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Kirchgemeinden bereit für die Seelsorge der Zukunft
In der Reformierten Landeskirche Aargau wird seit mehreren Jahren der Begriff «Regionale Seelsorge» verwendet. Er steht für ein quantitatives und qualitatives Mindest-Angebot an aufsuchender Seelsorge in Institutionen im Kanton Aargau. Dabei handelt es sich um zahlreiche Kliniken, Heime und Spitäler, wo Frauen und Männer darauf angewiesen sind, von Seelsorgenden aufgesucht zu werden.
Seelsorge ist ein wesentlicher Bestandteil des Auftrags der Kirchgemeinden. Vor allem ältere und kranke Menschen fragen intensiv nach dem Sinn und Inhalt ihres Lebens. Und Menschen am Lebensende fragen nach dem wohin und wie weiter. Und ihre Zahl wird stark zunehmen. Die Pflegeheimkonzeption des Kantons Aargau von 2009 geht davon aus, dass im Jahr 2025 ca. 8000 Frauen und Männer im Kanton Aargau in Heimen leben werden. Der Kanton plant deshalb den Bau von zusätzlichen Pflegeinstitutionen. Aufgrund der Platznot in den Agglomerationen ist damit zu rechnen, dass auch Standorte in weniger bevölkerten Gegenden gesucht werden. Die Betreuung von grossen Pflegeinstitutionen mit mehr als 100 Bewohnerinnen und Bewohnern ist jedoch für eine kleinere Kirchgemeinde finanziell und personell schlichtweg unmöglich.
Die regionale Seelsorge fasst mehrere Kirchgemeinden in einer Region zusammen, die gemeinsam mit der Kantonalkirche die Seelsorge in regionalen und grösseren Institutionen als Team verantworten. Dazu gehört, dass sich die Kirchgemeinden zu definierten Qualitätsstandards der in der regionalen Seelsorge verpflichten und eine oder mehrere Personen mit der Seelsorge in den regionalen Institutionen beauftragen. Die Kantonalkirche unterstützt die regionale Seelsorge finanziell, damit die Kosten nicht ausschliesslich von den Gemeinden zu tragen sind. Die Gemeinden behalten weiterhin die Verantwortung für diesen Bereich der Seelsorge, werden aber zusätzlich von der Kantonalkirche finanziell, rechtlich und organisatorisch unterstützt.
Die regionale Seelsorge könnte ein Modell sein, das unsere Kirchgemeinden in einem Arbeitsgebiet fit für die Zukunft macht. Damit sie sich auf die Veränderungen, die auf sie zukommen, gelassen einlassen können.



Meldung verfasst von: Myriam Heidelberger Kaufmann, Kirchenrätin Dossier Seelsorge.


Aufgeschaltet am 9. November 2010.
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