Synodevorlage PalliativeCare Nov. 12


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Palliative Care, Bildung und Begleitung – Bericht über die ersten zwei Jahre und Antrag für eine zweite Pilotphase 2013

Im November 2010 hat die Synode dem Projekt Palliative Care und Begleitung für eine Projektphase von zwei Jahren mit einem jährlichen Kostenbeitrag von 120 000 Franken zugestimmt. Damit sollte die landeskirchliche Ausbildung in Sterbebegleitung weiter entwickelt und zertifiziert werden. Zur Unterstützung und als Einsatzzentrale für die Begleitdienste sollte zudem eine Koordinationsstelle aufgebaut werden. Nach der zweijährigen Pilotphase sollte der Kirchenrat der Synode Bericht erstatten.
Dieser Bericht liegt nun vor. Zusammen mit dem Bericht beantragt der Kirchenrat der Synode eine zweite Pilotphase für das Jahr 2013 mit dem bisherigen Kostendach von 120 000 Franken. Die Synodevorlage skizziert zudem eine mögliche Weiterentwicklung zu einem «Kompetenzzentrum Palliative Care, Bildung und Begleitung» ab 2014.


Bericht über Tätigkeit in den Jahren 2011 und 2012
Im Projekt «Palliative Care und Begleitung» wurden auf drei verschiedenen Niveaus Ausbildungslehrgänge für Freiwillige und Berufsleute gemäss den Richtlinien von palliative.ch geplant und durchgeführt. Seit 2010 wurden in insgesamt 8 Lehrgängen bis November 2012 154 Personen ausgebildet. Der grösste Teil der Teilnehmenden kommt aus dem Kanton Aargau. Dazu kommen aber inzwischen vermehrt Teilnehmende aus benachbarten Kantonen.
Ende 2010 wurde das Projekt in den Bereich Bildung und Gesellschaft/Diakonie der Landeskirchlichen Dienste integriert. Damit waren die drei Freiwilligen-Dienste, Palliative Care-Begleitdienst, Besuchsdienst und «Wegbegleitung» unter einem Dach.
Wie in der Synodebotschaft versprochen, wurde auch die eduqua-Zertifizierung, ein anerkanntes Label für eine gute Weiterbildungsinstitution und die Qualität ihrer Weiterbildungsangebote, angegangen. Seit Juni 2012 ist nicht nur Palliative Care, sondern der gesamte Bildungsbereich der Reformierten Landeskirche Aargau zertifiziert.

Koordinationsstelle und Begleitgruppen
Die Koordinationsstelle ist seit 2010 voll besetzt und organisiert die Lehrgänge, Weiterbildung und Supervision und führt das Sekretariat der Projekt- und Ausbildungsleitung. Sie ist Anlaufstelle für Personen, die Palliative Care-Dienste suchen und Einsatzzentrale für die Begleitdienste in den Kirchgemeinden.
Palliative Begleitdienste konnten in acht Gemeinden bzw. Regionen aufgebaut werden (Stand 30.6.): Aarau, Brugg/Windisch, Fislisbach, Gränichen, Kölliken, Rheinfelden, Rupperswil und Schöftland. Im Rahmen von Besuchen in fast allen Kirchgemeinden wurde das Projekt noch einmal erklärt und die vor allem in der Startphase entstandenen Missverständnisse und die Abstimmung mit den Verantwortlichen der Kirchgemeinden geklärt. Jede Kirchgemeinde kann selbstständig entscheiden, ob und wann sie Aktivitäten in diesem Bereich aufbauen möchte. Heute weiss die Projektleitung, wo  Begleitdienste geleistet werden und wie sie in der Kirchgemeinde integriert sind.

Geleistete Einsätze und Kooperationen
Folgende Einsätze wurden seit 2010 im Rahmen der Praktika während der Lehrgänge und nach der Ausbildung geleistet (Stand 15.8.): 351 Personen wurden begleitet, davon 205 Frauen und 146 Männer. Im Rahmen der insgesamt 1535 Einsätze wurden 5278 Stunden geleistet. Die Leistungen der Freiwilligen entsprechen bei einem mittleren Stundenansatz von Fr. 30.- einem Wert von ca. 150 000 Franken.
Von Anfang an hat die Projektleitung den A1-Passage-Kurs zusammen mit dem Schweizerischen Roten Kreuz Aargau durchgeführt. Die Zusammenarbeit wurde inzwischen vertraglich konsolidiert. Ab 2013 wird sie auch in einer ökumenischen Zusammenarbeit geschehen. Die Römisch-Katholische Kirche im Aargau hat der Bereichsleitung Seelsorge einen Leistungsauftrag für Palliative Care erteilt.
Der Hospizverein schickt inzwischen seine neuen Begleitpersonen in die Ausbildungslehrgänge der Reformierten Landeskirche. Ausserdem wurde die gegenseitige Unterstützung in der ambulanten Begleitung in Spitzenzeiten vereinbart. Die Onko-Spitex-Mitarbeitenden und die kantonale Spitex-Leitung wurden über die Palliative Care Angebote der Landeskirche informiert.

Zweite Projektphase und Ausblick auf ein Kompetenzzentrum

Die von der Synode bewilligte Projektphase von zwei Jahren hat es erlaubt, das Projekt voranzutreiben. Die Zeit war aber noch zu kurz um für das dritte Jahr bereits Partner zu finden, die sich vertraglich an den Kosten beteiligen.
Deshalb beantragt der Kirchenrat der Synode eine zweite Pilotphase für das Jahr 2013 mit dem bisherigen Kostendach von 120 000 Franken. In dieser Zeit sollen weitere Abklärungen und erste Aufbauarbeiten für das geplante «Kompetenzzentrum Palliative Care, Bildung und Begleitung» (KPC) geleistet werden. Nach einem weiteren Entscheid der Synode im Herbst 2013 könnte das Kompetenzzentrum 2014 den Betrieb aufnehmen und ab 2016 in eine definitive, nachhaltige und zu einem grossen Teil finanziell selbsttragende Struktur überführt werden.
Die Synodevorlage skizziert das KPC als autonome Einheit der Landeskirche unter Aufsicht des Kirchenrates, das analog wie das DLZ Finanzen geführt würde. Es soll eine eigene Rechnung führen und eigenes Personal haben.
Als selbstständige Organisation könnte es nicht nur kantonal, sondern auch überregional und schweizweit arbeiten und gegen Honorar Leistungen erbringen. In dieser Organisationsform könnte das KPC besser eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton Aargau eingehen und flexibler auf einen höheren oder tieferen Arbeitsanfall reagieren.

Informationsdienst / Zusammenfassung der Synodevorlage

Synodevorlage
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