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Gruppenleiter an der Gesprächssynode in Lenzburg
Die Gruppenleiterinnen und -leiter an der Gesprächssynode im Kirchgemeindehaus Lenzburg
Foto: F. Worbs


Gesprächssynode "Ganz Mensch bis zum Tod - Positionen der Reformierten"
Am Mittwoch 24. September, 8.30 - 17 Uhr, findet im reformierten Kirchgemeindehaus in Lenzburg ein Gesprächssynode statt, die das Thema des interdisziplinären Kongresses am 12./13. September in Aarau «Ganz Mensch bis zum Tod» aufnimmt.

Die Medienberichte von der Gesprächssynode: Lange Version / kurze Version.


Nach den Inputs zur fachlichen Seite des Themas wird an der Gesprächssynode über die Fragen diskutiert, die sich eine reformierte Kirche zu diesem Thema stellen muss: Wie gehen wir als Glaubende mit dem Sterben um? Wo haben wir als Kirche Anfragen an unsere Zeit, an die heutigen technischen Möglichkeiten im Gesundheitswesen und beim Sterbeprozess?
Die Gesprächssynode ist öffentlich: Synodale, Gäste sowie Interessierte dürfen gleichberechtigt daran teilnehmen. Es werden keine verbindlichen Beschlüsse gefasst aber richtungweisende Diskussionen geführt.

Programm der Gesprächssynode
Die Vorbereitungsgruppe mit Claudia Bandixen, Daniel Hehl, Myriam Heidelberger Kaufmann, Christina Soland und Franziska Zehnder hat folgendes Programm für die Gesprächssynode zusammengestellt:
8. 30 h Begrüssung und Grussworte
8.45 h Einleitung: Ausschnitte aus dem Dokumentarfilm «segnen – trösten – begleiten», 3 Inputs zum Thema: «Sterben. Was bedeutet das für mich?»
10.45 h 1. Gruppenarbeit
12.30 h  Mittagessen im Kirchgemeindehaus

13.45 h  Weiterarbeit am Thema, 1. Kommentar von Prof. Dr. Georg Schmid
14.15 h  2. Gruppenarbeit
15.45 h Plenum, 2. Kommentar von Prof. Dr. Georg Schmid
16.30 h Andacht
16.50 h  Schlusswort des Synodepräsidenten
17 h Ende der Gesprächssynode
Als Tagesgast wird uns der Theologe und Religionswissenschafter Prof. Dr. Georg Schmid, der auch am Kongress am 13. September als Referent mitwirkt, mit seinen Beobachtungen und Kommentaren durch den Tag begleiten.

Zur Gesprächssynode «Ganz Mensch bis zum Tod»
Im Mittelalter galt die «ars bene moriendi», die «Kunst des guten Sterbens» viel. Wer etwas auf sich hielt, hat sich seine letzten Worte schon als junger Mensch zurecht gelegt. Man starb im Kreis der Familie und Freunde. Allein sterben müssen galt als Fluch. Auch heute sterben zu viele Menschen allein. Aber es gilt nicht mehr als Fluch, sondern wird ganz einfach als Tatsache akzeptiert.
Im Gegensatz zur mittelalterlichen Gepflogenheiten der «ars bene moriendi», redet man heute kaum vom Tod und noch weniger vom eigenen Tod. Die meisten hoffen, schnell und überraschend sterben zu können. Anders als in früheren Zeiten fürchten wir uns nicht vor einem plötzlichen Tod, sondern vor dem langsamen Sterben und davor, völlig abhängig und hilflos zu werden. Hilflosigkeit wird im Volksmund oft mit dem Verlust von Menschenwürde gleich gesetzt.
Weil die Phase des Sterbens durch die heutigen medizinischen Möglichkeiten massiv verlängert werden kann, rufen die Einen nach Regeln, wie die medizinische Versorgung beschränkt werden könne, wenn das Leben «menschenunwürdig» werde, denn es gehe um viel Geld. Andere sind unentschieden, fragend. Was ist denn Menschenwürde? Haben Menschen keine Würde mehr, wenn sie hilflos werden? Ist Geld so viel wichtiger als der Mensch?
Der Tod wird heute nicht mehr als ein punktuelles, körperliches Ereignis verstanden, sondern als Prozess: eine Körperfunktion nach der anderen stellt ihren Dienst ein. Irgendwann ist kein eigenständiges körperliches Leben mehr möglich. Aber durch die unterstützenden medizinischen Apparate sind die Grenzen auch hier relativ geworden. Wann sind genug Funktionen ausgefallen, damit der Tod festgestellt werden kann? Wie weit kann der Wunsch des Betroffenen oder der Angehörigen dabei berücksichtigt werden, das Leben so lang wie möglich zu erhalten oder schnell zu sterben?
Wie gehen wir als Christinnen und Christen damit um, dass wir alle sterben müssen? Was bedeutet es, dass wir auch im Sterben zu Gott gehören? Das komplexe und heikle Thema «Sterben», wird in unserer Landeskirche in zwei Schritten behandelt.
Am 12./13. September werden im interdisziplinären Fachkongress «Ganz Mensch bis zum Tod» in Aarau bekannte Spezialisten aus Psychologie, Medizin, Theologie, Recht und Politik zum Thema sprechen und diskutieren und am 24. September sind die Synodalen und weitere Interessierte zum gleichen Thema zur Gesprächssynode in Lenzburg eingeladen.
Es ist wichtig, dass wir als Kirche nicht nur Sterbende treu und professionell begleiten. Wir müssen uns auch darum kümmern, welche Werte nicht aufgegeben werden dürfen, um auch heute noch eine minimale «ars bene moriendi», ein Sterben im Angesicht Gottes und der Menschen, pflegen zu können.
Claudia Bandixen, Kirchenratspräsidentin
 



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Zur Vorbereitung werden zwei Artikel empfohlen:
Die Stellungnahme des SEK zur aktuellen Debatte um «Dignitas» in Deutschland: «Selbstbestimmt Leben - und Sterben?» (PDF-Datei herunterladen, 37 Kb, 5 Seiten)
Interview mit Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf in der Zeitschrift Beobachter zum Problem des «Sterbetourismus»: «Es gibt keine ideale Sterbehilfe» (PDF-Datei herunterladen, 21 Kb, 2 Seiten).

Die Medienberichte von der Gesprächssynode finden Sie hier: Lange Version / kurze Version.

Weitere Informationen und Unterlagen:
Ref. Landeskirche Aargau, Monika Dätwyler, Augustin-Keller-Strasse 1, 5001 Aarau, monika.daetwyler@ref-aargau.ch, Tel. 062 838 09 64, Fax 062 838 00 29.