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Präambel zur neuen Kirchenordnung
Die Präambel in der neuen Kirchenordnung beschreibt mit kurzen, prägnanten Sätzen unsere Kirche und stellt sie in den grösseren Kontext der weltweiten Christenheit. Sie berücksichtigt gleichzeitig vier traditionelle Punkte, die für uns Reformierte wichtig sind:
  • Wir suchen nach Gott in der Geschichte.
  • Reformierter Glaube geht nicht über die Realität hinweg, sondern findet Gott in der Realität selbst.
  • Wir setzen uns ein für eine Gerechtigkeit, die über das Gesetzliche hinausgeht.
  • Wir stehen dafür ein, dass jeder Mensch mit einer grossen Autonomie seinen Glauben leben kann. Nicht einsam, aber selbst verantwortet.

Die Präambel will unsere Glaubensrealität erfassen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Das wäre auch gar nicht möglich. Gelebter Glauben ist immer reicher, als es jede Präambel abbilden kann. Die neue Präambel nimmt sorgfältig auf, was uns heute wichtig ist, woran wir arbeiten. Gleichzeitig benennt sie aber auch, was wir nicht verlieren dürfen – wir wollen eine christliche Kirche reformierter Tradition bleiben.

Die Synode hat am 11. November 2009 folgender neuen Präambel zugestimmt:


Das ist der tragende Grund unserer Kirche: Die allumfassende Liebe Gottes, wie sie sich in Jesus Christus offenbart. Und der Glaube an den dreieinigen Gott. Der tragende Grund der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Aargau.

Unsere Kirche ging aus der Reformation hervor und erneuert sich stets aus der Bibel im Dialog. Sie lebt und verkündet die Kraft des Evangeliums, eine Kraft, die befreit. Ihr Beten und Handeln richtet sie nach der Gegenwart Gottes aus und lädt ein zum Feiern und Lernen.

Als Teil der weltweiten christlichen Kirche bezeugt sie ihren Glauben an Jesus Christus in Verkündigung, Seelsorge und Diakonie.

Unsere Landeskirche nimmt die Fragen und Anliegen des Menschen auf und begleitet bei der Suche nach Sinn und Orientierung im Leben und im Sterben. Sie ermutigt den Menschen und bietet eine Heimat. Sie fördert Gaben und Begabungen ihrer Mitglieder und organisiert sich partnerschaftlich.

Selbstbewusst im Vertrauen auf den Heiligen Geist steht sie im Dialog mit Politik und Kultur, mit Wirtschaft und Wissenschaft, Kirchen und Religionen. Gemeinsam mit dem guten Willen aller, setzt sie sich ein für das Wunder der Schöpfung, für Gerechtigkeit und Frieden.