Synode vom 17. Januar 2007


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Bericht von der konstituierenden Sitzung am 17. Januar 07 in Aarau

Die Synode der Reformierten Landeskirche Aargau trat am Mittwoch im Grossratssaal in Aarau zu ihrer konstituierenden Sitzung für die Amtsperiode 2007 – 2010 zusammen. Nach den Wahlen verschiedener Organe und Kommissionen verabschiedeten die 164 anwesenden Synodalen zwei für die Kirchgemeinden bedeutsame Finanzvorlagen, eine neue «Verordnung für den Finanzhaushalt der Kirchgemeinden» und ein revidiertes Reglement für den Finanzausgleich zwischen den Kirchgemeinden


Einmütige Wahlen und Finanzgeschäfte
Das neu gewählte Parlament der Aargauer Reformierten hat nur noch 188 statt wie bisher 201 Sitze. 12 Sitze sind noch vakant. 51 der 164 anwesenden Synodalen waren zum ersten Mal dabei und wurden am Anfang der Sitzung von Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen in Pflicht genommen. In ihrer Begrüssung betonte Bandixen das Besondere eines Kirchenparlamentes: «Kirche ist mehr als diskutieren. Auch in der Synode geht es darum, dass Gottes Wort im Zentrum steht.»

Nahezu einstimmig mit 160 von 164 Stimmen wählte die Legislative Daniel Hehl, Oberehrendingen, von der Synodefraktion «Freies Christentum» zum neuen Synodepräsidenten. Hehl ist Abteilungsleiter und Lehrmeister für Elektrotechnik und Automatik in einer Zürcher Firma für Elektrotechnik. Seit 1995 gehört er der Synode an, 2003 bis 2006 war er ihr Vizepräsident. Die Kirchgemeinde Baden wird seine Wahl zum höchsten Aargauer Reformierten in einem Gottesdienst am 21. Januar in Ehrendingen feiern. Als Vizepräsidentin wurde Silvia Kistler, Betriebswirtin aus Brugg, von der Fraktion Kirche und Welt, mit 147 von 159 Stimmen gewählt.

Anschliessend wählte die Synode die vier Mitglieder des Synodebüros, die Geschäftsprüfungskommission mit sieben Mitgliedern sowie die Schlichtungskommission mit drei Mitgliedern und zwei Ersatzmitgliedern. Die Gewählten erhielten durchwegs über 90 % der Stimmen. Ausserdem wählt die Synode vier Arbeitgebervertreter in die Verwaltungskommission der landeskirchlichen Pensionskasse. Während der Wahlen präsentierten sich die vier Synodefraktionen. Ausserdem wurde Bericht von der ersten Aargauer Jugendsynode im Oktober 2006 vorgestellt.

Nach der Mittagspause ging es um zwei Finanz-Vorlagen. Die nach 40 Jahren revidierte «Verordnung für den Finanzhaushalt der Kirchgemeinden» setzt den Gemeinden finanzielle Leitplanken für grössere Ausgaben, Abschreibungen und Geldanlagen, erweitert aber gleichzeitig auch ihre Selbständigkeit und Eigenverantwortung und sieht einen einheitlicheren Kontenplan für die Rechnungslegung vor. Auf Antrag von Daniel Hess, Auenstein, wurde die Vorlage dahingehend abgeändert, dass Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission künftig nicht mehr der Kirchgemeinde angehören müssen. Anschliessend wurde die Vorlage von der Synode einstimmig angenommen.
Ohne Änderung stimmte die Synode dem revidierten «Reglement über den Finanzausgleich» zu, das die Berechnung der Zuschüsse für Kirchgemeinden regelt, die von der Landeskirche Beiträge aus der Gemeindeausgleichskasse erhalten. Nach der Genehmigung einer Änderung des Spesenreglements stand nur noch eine Interpellation von Uwe Bauer, Hunzenschwil, auf der Tagesordnung.

Bauer reagierte auf ein Schreiben des Kirchenrates an die Kirchenpflegen vom Juni 2006, das die Anzahl und Umstände von Bewerbungen von Pfarrern und Pfarrerinnen mit ausländischem Abschluss thematisiert. Bauer monierte die «negative Beurteilung ausländischer Pfarrer und Pfarrerinnen, die in diesem Schreiben zum Ausdruck kommt» und stellte in Frage, ob die Auflagen für eine provisorische Wählbarkeit ausländischer Pfarrpersonen mit dem Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union vereinbar seien.
Kirchenrat Hans-Peter Mauch stellte in der Erläuterung der Antwort des Kirchenrates klar, dass mit dem Schreiben niemand diskriminiert werden sollte. Unterschiede in der Ausbildung der Pfarramtsbewerberinnen und –bewerber sowie unterschiedliche kulturelle und kirchliche Sozialisationen müssten aber stärker berücksichtigt werden, um Problemen in den Kirchgemeinden vorzubeugen.
Obwohl das Thema teilweise auf grosses Interesse stiess, lehnte die Synode eine weitere Diskussion über die Interpellation ab. Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen wies abschliessend darauf hin, dass der Kirchenrat das Gespräch mit den deutschen evangelischen Kirchen suche, da immer mehr deutsche Theologinnen und Theologen bei den Schweizer Reformierten Kirchen nach offenen Stellen nachfragen würden. Schweizerische Pfarrer und Pfarrerinnen würden hingegen in deutschen Kirchen nicht oder nur sehr selten zugelassen.

Die gewählten Kommissionen und Personen:
(in Klammern die erhaltenen Stimmen)

Synodebüro
Präsident: Daniel Hehl, Oberehrendingen (160, bisher Vizepräsident)
Vizepräsidentin: Silvia Kistler, Brugg (147, bisher Mitglied des Synodebüros)
Ruth Imhof-Moser, Möhlin (154, bisher)
Fritz Schärer, Glashütten/Murgenthal (156, bisher)
Heidi Schnider, Reinach AG (154, bisher)
Monika Winistörfer-Riner, Aarau, (154, neu)

Geschäftsprüfungskommission der Synode
Emil Gafner, Attelwil (159, neu)
Hans Gautschi, Burg (161, bisher)
Georg Gremlich, Untersiggenthal (161, bisher)
Pfr. Jürg Hochuli, Schöftland (161, bisher)
Heidi Sommer, Rothrist (163, bisher)
Franziska Zehnder, Küttigen (163, bisher)

Schlichtungskommission der Landeskirche
Dr. Martin Eppler, Vordemwald (163, bisher, Vorsitz)
Pfr. Christoph Bolliger, Zofingen (161, bisher)
Francine Ehrensperger, Aarau (161, bisher)
Ersatzmitglied: Beatrice Klaus, Aarau (156, bisher)
Ersatzmitglied: Urs Spörri, Bergdietikon (156, bisher)

4 Arbeitgebervertreter in der Verwaltungskommission der Pensionskasse
Paul Bhend, Ofthringen (149, bisher)
Konrad Naegeli, Kirchenrat, Birrwil, (147, bisher)
Hans Rösch, Kirchenrat, Hirschthal (144, neu)
Hans Peter Schaub, Bergdietikon (150, neu)

Traktanden und Vorlagen