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Arbeitsgruppe am Infoabend zur Regionenbildung
Arbeitsgruppe am Informationsabend zur Regionenbildung der Regionalen Seelsorge im September 2009
Foto: Mirjam Stutz


Regionale Seelsorge 2011 – Dialogabende zur Regionenbildung
Der Synodebeschluss vom Juni 2007 zum Projekt «Seelsorgeentwicklung» sieht vor, dass die aufsuchende Seelsorge in allen Institutionen sichergestellt wird. Dazu wurde vorgesehen, Regionen zu bilden, welche die seelsorgerliche Verantwortung für die Menschen, die in Institutionen leben, übernehmen. Diese Koordination der Seelsorge kann sie auch nach aussen sichtbarer machen. Weil die Seelsorge, die zu den Kernkompetenzen der reformierten Kirche gehört, im Aargau auf viele Minipensen aufgeteilt ist, ist sie oft kaum sichtbar und wird öffentlich zu wenig wahrgenommen.

Im ersten Schritt wurden in der zuständigen Kommission Kriterien entwickelt, welche Institutionen regional eingeteilt werden. Alle andern Institutionen werden in einem nächsten Schritt angeschaut.

An drei Dialogabenden im September wurden in Bremgarten, Frick und Zofingen zwei Varianten – eine mit acht und eine mit vier Regionen – vorgestellt. Hauptkriterium war ein ausgewogenes Verhältnis unter den Regionen bezüglich des Aufwandes für Seelsorge in den Institutionen und bezüglich der Anzahl Reformierter, die in dieser Region wohnen. Alle Institutionen in der Kategorie Alters- und Pflegeheime, die mehr als hundert Betten haben, sowie alle Regionalspitäler und ein regionaler Anteil in den beiden Kantonsspitäler wurden in die Betrachtung miteinbezogen.
Mehr als die Hälfte aller Kirchgemeinden beteiligte sich an den Dialogabenden am Gespräch. Im ersten Workshop ging es um die beiden Grössen-Varianten für die Regionen, um Vor- oder Nachteile der verschiedenen räumlichen Einteilungen. Im zweiten Teil übten die Teilnehmenden in einem Rollenspiel die erste, fiktive Sitzung einer neu gebildteten Region. Dabei kamen bereits die für Kirchgemeinden wichtigen Fragen zur Sprache: Welche Konsequenzen hat eine Regionalisierung der Seelsorge für unsere eigene Pfarrerin oder Pfarrer? Wer ist zuständig für die Klientel in einer Institution?

Auswertung
Die Teilnehmenden formulierten an den Dialogabenden viele grundlegende und praktische Anliegen. Es zeigte sich, dass für die Umsetzung des Synodebeschlusses in den Kirchgemeinden noch einige Überzeugungsarbeit geleistet werden muss. Der Mehrwert einer Regionalisierung wird prinzipiell darin gesehen, dass die Gemeinden und Pfarrämter wissen, dass für ihre Gemeindeglieder professionell gesorgt wird und dass längere Anreisen wegfallen. Kleine Teams haben den Vorteil, dass sie einen persönlichen Bezug zu den Institutionen herstellen können.
Einig waren sich alle, dass die Zahl der betagten Menschen in Pflegeheime und Altersheimen zunehmen wird und dass u.a. längerfristig mehr Finanzen für diese Seelsorge zur Verfügung gestellt werden müssen.

Seelsorgerliche und finanzielle Aspekte
Bezüglich der Organisation innerhalb einer Region stellte sich die grundsätzliche Frage: Wer ist seelsorgerlich für eine bestimmte Person in einer Institution zuständig? Das Gemeindepfarramt des Wohnortes, das in der Regel auch für die Abdankung und Trauerbegleitung zuständig ist? Denn Menschen in einem Pflege- oder Altersheim behalten normalerweise die Zugehörigkeit zu ihrer ursprünglichen Wohngemeinde und damit auch zur Kirchgemeinde. Oder wird die Seelsorge den Pfarrpersonen einer Institution mit allen Konsequenzen anvertraut? Und sind die Gemeindeglieder auch bereit, eine neue seelsorgerlich Beziehung am neuen Ort aufzubauen?

Finanziell soll die Umverteilung der Stellen kostenneutral bewerkstelligt und die Lasten fair verteilt werden. Fair kann dabei durchaus heissen, dass finanzstarke Gemeinden die finanzschwachen unterstützen. Finanzielle Erwägungen sollen aber nicht die allein ausschlaggebend für die Überlegungen sein. Umgekehrt standen aber auch Bedenken im Raum, dass sich für einzelne Kirchgemeinden eine finanzielle Mehrbelastung ergeben könnte.

Wie gross sollen die Regionen sein?
Ausgangspunkt für die Regionenbildung waren die Standorte der Institutionen. Ziel ist eine faire Verteilung der Lasten. In der Variante B mit vier Regionen hat jede Region im Verhältnis zu ihren reformierten Gemeindemitgliedern gleich viel Aufwand zu leisten. Diese Variante wäre eine faire Lösung für alle und wurde an den Abenden bevorzugt. Acht Regionen haben demgegenüber den Vorteil, dass der Raum und die Anzahl Kirchgemeinden überschaubar bleiben. Diese Variante entspricht mehr einem Gefühl der Zugehörigkeit und die Regionen sind übersichtlicher.

Wiederholt wurde der Bezug zu den sechs Dekanaten hergestellt und gefragt, warum man nicht analog zu den Dekanaten sechs Regionen bilde oder dass die drei Regionen in der Variante B mehr oder weniger den Dekanaten entsprechen würden.
Diese Deckungsgleichheit hat den Vorteil, dass man sich in den Dekanaten schon kennt und damit die Zusammenarbeit einfacher wird. Die Variante mit den Dekanaten wurde bisher jedoch nicht in die Vernehmlassung einbezogen, da nicht ein historisch gewachsener Raum oder bestehende Strukturen, sondern funktionale Überlegungen im Vordergrund standen. Sogar der Wunsch nach «einer Region» wurde mehrfach genannt, doch dieses Anliegen wurde von der Synode im Juni 07 explizit verworfen.

Wie geht es weiter?
Im Oktober findet via Internet eine Befragung der Kirchgemeinden statt. Auf der Grundlage dieser Umfrage wird eine erste Pilotregion bestimmt. Diese Pilotregion hat die volle Unterstützung der Projektleitung beim Aufbau der regionalen Seelsorge und der nötigen Strukturen.

Unter vielen Kirchgemeinden existieren bereits Absprachen und Vereinbarungen. Diese sollen transparent und verbindlich gemacht werden. Seelsorge in der reformierten Kirche soll und darf für die Institutionen und die Gesellschaft sichtbarer werden.

Kornelia Baumberger, Projektleitung









Regionen Variante A
(pdf, 420 KB)
Regionen Variante B
(pdf, 407 KB)

Präsentation Vorstellung der Varianten A und B
(Powerpoint, 2.6 MB)
--> als pdf, 950 KB (ohne Handnotizen)

Präsentation Dialogabende
(Powerpoint, 468 KB)
--> als pdf, 87 KB
(ohne Handnotizen)
Anregungen aus den Workshops
(pdf, 80 KB)