Synode vom 22. November 2000


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Synode vom 22. November 2000

Das Synode-Protokoll im PDF-Format zum Download (87 KB)

Kirchenrat wieder vollständig – aber mit neuer Funktion
Der siebte Sitz im Reformierten Kirchenrat ist wieder besetzt. Die Synode hat mit 162 von 164 Stimmen Daniel Strebel aus Baden zum neuen Kirchenrat gewählt. Der 38-jährige Synodale ist Revisor bei der Finanzkontrolle des Kantons Zürich und Vater von drei Töchtern. Er wird sein Amt aber erst im Mai 2001 antreten.
Neben der Kirchenratswahl stand die Neuorganisation der landeskirchlichen Dienste im Vordergrund. Sie sieht 70 Stellenprozente für die neu einzuführenden Bereichsleitungen für die vier Arbeitsbereiche Bildung und Gesellschaft, Seelsorge, Pädagogik und Animation und Zentrale Dienste. Die Bereichsleitungen, die von den Angestellten der Landeskirche wahrgenommen wird, löst die bisherige Führung durch die ressortverantwortlichen Kirchenratsmitglieder ab.

Moderne Führungstruktur der Landeskirche

Mit der neuen Organisationsstruktur will sich der Kirchenrat auf die strategische (gesamtverantwortliche) Führung konzentrieren und sich wesentlich von operativen (handlungsorientierten) Aufgaben wie z.B. die Leitung der Dienststellen und die Führung der Angestellten des landeskirchlichen Betriebs entlasten. In der neuen Struktur werden Kompetenzen soweit nach unten wie möglich delegiert. Ausschüsse des Kirchenrates, die neuen Bereichsleitungen aber auch die Fachstellen und Zentralen Dienste bearbeiten bestimmte Aufgaben selbständig.
Die neue Organisation sieht die Schaffung von vier Bereichen vor, durch die “verwandte” Dienststellen des landeskirchlichen Betriebs zusammengefasst und gemeinsam geführt werden. Das Kirchenratspräsidium führt die Bereichsleitungen und bildet mit ihnen zusammen die Bereichsleitungskonferenz. Die einzelnen Bereichsleitungen führen ihren Bereich auf der operativen Ebene selbstständig.
Kirchenrätin Ursula Bezzola begründete die neue Organisationsstruktur des landeskirchlichen Betriebs mit grössere Effizienz, besserer Transparenz und Kommunikation nach innen und aussen und vor allem mit der Entlastung des Kirchenrates von den operativen Aufgaben. Der Kirchenrat trage aber weiterhin als Gesamtbehörde die Verantwortung für die Geschäfte der Landeskirche.
Die deutlichste Gegenstimme kam von Pfarrerin Akke Goudsmit, Windisch. Der Begriff “lean management”, der dieser neuen Führungsstruktur zugrunde liege, komme aus der Wirtschaft und entspreche nicht dem Wesen der Kirche, betonte sie. “Von den fünf Personen, die in der neuen Organisationsstruktur die effektive Leitung haben – der Kirchenratspräsident und die vier Bereichsleiterinnen bzw. -leiter – wählt die Synode nur eine Person, den Präsidenten. Der Präsident bekommt sehr viel Macht”, sagte sie. Das sei undemokratisch und widerspreche der Struktur der Reformierten Kirche. Ihr Vorschlag, dass der Kirchenrat aus seiner Mitte einen geschäftsführenden Ausschuss mit drei Mitgliedern bildet, wurde aber von der Synode abgelehnt.
Nachdem verschiedene Anträge für andere Varianten der operativen Führung keine Chance hatten, stimmte die Synode dem neuen Reglement für die Organisation der landeskirchlichen Dienste und den nötigen Anpassungen der Kirchenordnung zu.

Budget nachträglich ausgeglichen
Der Kirchenrat legte der Synode das Budget 2001 der Landeskirche mit einem um 0,1 % auf 2,5 % erhöhten Zentralkassenbeitrag der Kirchgemeinden bei einem Gesamtvolumen von Fr. 10'511'900 vor. Es wies einen Fehlbetrag von Fr. 25'000 aus, der von der Geschäftsprüfungskommission zurückgeweisen wurde. Die GPK beantragte beim TagungsZentrum Rügel Fr. 15 000 zu streichen und beim Kapitalertrag Fr. 10'000 mehr einzusetzen. Mit diesen Änderungen wurde das dann ausgeglichene Budget einstimmig verabschiedet.
Schliesslich wurde eine neue Geschäftsordnung der Synode mit etlichen Diskussionen und Korrekturen angenommen und nach mehreren Jahren Stagnation die Löhne der landeskirchlichen Angestellten wieder zu einem kleinen Teil der Teuerung angepasst. Der Kirchenrat beantwortete verschiedene Motionen und Interpellationen zum Verhältnis zwischen der Landeskirche und dem Aargauer Kirchenboten und zu der Millenniumsaktion der Aargauer Landeskirchen im Januar 2000 sowie zur Studienleitung Rügel. Neu überwiesen wurde eine Motion der Dekanate Aarau und Lenzburg zur Seelsorge in regionalen Krankenheimen und zur Aktualisierung von Begriffen in der Landeskirche.
Am Schluss der Synodesitzung verabschiedete Synodpräsidentin Franziska Zehnder den Studienleiter und die Studienleiterin des TagungsZentrums Rügel Hans-Peter und Lilly Dür-Gademann nach über zehn Jahren erfolgreicher Aufbau- und Leitungstägigkeit auf dem Rügel. Sie treten von ihrem Amt per 30. April 2001 zurück, gehen aber am 1. Januar 2001 in einen mehrmonatigen Weiterbildungsurlaub, der bis zum Ende ihrer Anstellung dauern wird.

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Synode vom 22. November 2000 in Aarau; Zusammenfassung der Beschlüsse
  1. Kirchenrat; Ersatzwahl Gewählt wurde Strebel Daniel, Synodemitglied der Kirchgemeinde Baden.
  2. Reglement über die Organisation der landeskirchlichen Dienste (Organisationsreglement; OrR)
    Die Synode stimmt den beantragten Ergänzungen der Kirchenordnung und dem Reglement, mit grossem Mehr zu. Ebenso bewilligt die Synode ein Stellenvolumen von 70 % für die Bereichsleitungen.
  3. Teuerungszulagen auf Minimalbesoldungen für Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter der Kirchgemeinden
    Die Synode stimmt der Anpassung der Minimalbesoldungen an die Teuerung um 2.5%, resp. um 1.7% für Pfarrer/innen zu. Ebenso stimmt die Synode der Festlegung des Teuerungsindex für das Jahr 2001 auf 102.8 Punkte (Basis Index 1993) zu.
  4. Teuerungszulagen auf Besoldungen landeskirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
    Die Synode stimmt der Anpassung der Besoldungen an die Teuerung um 2.5 % zu. Ebenso stimmt die Synode der Festlegung des Teuerungsindex für das Jahr 2001 auf 102.8 Punkte (Basis Index 1993) zu
  5. Voranschlag 2001
    Die Synode verlangt beim Konto 250.3100 Einsparung von CHF 15'000 (Defizit SV-Service) und beim Konto 950.4200.01 (Kapitalertrag) eine Erhöhung um CHF 10'000.-
    Dem mit diesen Änderungen ausgeglichenen Voranschlag 2001 stimmt die Synode zu.
  6. Motion der Präsidentinnen und Präsidenten der Kirchengemeinden der Dekanate Aarau und Lenzburg betreffend Seelsorge in den regionalen Krankenheime
    Der Kirchenrat nimmt die Motion entgegen.
  7. Beantwortung Motion "Zusammenarbeit Kirchenrat und Kirchenbote"
    Dem Antrag die Motion abzuschreiben, wird mit grosser Mehrheit zugestimmt.
  8. Geschäftsordnung der Synode Nr. 2.1 vom 20.11.1978; Totalrevision
    Die Synode stimmt der vorliegenden Fassung der Geschäftsordnung, unter Berücksichtigung der an der Synode beschlossenen Änderungen, zu.
  9. Interpellation Millenniumsaktion der Synodefraktion Kirche und Welt. Antwort des Kirchenrate
    Die Interpellation wird abgeschrieben.
  10. Motion Begrifflichkeit (Beat Urech)
    Der Kirchenrat nimmt die Motion als Postulat entgegen.
  11. Umsetzung Pädagogisches Handeln; mündliche Information über den Stand Kenntnisnahme
  12. Interpellation des Vorstandes der Synodefraktion "Kirche und Welt" vom 19.10.2000 betreffend Wahlkriterien für die Rügelleitung
    Antwort von Kirchenrätin Therese Wagner: Ein neues Rügelkonzept, welches auch Wahlkriterien für die Rügelleitung beinhaltet ist in der Vernehmlassung. Somit wird die Interpellation abgeschrieben.