Synode vom 06. Juni 2006


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Bericht von der Synode in Baden - LANG: Ja zur neuen Kirchenzeitung und zur kantonalen Seelsorge

Deutliches Ja zur neuen Kirchenzeitung «reformiert.» und zur flächendeckenden Seelsorge im Kanton
 
Die Synode der Reformierten Landeskirche Aargau hat an ihrer Sitzung am Mittwoch im Kirchgemeindehaus Baden zwei deutliche Signale gesetzt: Mit grosser Mehrheit stimmte sie als erste Herausgeberin der neuen gemeinsamen Kirchenzeitung «reformiert.» zu, die ab Juni 2008 mit einer Auflage von 700 000 Stück erscheinen soll. Einstimmig bewilligte die Synode die Entwicklung einer flächendeckenden und qualitativ hochstehenden reformierten Seelsorge in allen regionalen und kantonalen Einrichtungen im Kanton Aargau.


Kirchenrat Urs Karlen wies auf die historische Bedeutung der Entscheidung zur neuen deutschen Kirchenzeitung «reformiert.» hin. Die Aargauer Synode habe die Möglichkeit hier als erste Herausgeberschaft ein Zeichen für die gemeinsame reformierte Publikation zu setzen. Auch die Voten der Synodalen begrüssten ausdrücklich die durch die Vereinigung der Kirchenboten von Aargau, Graubünden, Zürich und dem Berner Säemann entstehende neue Zeitung. Jürg Hochuli, Schöftland wies in der Diskussion auf den einzigen Nachteil von «reformiert.» hin: Weil es nur ein Mal im Monat erscheint, müssen sich Kirchgemeinden, die jetzt zwei Mal pro Monat im 21 Mal im Jahr erscheinenden Aargauer Kirchenboten Gemeindeinformationen beilegen, umstellen. Im Übrigen ändert sich aber für die Kirchgemeinden nichts. Sie können ihre Beilagen in der neuen vierfarbigen und umfangreicheren Zeitung im grösseren Format unverändert beilegen. Michael Rahn, Erlinsbach, brachte die beiden wichtigsten Vorteile auf den Punkt: Der viel bessere optische Eindruck und dass bei «reformiert.» die Reformierten auch über die kantonalen Grenzen hinaus zusammenarbeiten können und durch die hohe Auflage der Zeitung auch in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen werden. So gab es schliesslich bei der Abstimmung nur wenige Gegenstimmen gegen das Projekt.

Reformierte Seelsorge in allen Einrichtungen im Aargau
Aufgrund einer Motion zur Seelsorge in den regionalen Krankenheimen vom November 2000 legte der Kirchenrat ein Konzept zur Entwicklung einer umfassenden fachlichen Seelsorge vor, das eine ausreichende und qualitativ hochstehende Seelsorge der reformierten Kirche in möglichst allen medizinischen und sozialen Einrichtungen im Kanton Aargau zum Ziel hat. In den über 240 Einrichtungen (Spitäler, Kliniken, Alters- und Pflegeheime, Einrichtungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen) erleben Menschen oft gravierende Ereignisse in ihrer Biographie und bleiben dabei manchmal für den Rest ihres Lebens. Von diesen Einrichtungen ist - so das Ergebnis einer umfassenden Studie des Kirchenrates - zurzeit ein Drittel seelsorgerlich genügend bis gut, ein Drittel nicht genügend und ein Drittel gar nicht abgedeckt.
Die Synode stimmte allen Anträgen des Kirchenrates einstimmig oder mit grossem Mehr zu. Die Sicherstellung einer fachliche Seelsorge soll in allen Einrichtungen durch eine regionale Organisation der Seelsorgearbeit erreicht werden nach dem Modell Seelsorgeverband, wie es an einigen Orten von Kirchgemeinden schon heute praktiziert wird. Dazu sollen vier bis sechs regionale kirchliche Verbände als Träger der Seelsorgestellen geschaffen werden, die auch für die gerechte Verteilung der Finanzierung unter den Mitgliedgemeinden sorgen. Die Landeskirche trägt in erster Linie die Verantwortung für die Qualitätssicherung und die Standards für genügende und qualifizierte Seelsorge.
Pfr. Ulrich Graf, Aarau, sah im Namen der ursprünglichen Motionärin, der Kirchgemeinde Aarau, das Anliegen der Motion gut aufgenommen und begrüsste die Förderung der Seelsorge, verbunden mit einer sachgemässen und gerechten Finanzierung. Auf Antrag von Jürg Hochuli wurden die Anträge lediglich um die Pflicht ergänzt, nach Abschluss der Umsetzung «der Synode Bericht zu erstatten».
Ohne Diskussion bewilligte die Synode eine auf drei Jahre befristete, mit 40 Stellenprozenten dotierte Projektstelle, die die Entwicklung und Etablierung der Verbände und die Erarbeitung der dazu notwendigen Regularien unterstützt. Ausserdem soll die Projektstelle verbindliche Qualitätsstandards für die Seelsorge entwickeln. Die Projektstelle kostet 65 000 Franken pro Jahr.

Wahlen in die Herausgeberkommission des Kirchenboten
Einstimmig hat die Synode die von den vier Fraktionen vorgeschlagenen und vorgestellten fünf Kandidatinnen und Kandidaten für die fünf Sitze der Synode in der zehnköpfigen neuen Herausgeberkommission des Aargauer Kirchenboten gewählt. Gewählt wurden: Paul Bhend, Oftringen, Synodaler (Evangelischen Fraktion), Personalleiter und selbstständiger Unternehmensberater; Esther Meier, Brugg, Synodale (Fraktion Kirche und Welt), Redaktorin bei einem Regionalanzeiger; Beat Peter, Aarau, Grafiker und Webdesigner und PR-Verantwortlicher der Kirchgemeinde Aarau; Ursula Walti-Werren, Staufen, Synodale (Fraktion Lebendige Kirche); kaufmännische Angestellte und Redaktorin bei einem Privatradio; Susanne Ziegler, Lenzburg, Synodale (Fraktion Lebendige Kirche), Gemeindepfarrerin und bis März 2007 redaktionelle Mitarbeiterin beim Kirchenboten. Die Herausgeberkommission wird sich im Juli konstituieren und im Lauf des Jahres die Geschäfte vom jetzigen Herausgeberverein übernehmen.

Jahresbericht und Rechnungen
Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen ging in ihrem Eintrittsvotum auf verschiedene Highlights des Jahres 2006 ein: Es war ein Jahr mit vier Synoden, unter denen besonders die Gesprächssynode zum Thema «Was sind uns Werte wert?» im Januar und die erste Jugendsynode im Oktober 06 wichtig waren. Weitere Highlights waren das Jubiläum 50 Jahre Rügel im August 06 und die Vernissage zum Aargauer Buch «Wenn Frauen Kirchen leiten» mit der weltweit ersten Präsidentin einer christlichen Kirche, Pfarrerin Silvia Michel, die 1980 in der Aargauer Landeskirche gewählt wurde.
Kirchenrat Hans Rösch stellte die Rechnung 2006 der Zentralkasse der Reformierten Landeskirche Aargau vor, die  bei einem Gesamtumfang von 11 014 078 Franken mit einem Ertragsüberschuss von 100 320 Franken abschloss. Der Aufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um knapp 2 Prozent. Die finanzielle Lage der Landeskirche sei gesund, betonte Rösch. Der Ertragsüberschuss wird zunächst dem Eigenkapital gutgeschrieben. Seine Verwendung wird an der Synode im November 07 beschlossen. Die Synode genehmigte die Rechnungen 2006 der Zentralkasse, des Tagungshauses Rügel und der Heimgärten Aarau und Brugg einstimmig.
Schliesslich beschloss die Synode den Beitritt der Landeskirche als Trägermitglied zum Verein «Suizid-Netz Aargau», eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe von Fachpersonen der Landeskirchen zusammen mit staatlichen Beauftragten zur Suizidprävention im Aargau. Das Suizid-Netz bietet Fachberatung und Schulungen sowie Informationen für Fachstellen und Pfarrämter zum Thema Suizid an.
Ausserdem überwies die Synode ein Postulat zu Jugend und Demokratie in der Kirche, das den Kirchenrat auffordert, ein Unterrichtsmittel zum Thema demokratische Strukturen in der Reformierten Landeskirche und den Kirchgemeinden bereitzustellen.
Begonnen hatte die Synode mit einem Gottesdienst in der neu renovierten reformierten Kirche Baden mit Pfarrerin Dagmar Bujack. Die Kollekte zugunsten von HEKS-Lernwerk in Windisch hat 1090 Franken ergeben.

ria / F. Worbs
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 Meldung verfasst von: ria / Frank Worbs.