Synode vom 09. Juni 2010


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Synodepräsident Daniel Hehl (2.v.li.) und Vizpräsidentin Sylvia Kistler (li.) gratulieren Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen (3.v.li.) und den weiteren Kirchenratsmitgliedern zur Wiederwahl
Foto: F. Worbs

Kirchenrat diskussionslos für die Amtsperiode 2011 – 2014 wiedergewählt

Bericht von der Synode der Reformierten Landeskirche Aargau am 9. Juni 2010 in Zofingen
 
Die Synode der Reformierten Landeskirche Aargau hat Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen und die sechs ehrenamtlichen Kirchenratsmitglieder ohne Diskussion für die neue Amtsperiode 2011 – 2014 wiedergewählt. 135 Mitglieder des Parlaments der Landeskirche tagten am Mittwoch im Stadtsaal in Zofingen. Sie bestätigten ausserdem die Mitglieder des Rekursgerichtes für die neue Amtsperiode und nahmen die Rechnungen 2009 der Landeskirche ab. Bei den Sachgeschäften stimmten sie der Umwandlung der Pensionskasse in eine Stiftung und der neuen gemeinsamen Organisation der beiden landeskirchlichen Häuser für Frauen, der Heimgärten in Aarau und Brugg, zu.


Medienmitteilung vom Mittwoch, 9. Juni 2010
Der Kirchenrat, die Exekutive der Landeskirche, setzt sich aus einer vollamtlichen Präsidentin und sechs ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen. Die Synode bestätigte Pfarrerin Claudia Bandixen als Kirchenratspräsidentin für die Amtsperiode 2011 – 2014. Wiedergewählt wurden auch alle Mitglieder: Myriam Heidelberger Kaufmann (Dossier Seelsorge), Elisabeth Känzig (Dossier Jugend und Musik), Dr. Urs Karlen (Vizepräsident, Dossier Medien und Strukturen), Pfarrer Martin Keller (Dossier Theologie und Ethik), Hans Peter Mauch (Dossier Diakonie), Hans Rösch (Dossier Finanzen). Die sieben Mitglieder sind mehrheitlich Laien, das heisst weder ordinierte Pfarrer noch Sozialdiakoninnen. Die Diskussion wurde zu keinem der sieben Kandidierenden genutzt.
Die sieben Mitglieder des Rekursgerichtes der Landeskirche wurden durchwegs mit mindestens 130 Stimmen wiedergewählt: John Christoffel (bisher Präsident), Frank Gantner, Markus Sahli, Rudolf Schmid, Jürg Vögtli (bisher Aktuar), sowie die beiden Ersatzmitglieder Anja Martina Kaufmann und Rosmarie Keller-Haller. Schliesslich wurde im Rahmen einer Ersatzwahl Hans-Peter Tschanz-Roth, Physiklehrer aus Mellingen, in die Geschäftsprüfungskommission (GPK) gewählt.
 
Rechnung 2009 mit kleinem Überschüss
Wie an der Sommersynode üblich wurden anschliessend die Rechnungen 2009 der Zentralkasse der Landeskirche, der Heimgärten Aarau und Brugg, des Tagungshauses Rügel und der Zeitung «reformiert.» Aargau beraten und genehmigt.
Die Rechnung der Zentralkasse schliesst mit einem geringen Ertragsüberschuss von 3181 Franken, obwohl die Ausgaben mit 11 390 576 Franken das Budget um fast 80 000 Franken überschritten haben. Dies sei vor allem auf unvorhergesehene Entwicklungen im Finanzsektor, genauer bei der Bewertung von Wertschriften, zurückzuführen, erklärte der für Finanzen verantwortliche Kirchenrat Hans Rösch.
 
Überraschende Motion zur Führungsstruktur der Landeskirche
Im Rahmen der Beratung des Jahresberichtes, die die Möglichkeit von spontanen, mündlichen Motionen vorsieht, sorgte die Motion von Ursula Merz, Synodale aus Gebenstorf, für Aufsehen. Sie forderte den Kirchenrat auf, «unter neutraler, sachkundiger, aussenstehender Leitung» die seit acht Jahren bestehende neue Führungsstruktur des Kirchenrates «zu evaluieren und das Ergebnis und die nächsten Schritte der Synode vorzulegen». Merz verwies darauf, dass die neue Organisationsstruktur vor acht Jahren die strategische Führung des Kirchenrates und die operative Führung der Landeskirchlichen Dienste in Aarau im Kirchenratspräsidium konzentrierte. Eine Evaluation dieser acht Jahre solle die Auswirkungen dieser konzentrierten Führung in einer Hand beurteilen.
Nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung für eine Beratung des Kirchenrates lehnte Kirchenratspräsidentin Claudia Bandixen die Motion ab, erklärt aber die Bereitschaft, das Anliegen in Form eines Postulats aufzunehmen und in zwei bis drei Jahren einen entsprechenden Bericht vorzulegen. Zurzeit seien die Landeskirchlichen Diensten mit einem Prozess zu Qualitätsmanagement genügend ausgelastet. Für die Motionärin war dieses Anliegen aber dringlich. Sie bestand auf der Form der Motion. Diese wurde von der Synode dann allerdings mit grosser Mehrheit abgelehnt – ein offensichtlicher Vertrauensbeweis für den eben erst wiedergewählten Kirchenrat.
 
Sachgeschäfte: Mitgliedschaft im Verein palliative.aargau
Die Landeskirche wird Mitglied im Verein «palliative.aargau», weil, so Daniel Hess von der GPK, die «Begleitung über Lebensschwellen», von der Geburt bis zum Sterben zu den Kernaufgaben der reformierten Kirche gehört. Ihre Erfahrungen und das grosse Engagement ihrer Freiwilligen und Seelsorgerinnen könnten und müssten die Reformierten in der interdisziplinären Zusammenarbeit in diesem Verein einbringen. Kirchenrätin Myriam Heidelberger Kaufmann wies auf die 120 Freiwilligen hin, die die reformierte Landeskirche zurzeit in Sterbebegleitung ausbildet. Die Synodalen folgten den Voten und Anträgen einstimmig.
 
Neue Rechtsform der Pensionskasse
Die Pensionskasse ist heute eine unselbständige Anstalt öffentlichen Rechts, die der Reformierten Landeskirche angegliedert ist. Diese enge Verbindung mit der Landeskirche ist rechtlich und finanziell problematisch. Zum Beispiel sind in der Synode, dem obersten Organ der Pensionskasse, die Sitze nicht paritätisch nach Arbeitgebern und Arbeitnehmern verteilt, wie es gesetzlich vorgeschrieben wäre. Die Synode hat deshalb gemäss Vorlage der Verwaltungskommission der Pensionskasse und des Kirchenrates beschlossen, die Pensionskasse in eine selbstständige und vom Arbeitgeber unabhängige Stiftung umzuwandeln. Das jetzt gültige Pensionskassenreglement wurde als Reglement für die Stiftung übernommen. Ein Stiftungsrat mit acht Mitgliedern wird künftig das oberste Organ der Pensionskasse. Er setzt sich je zur Hälfte aus Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber zusammen.
 
Neue Organisationsstruktur für die Heimgärten Aarau und Brugg
Für die beiden bisher eigenständigen Heimgärten (Häuser für Frauen mit besonderen Betreuungsbedürfnissen) in Aarau an der Konradstrasse 11 und in Brugg an der Jurastrasse 5 wird eine neue gemeinsame Organisationsstruktur geschaffen. Eine gemeinsame Betriebskommission mit je drei Vertretern bzw. Vertreterinnen der beiden Heimgärten und einem Mitglied des Kirchenrates führt zusammen mit der neuen Geschäftsleitung die beiden Heimgärten. Für die neue Geschäftsleitung hat der Kirchenrat Beat Urech ausgewählt, weil er Mitglied der Geschäftsleitung der Landeskirchlichen Dienste ist. Die Geschäftsleitung koordiniert die Heimleitungen und vertritt die Interessen der Heimgärten nach aussen, speziell im Kontakt mit Behörden. Die beiden bestehenden Heimleitungen bleiben weitgehend unverändert. Sie gehören ebenfalls zur Betriebskommission und führen weiterhin verantwortlich die Heime am jeweiligen Standort. Für die Bewohnerinnen wird sich nichts ändern.
ria / F. Worbs


Meldung verfasst von: ria / F. Worbs.