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Partnerschaftliche Gemeindeleitung

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Partnerschaftliche Gemeindeleitung (PGL) besagt, dass die ehrenamtlichen Mitglieder der Kirchenpflege und die gewählten ordinierten Dienste gemeinsam die Kirchgemeinde leiten und gemeinsam für sie die Verantwortung tragen. Dieser Führungsleitsatz ist in § 45 der Kirchenordnung festgehalten: «Die Kirchenpflege sorgt in Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere mit den Pfarrerinnen und Pfarrern sowie den Sozialdiakoninnen und Sozialdiakonen für den Aufbau der Kirchgemeinde.»

Die partnerschaftliche Gemeindeleitung gründet auf dem biblischen Anspruch, den Paulus für die christliche Gemeinde in Korinth formuliert hat, nämlich dass eine Gemeinde wie ein Leib funktionieren soll: es gibt wohl viele Glieder mit ganz verschiedenen Aufgaben, aber keines ist wichtiger als das andere, sie entfalten ihre Möglichkeiten im harmonischen Zusammenspiel (1. Korinther 12,12ff.). Aber sie ist ein anspruchsvolles Modell, denn Ehrenamt und ordinierter Dienst unterscheiden sich wesentlich: Freiwilligkeit und Entlöhnung, persönliches Engagement und Professionalität sowie unterschiedliche Wissensstände und Glaubensweisen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerfunktionen reiben sich aneinander.

Die partnerschaftliche Gemeindeleitung lebt aus den folgenden Grundsätzen:

Die gewählten ordinierten Dienste haben vollumfängliches Stimmrecht in der Kirchenpflege.

Die ehrenamtlichen Mitglieder müssen die Mehrheit bilden in der Kirchenpflege (§ 46 Abs. 3 Kirchenordnung). Ist diese Bedingung nicht erfüllt, müssen entweder zusätzliche ehrenamtliche Mitglieder gewählt oder die Mitgliedschaft der ordinierten Dienste durch das Delegationsprinzip beschränkt werden.

Auch nicht gewählten ordinierten Diensten und denjenigen, die wegen des Delegationsprinzips nicht Mitglied der Kirchenpflege sind, ist Einsicht in die Sitzungsunterlagen zu gewähren und sie haben das Antragsrecht (§ 44 Abs. 2 Kirchenordnung). Die Kirchenpflege kann sie auch mit beratender Stimme zu ihren Sitzungen einladen (§ 48 Abs. 4 Kirchenordnung).

Die gemeinsame Leitung und Verantwortung betrifft nicht nur die Kirchenpflege selbst, sondern auch ihre Ausschüsse, Kommissionen und Arbeitsgruppen. In den wichtigen unter ihnen sollen die ordinierten Dienste angemessen vertreten sein.

Besondere Beachtung ist der Ausstandspflicht zu schenken. Bei Entscheidungen, von denen die ordinierten Mitarbeitenden persönlich betroffen sind, müssen sie in den Ausstand.

Nur die ehrenamtlichen Mitglieder der Kirchenpflege üben die Aufsicht über die Verwaltungspflichten der ordinierten Dienste aus. Tagt die Kirchenpflege als Aufsichtsorgan, müssen sich alle ordinierten Dienste in den Ausstand begeben (§ 8 Abs. 2 DLD). Verwaltungspflichten betreffen Regelungen, die in der Anstellungsverfügung, im Funktionsbeschrieb und im Pfarramts- und Wohnungsvertrag festgehalten sind.

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Rechtliche Grundlagen

 

 

 

§ 44 Abs. 1 Ziff. 11 und Abs. 2 sowie § 46 und 48 Kirchenordnung

§ 8 DLD

 

Die Landeskirche versteht sich als lernende Organisation. Sie ist auf Rückmeldungen aus den Kirchgemeinden angewiesen. Bitte melden Sie uns fehlerhafte oder veraltete Einträge oder Wünsche für Ergänzungen und Erweiterungen an gemeindeberatung@ref-aargau.ch.