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Besuchsdiensttagung
Ökumenische Diakonie: Verantwortliche für Besuchsdienstarbeit aus verschiedenen Kirchen
Foto: Jürgen Heinze


Spannender Einblick in die systemisch-lösungsorientierte Beratung
Tagung der Besuchsdienste in Lenzburg

«Ich trage die Lösung in mir» lautete das Thema des kantonalen Besuchsdiensttreffens, das Ende Mai im reformierten Kirchgemeindehaus Lenzburg stattfand. Wer im Besuchsdienst tätig ist, kennt das: Oft wird man um Rat gefragt oder um Lösungen für bestimmte Probleme gebeten. Wie kann und soll man sich dann verhalten?

Die «Steuergruppe ökumenischer Besuchsdienst», bestehend aus Regula Kuhn (Caritas Aargau), Jürgen Heinze (Bildung Mobil, röm.-kath.), Verena Kuster (Erwachsenenbildnerin) und Barbara Zobrist (Fachstelle Diakonie, ref.) wollte den Mitarbeitenden in den Besuchsdiensten einen Einblick in die systemisch-lösungsorientierte Gesprächsführung verschaffen.
Das Interesse daran war grösser, als erwartet: Rund 70 Teilnehmende hörten dem Referenten Pascal Gerber zu, der in Biel als systemisch-lösungsorientierter Kurzzeittherapeut und Berater eine eigene Praxis betreibt.

«Beratung ist eine Teilaufgabe in der Begleitung von Menschen und Anregung zur Eigenaktivität» sagte Gerber. Eine wichtige Voraussetzung für eine Beratung sei, Probleme so zu akzeptieren, wie sie vom Klienten oder der Klientin präsentiert werden und selber dabei eine Haltung des Nicht-Wissens einzunehmen. «Wertschätzung und Empathie sind zentral bei dieser Haltung», so Gerber. Die Klientinnen und Klienten sollen die Möglichkeit haben, von sich erzählen zu können ohne dabei bewertet oder beurteilt zu werden. «Sie bleiben, auch wenn sie Hilfe suchen, die Expertinnen und Experten für ihr Leben». Zuhören, Denkfragen statt Lenkfragen stellen, das Gehörte zusammenfassen und positiv aufnehmen - das alles lässt, so erläuterte Gerber, beim Gegenüber das Gefühl entstehen, verstanden zu werden, ermöglicht neue Sichtweisen und gibt Mut und Kraft für Veränderung.

In der anschliessenden Fragerunde wurde noch einmal deutlich, dass es in der Begleitung von Menschen - speziell bei Beratungsgesprächen - wichtig ist, immer wieder die eigenen Kompetenzen abzuklären. Nicht die beratende Person kann Problemlösungen herbeiführen, aber Ratsuchende können durch Gespräche eigene Lösungsmöglichkeiten für sich entdecken.

Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden das Thema in vier verschiedenen Ateliers vertiefen: von «Was kann ich tun, wenn die Sprache nicht mehr trägt?» über «Lösungsorientierte Fragetechnik» und «Weiteres Gespräch mit dem Referenten» bis zum gemeinsamen «Singen».


Meldung verfasst von: Elisabeth Martinek.


Aufgeschaltet am 9. August 2010.
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