Sylvia-Michel-Preis zur Förderung der Leitungsfunktionen von Frauen in Kirchen

Die Reformierte Landeskirche Aargau und die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen WGRK haben einen internationalen Preis zur Förderung der Führungspositionen von Frauen in reformierten Kirchen überall auf der Welt geschaffen. Der Sylvia-Michel-Preis in Höhe von 5000 US-Dollar wird alle zwei Jahre durch die (Vize-)Präsidentinnen der Reformierten Kirchen der Schweiz (PanKS) in Zusammenarbeit mit der WGRK verliehen. Gestiftet wurde er bis 2020 durch die Reformierte Landeskirche Aargau.

Der Name des Sylvia-Michel-Preises erinnert an die Aargauer Pfarrerin Sylvia Michel, die 1980 zur Präsidentin der Reformierten Landeskirche Aargau gewählt wurde. Sie war die erste Frau in Europa, die Präsidentin einer kirchlichen Exekutive war.

Die Schweizer reformierten Kirchen sind inzwischen weltweit führend in der Gleichstellung von Frauen in der kirchlichen Leitung. Weil die Hälfte der Schweizer Kirchen bereits von Frauen geführt wurden oder werden, wollen sie dieses Anliegen an die 214 Kirchen des Reformieren Weltbunds mit 75 Millionen Christinnen und Christen in 107 Ländern weitergeben. Der Sylvia-Michel-Preis soll Frauen in anderen Ländern und Kirchen fördern und zum Leitungsamt ermutigen.

Preisträgerinnen

Der Preis wurde bisher sechs Mal, 2009, 2011, 2013, 2015, 2018 und 2020 verliehen (siehe Medienmitteilung unten). Der 6. Sylvia-Michel-Preis zur Förderung von Frauen in der Kirche ging an Cecilia Castillo Nanjari aus Chile (siehe Bericht unten). Die Theologin und Juristin Cecilia Castillo Nanjari setzt sich in Chile seit mehr als 30 Jahren gegen häusliche Gewalt und für wirtschaftliche Gerechtigkeit als grundlegende Elemente für die Menschenwürde der Frau ein. Der Preis wurde am 8. März 2020 in Zug übergeben.

  • 2009: Esther Mombo und Dorcas Chebet Wamalwa, Forschungsprojekt zur Frauenordination in Kenia.
  • 2011: Agnes Lisulo Mulemwa, Ausbildung von Frauen in Sambia.
  • 2013: Hee Soo Kang und Nan Hee Lee, Koreanische Theologinnenverband (Korean Association of Women Theologians, KAWT, Stärkung der Frauen in den Kirchen Koreas.
  • 2015: Pfarrerin Yvette Rabemila und Pfarrerin Dr. Brigitte Rabarijaona, Gleichstellung von Frau und Mann in der protestantischen Kirche Madagaskars.
  • 2018: Dr. theol. Mery Kolimon, Präsidentin der Evangelischen Kirche von Timor in Indonesien. Die Pfarrerin setzt sich für Opfer von Menschenrechtsverletzungen ein und kämpft in Indonesien gegen die Diskriminierung von Frauen. Aufbau von Netzwerken für Frauen in Indonesien.
  • 2020: Cecilia Castillo Nanjari, Theologin und Juristin aus Chile. Einsatz gegen häusliche Gewalt und für wirtschaftliche Gerechtigkeit als grundlegende Elemente für die Menschenwürde von Frauen.

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