Medienmitteilung Programm zur Prävention von Grenzverletzungen und sexuellen Übergriffen gestartet


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Präventionskurs in Lenzburg am 21. Februar 2019
Einer der Schulungskurse für kirchliche Angestellte zur Prävention von Grenzverletzungen und sexuelle Übergriffen, am 21. Februar 2019 in Lenzburg
Foto: Frank Worbs

Reformierte Landeskirche setzt umfangreiches Programm zum Schutz vor sexuellen Übergriffen um

Medienmitteilung vom 22. Februar 2019

Seit Anfang 2019 setzt die Reformierte Landeskirche Aargau ein Programm um, das die Präventionsarbeit zu Grenzverletzungen und sexuellen Übergriffen in der Kirche deutlich verstärkt. Dazu gehören drei neue Massnahmen: Alle angestellten kirchlichen Mitarbeitenden, die mit Kindern, Jugendlichen und Personen in Abhängigkeitsverhältnissen zu tun haben, müssen obligatorische Schulungen absolvieren und alle vier Jahre einen Sonderprivatauszug einreichen. Über 300 kirchliche Angestellte werden bis Mitte März geschult. Bei der Wahl bzw. Anstellung im Pfarramt und in der Sozialdiakonie ist ein Strafregisterauszug Pflicht. Alle Angestellten und auch freiwillige und ehrenamtliche Mitarbeitende in diesem Tätigkeitsbereich werden durch einen Verhaltenskodex für die Thematik sensibilisiert und müssen eine Verpflichtungserklärung unterzeichnen.


In der kirchlichen Arbeit kommt es zu vielen Situationen, in denen die bewusste Gestaltung von Nähe und Distanz zentral ist, sei es in der Seelsorge, in Lagern und Weekends und generell bei Angeboten für Kinder und Jugendliche. Da mit den früheren freiwilligen Schulungen nur ein beschränkter Kreis von kirchlichen Mitarbeitenden erreicht werden konnte, hat die Synode im Juni 2018 beschlossen, dass alle angestellten kirchlichen Mitarbeitenden, die mit Kindern, Jugendlichen und Personen in Abhängigkeitsverhältnissen zu tun haben, eine ganztägige obligatorische Schulung und alle vier Jahre einen Aufbaukurs durchlaufen müssen. In den Schulungen, die von der Fachstelle Limita durchgeführt werden, geht es einerseits um Risikosituationen im kirchlichen Alltag und präventive Massnahmen, andererseits um Opfersituationen und Täterstrategien und um das korrekte Verhalten bei Verdacht und konkreten Vorwürfen. Seit Anfang Januar 2019 wurden in vier Kursen bereits 265 kirchliche Angestellte geschult. Nach dem vorerst letzten Kurs am 7. März werden voraussichtlich 309 kirchliche Mitarbeitende, 186 Frauen und 123 Männer in der Reformierten Landeskirche, in diesem Themenbereich sensibilisiert und geschult sein.

Auch freiwillige und ehrenamtliche Mitarbeitende, die mit Kindern und Jugendlichen und Personen in Abhängigkeitsverhältnissen zu tun haben, sollen für die Thematik sensibilisiert werden. Dazu wird ein Verhaltenskodex zu den in den Schulungen besprochenen Situationen erarbeitet und eine Verpflichtungserklärung, die von den betreffenden Mitarbeitenden unterzeichnet werden muss.

Ausserdem müssen alle Mitarbeitenden, die mit Kindern und Jugendlichen Kontakt haben, seit Anfang 2019 einen Sonderprivatauszug vorlegen, der ein allfälliges Tätigkeitsverbot oder ein Kontakt- und Rayonverbot zum Schutz von Minderjährigen oder anderen schutzbedürftigen Personen ausweist. Dieser muss alle vier Jahre erneuert werden. Bei der Bewerbung bzw. vor der Wahl müssen Pfarrerinnen und Pfarrern und Sozialdiakonen und Sozialdiakoninnen einen Strafregisterauszug vorlegen.



Aufgeschaltet am 22. Februar 2019
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Medienecho
Der BLICK nimmt das Thema am 23.2. im Zusammenhang mit der Diskussion über homosexuelle Priester in der katholischen Kirche auf. Er lässt einen homosexuellen reformierten Pfarrer zu Wort kommen und verweist als positiv Beispiel auf das Präventionsprogramm der Reformierten im Aargau mit den obligatorischen Schulungen gegen Grenzverletzungen und sexuelle Übergriffe: Artikel und Video (Interview mit Mediensprecher Frank Worbs) auf blick.ch
Das Regionaljournal SRF Aargau-Solothurn berichtet am 25.2. mit einem Interview mit Christoph Weber-Berg: Zur Radiosendung.
Interview mit Frank Worbs am 26.2. auf Radio 32: Zur Radiosendung.
Bericht in der Aargauer Zeitung am 26. Februar.
Blick online vom 28. Februar.
Bericht der Reformierten Medien am 1. März.