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Verordnung zum Weiterbildungsreglement für die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (VWBR)

 

vom 15. Mai 2001

 

 

Der Kirchenrat der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Aargau,

gestützt auf § 108 Abs. 1 Ziff. 3 Kirchenordnung, das Weiterbildungsreglement für die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, § 32 Abs. 2 DLD und § 38 DLM,

beschliesst:

 

1.Allgemeine Bestimmungen

 

§ 1

Weiterbildung/ Zusatzausbildung

1        Weiterbildung dient der Verbesserung der beruflichen Qualifikation und Kompetenz. Dazu gehört alles, was früher unter Fort- und Weiterbildung verstanden wurde.

2        Eine Zusatzausbildung verhilft zu neuen Qualifikationen und dient einer beruflichen Spezialisierung oder Neuausrichtung.

 

§ 2

Zustimmung des Arbeitgebers

Bei der Planung und Wahl von Weiterbildungen oder Zusatzausbildungen müssen die Wünsche und Erwartungen an die Verbesserung der beruflichen Kompetenz und Qualifikation vonseiten der anstellenden oder vorgesetzten Behörde berücksichtigt werden. Die Bewilligung einer Weiterbildung oder Zusatzausbildung kann davon abhängig gemacht werden.

 

§ 3

Supervision oder Mentorat während der Weiterbildung

1        Zur Projektierung, Durchführung und Evaluation einer Weiterbildung oder Zusatzausbildung von mindestens sechs Wochen gehört die Begleitung durch eine Supervisorin bzw. einen Supervisor, eine Mentorin bzw. einen Mentor oder eine Kursleitung. Die Begleitung dient der Überprüfung der Ziele der Weiterbildung und ihrer Erfüllung sowie der Qualitätskontrolle im Sinne des Personalmanagements.

2        Die Begleitung reflektiert alle drei bis vier Wochen die Weiterbildung mit der Bezügerin oder dem Bezüger der Weiterbildung.

3        Die vom Kirchenrat mit der Behandlung der Weiterbildungsgesuche beauftragte Stelle steht für Beratung zur Verfügung.

 

§ 4

Verfall des Anspruchs auf Weiterbildung/ Kumulation

1        Nicht bezogene Weiterbildung verfällt und kann nicht nachträglich eingefordert werden. Hingegen kann die lange Weiterbildung auch später als im neunten Dienstjahr geltend gemacht werden.

2        Lange Weiterbildungen können nicht miteinander kumuliert werden.

3        In einem neunjährigen Zyklus kann kurze Weiterbildung einmal kumuliert werden auf maximal sechs Wochen.

 

§ 5

Schluss-bericht

1        Zu einem Schlussbericht gehören mindestens:

1.ein Überblick über die Weiterbildungszeit mit einer Beschreibung und Qualifizierung der Weiterbildungsteile (Kurse, Seminare, Studienzeit, inkl. Zeiten der Reflexion, etc.);
2.eine Zusammenfassung der dienstlichen Standortbestimmung (auf Wunsch wird dieser Teil nur vom Beauftragten für Weiterbildungsangelegenheiten eingesehen und anschliessend retourniert);
3.sofern Produkte wie qualifizierte Arbeiten integraler Teil der Weiterbildung sind, Überarbeitung bis zur genügenden Qualifizierung durch die begleitende Fachperson.

2        Schlussberichte, Resultate und Produkte von lang dauernden Weiterbildungen (wie qualifizierte Arbeiten) können als ungenügend zurückgewiesen werden mit der Aufforderung, sie auch nach Abschluss der Weiterbildung zu verbessern oder zu ergänzen.

 

§ 6

Finanzielle Beiträge der Zentralkasse an lange Weiterbildung

1        Bei lang dauernden Weiterbildungen oder Zusatzausbildungen leistet die Zentralkasse einen Beitrag von höchstens Fr. 9'000.00 an die Weiterbildungskosten (Teilzeitstellen anteilmässig, zum Beispiel Fr. 4'500.00 bei einer 50%-Stelle).

2        Die Berechnung des Anspruchs bei lang dauernden Weiterbildungen richtet sich nach dem durchschnittlichen Anstellungsgrad der vorangehenden acht Dienstjahre.

 

§ 7

Rückerstattungspflicht

1        Verlässt jemand nach der lang dauernden WB den kirchlichen Dienst ganz oder wechselt er in den Dienst einer anderen Landeskirche, besteht eine Rückerstattungspflicht für die an die WB geleisteten Beiträge.

2        Die Rückerstattungspflicht gilt pro rata temporis während drei Jahren nach Abschluss der lang dauernden WB.

3        Die Rückerstattungspflicht gemäss Absatz 2 halbiert sich bei einem Wechsel zu einer Mitgliedkirche des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes.

4        Hat jemand eine lang dauernde WB in Anspruch genommen und verlässt den Dienst in der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Aargau vor Ablauf des 9-Jahres-Zyklus, besteht auch für die Lohnkosten der Weiterbildungszeit eine Rückerstattungspflicht pro rata temporis.

(Beispiel: Vorbezug der lang dauernden WB im 8. Jahr, verlassen des Dienstes am Ende des 8. Dienstjahres im Aargau. Es besteht damit eine Rückerstattungspflicht von einem Neuntel der Lohnkosten für die Weiterbildungszeit).

5        Auf begründetes Gesuch hin kann der Kirchenrat von der Rückerstattungspflicht absehen, insbesondere bei Krankheit, Invalidität, Mutterschaft oder definitiver Aufgabe der Erwerbstätigkeit.

 

2.Bestimmungen zu Supervision und Coaching

 

§ 8

Supervision und

Coaching

Supervision ist Reflexion der eigenen beruflichen Tätigkeit in einer professionellen Beratung. Coaching bedeutet Anleitung bei der Arbeit oder Praxisbegleitung bei der Erarbeitung praktischer beruflicher Kompetenzen („training on the job“).

 

§ 9

Supervision oder Coaching in Konflikt-situationen

Supervisionen oder Coachings gemäss § 20 Weiterbildungsreglement werden von der Zentralkasse bis zu maximal acht Sitzungen zu zwei Stunden subventioniert.

 

3.Bestimmungen für die landeskirchlichen Dienste

 

§ 10

Entscheid der vorgesetzten Stelle

Ziel, Inhalt und Umfang der Weiterbildung müssen mit der vorgesetzten Stelle besprochen und von ihr bewilligt werden. Die Verantwortung für Inhalt und Erfüllung der Weiterbildung sowie für das Einhalten der reglementarischen Vorgaben liegt bei der vorgesetzten Stelle.

 

Budgetierung und Abrechnung

§ 11

Weiterbildungen werden bereichsintern budgetiert und abgerechnet.

 

§ 12

Höhe des Beitrags

Die Zentralkasse unterstützt kurze Weiterbildungen mit einem Betrag von durchschnittlich höchstens Fr. 1'500.00 pro Jahr, wobei der Beitrag auf vorgängigen Antrag höchstens über drei Jahre summiert werden kann.

 

§ 13

Aufgehoben.

 

§ 14

Aufgehoben.

 

§ 15

Aufgehoben.

 

4.Inkrafttreten

 

§ 16

Inkrafttreten

1        Diese Verordnung tritt am 01. Januar 2002 in Kraft.

2        Die Änderungen für die landeskirchlichen Dienste (§§ 10-12) und § 6 beschloss der Kirchenrat an seiner Sitzung vom 15. November 2007 und setzte sie für §§ 10-12 am 01. Januar 2008 in Kraft, die Anpassung von § 6 Abs. 1 tritt am 01. Januar 2009 in Kraft.

3        Durch Beschlussfassung des Kirchenrats vom 13. November 2014 geänderte Bestimmungen treten am 01. Januar 2015 in Kraft.