanton Aargau in kirchlichen Angelegenheiten vom ersten Tag an uneingeschränkt stimmberechtigt sein. Das hat die Synode der Evangelisch-Reformierten Landeskirche Aargau, die am Mittwoch in Zurzach tagte, beschlossen. Die Synode hat ein deutliches Zeichen für die bessere Integration von ausländischen Kirchenmitgliedern gesetzt. Es wurden keinerlei Bedenken gegen die Vorlage geäussert. Die bisherige Wartefrist von fünf Jahren bei kirchlichen Abstimmungen und Wahlen wird wegfallen, wenn und sobald das Aargauische Kantonsparlament der notwendigen Änderung des Organisationsstatuts der Landeskirche zustimmt.
Die positiv abschliessende Jahresrechnung 1998 und drei Kreditabrechnungen für die bauliche Sanierung landeskirchlicher Einrichtungen wurden durchwegs angenommen. Aus dem Ertrag der Jahresrechnung von 98'000 Franken überwies die Synode 30 000 Franken der Kooperation Evangelischer Missionen KEM, die sich aufgrund eines massiven Spendenrückgangs im letzten Jahr in einer äusserst prekären finanziellen Lage befindet.
Das Projekt Kirche 2002 wird mit dem von der Synode genehmigten Start des vierten Themenbereichs "Strukturen und Mitgliedschaften“ in seine letzte und spannendste Phase treten. Hier geht es um die Struktur der Kirchgemeinden und neue Formen der Mitgliedschaft. Auch die Gründung eines Vereins Lernwerk zusammen mit dem HEKS als Grundlage für die Arbeit des HEKS-Zentrums Windisch für Arbeit, Beratung und Bildung für Erwerbslose war unbestritten. Vorläufig abgelehnt wurde dagegen ein revidiertes Reglement über Wahlen und Abstimmungen in Kirchgemeinden.
Der Dekan aus dem benachbarten deutschen Dekanat Hochrhein der evangelischen Kirche Baden, Pfarrer Hans Scheffel, richtete ein Grusswort an die Synodalen und betonte die gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Kirchgemeinden der Aargauer und der Badischen Kirche auf beiden Seiten des Rheins. Im Gottesdienst zum Anfang der Synode setzte Kirchenratspräsident Paul Jäggi die Aarauer Spitalseelsorgerin Ruth Gimmel und den Informationsbeauftragten der Landeskirche Frank Worbs in ihre Ämter ein.

ria


Synode vom 9. Juni 1999 in Zurzach; Zusammenfassung der Beschlüsse

  1. Jahresbericht 1998
    Zustimmung ohne Gegenstimme
  2. a) Jahresrechnungen 1998
    Folgende Rechnungen wurden ohne Gegenstimme genehmigt:
    Kirchenrechnung, TagungsZentrum Rügel; Heimgarten Aarau; Heimgarten Brugg
    b) Verwendung Rechnungsüberschuss 1998 Kirchenrechnung
    Zustimmung zu folgender Aufteilung: KEM Fr. 30'000.-
    Übertrag auf Konto Reinvermögen Fr. 68'135.05
    c) Jahresrechnung 1998 der Pensionskasse
    Ohne Gegenstimme genehmigt.
  3. Kreditabrechnung Rügel; Ausbau 1998 Optimierung Speisesaal
    Genehmigung mit grosser Mehrheit ohne Gegenstimme.
  4. Kreditabrechnung Heimgarten Aarau; Ausbau Pavillon und Liftanlage
    Genehmigung mit grosser Mehrheit ohne Gegenstimme.
  5. Kreditabrechnung Zurlindenstrasse 2, Aarau; Sanierung 1998
    Genehmigung mit grosser Mehrheit ohne Gegenstimme.
  6. Stimm- und Wahlrechtsaufschub für Ausländerinnen und Ausländer; Abschaffung.
    Die Synode stimmt nachstehenden Anträgen mit grosser Mehrheit ohne Gegenstimme zu:

    • Art. 2, Ziffer 2 des Organisationsstatuts der Evangelisch-Reformierten Landeskirche wird wie folgt geändert:
      Stimm- und wahlberechtigt in den Angelegenheiten der Landeskirche und ihrer Kirchgemeinden sind die schweizerischen und ausländischen Kirchgenossen, welche das 16. Altersjahr zurückgelegt haben und aus anderen Gründen aufgrund der Kantonsverfassung vom Stimmrecht nicht ausgeschlossen sind.
    • Die Änderung des Organisationsstatuts Art. 2, Ziffer 1 betreffend Aufhebung der Karenzfrist für Ausländerinnen und Ausländer bei kirchlichen Wahlen und Abstimmungen wird durch den Kirchenrat dem Grossen Rat zur Genehmigung vorgelegt und in Kraft gesetzt.
    • § 4, Ziffer 1 der Kirchenordnung der Evangelisch-Reformierten Landeskirche wird wie folgt geändert:
      Stimm- und wahlberechtigt in den Angelegenheiten der Landeskirche und ihrer Kirchgemeinden sind die schweizerischen und ausländischen Kirchgenossen, welche das 16. Altersjahr zurückgelegt haben und aus anderen Gründen aufgrund der Kantonsverfassung vom Stimmrecht nicht ausgeschlossen sind.
    • § 4, Ziffer 2 der Kirchenordnung der Evangelisch-Reformierten Landeskirche wird ersatzlos gestrichen.

  7. Reglement über Wahlen und Abstimmungen; Beschluss
    Rückweisungsantrag von der Synode abgelehnt. Nach Diskussion Ablehnung des Reglementes mit 87 gegen 65 Stimmen.
  8. HEKS LernWerk. Verein für Arbeit, Beratung und Bildung für Erwerbslose: Gründung.

    • Die Synode beauftragt den Kirchenrat mit grosser Mehrheit ohne Gegenstimme, die Gründung des Vereins HEKSLernwerk; Verein für Arbeit, Beratung und Bildung für Erwerbslose im Sinne der Vorlage und des beiliegenden Statutenentwurfes zu realisieren.
    • Gestützt auf § 96 Abs. 12 der Kirchenordnung beschliesst die Synode mit grosser Mehrheit ohne Gegenstimme den Beitritt zum Verein.
    • Die landeskirchlichen Beiträge an den Verein werden jeweils gemäss Synodebeschluss im Rahmen des Voranschlages durch die Zentralkasse geleistet.

  9. Kirche 2002; Bericht und Antrag zum Themenbereich „Strukturen und Mitgliedschaften“
    Die Synode bewilligt mit grosser Mehrheit ohne Gegenstimme die Einleitung der Projektphase Strukturen&Mitgliedschaften und nimmt vom geplanten Verlauf der Projektphase Kenntnis.
  10. Mündlicher Zwischenbericht des Kirchenrates zur Motion „Kirchenbote“
    Kenntnisnahme.
  11. Pensionskasse; Reglementsrevision. Mündliche Orientierung
    Kenntnisnahme.
  12. Motion Paul Klee und Mitunterzeichner; Hilfswerke-Beitrag aus der Zentralkasse
    Der Kirchenrat erklärte sich bereit, die Motion entgegen zu nehmen. Nachdem ein Antrag auf nicht Überweisung gestellt und damit gemäss § 26 Abs. 3 Geschäftsordnung Synode die Diskussion eröffnet war, beschloss die Synode mit grosser Mehrheit, die Motion zu überweisen.