Sylvia-Michel-Preis in Zug verliehen - Reformierte Landeskirche Aargau


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Panks - Silvia Michel Preisübergabe 2020
Reformierte Kirche Zug


Sylvia-Michel-Preis in Zug verliehen

Die Gerechtigkeit wird kommen

Ein festlicher Gottesdienst in der reformierten Kirche Zug am internationalen Frauentag am 8. März bot den Rahmen zur Verleihung des Sylvia-Michel-Preises an die Theologin und Juristin Cecilia Castillo Nanjari aus Chile. Den Preis verleiht die Vereinigung der Präsidentinnen und Vizepräsidentinnen der Reformierten Landeskirchen der Schweiz (PanKS) alle zwei Jahre zur Stärkung von Frauen in der Kirche.


Sichtlich bewegt steht sie vor der Festgemeinde und beginnt zu singen. Cecilia Castillo Nanjari aus Chile bedankt sich mit dem Lied «Gracias al la vida, que me ha dado tanto / Danke für das Leben, das mir so viel gegeben hat» für die Auszeichnung, die sie gerade erhalten hat – den Sylvia-Michel-Preis. Zuvor hatte Josefina Hurtado von mission 21 die Laudatio gehalten und die Aargauer Kirchenrätin Regula Wegmann die Urkunde für den von der Reformierten Landeskirche Aargau gestifteten und mit 5000 US-Dollar dotierten Preis überreicht.

Jahrelanges Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Gleichstellung von Frauen
Für die Theologin und Juristin Cecilia Castillo Nanjari, der nach der Scheidung das Pfarramt aberkannt wurde, sind dieser internationale Preis und die öffentliche Anerkennung enorm wichtig. Sie ist sicher, dass er in ihrem Land wahrgenommen und Wirkung erzielen wird. Mit dem Preis wird ihr jahrelanges Engagement für Gerechtigkeit gewürdigt. Neben dem Einsatz gegen häusliche Gewalt hat sie sich für die wirtschaftliche Gleichstellung als grundlegendes Menschenrecht von Frauen eingesetzt. Als Mitglied der Koordinationskommission für Lateinamerika und die Karibik hat sie einen wesentlichen Beitrag zur kirchlichen Friedensarbeit geleistet. Sie hat Strategien für Gerechtigkeit in Wirtschafts- und Genderfragen erarbeitet, Bildungsprojekte für Bauernbewegungen und für die indigene Bevölkerung entwickelt und Netzwerke zur Förderung von Frauen in Peru, Bolivien, Costa Rica und Chile aufgebaut. Auch in der öffentlichen Politik setzt sich Castillo Nanjari für die Gleichberechtigung von Frauen ein. Im Grusswort dankte Regula Wegmann im Namen der Reformierten Landeskirche Aargau der Preisträgerin für ihr mutiges und starkes Engagement. Bis heute, so Regula Wegmann, braucht es die Förderung von Frauen, müssen kulturelle und strukturelle Bedingungen geschaffen werden, damit Frauen die gleichen Chancen erhalten, ihre Gaben zu entwickeln und zu nutzen. Dazu brauche es Vorbilder wie Sylvia Michel, die als erste Frau eine Kirche in Europa leitete, und Cecilia Castillo Nanjari, sowie Projekte, wie die von der Jury für den Sylvia-Michel-Preis ausgewählten.

Zahl der Frauen in kirchlichen Führungspositionen in der Schweiz zurückgegangen
Alle zwei Jahre verleiht die Jury den Preis an Frauen, die sich für die Rechte von Frauen in der Kirche und die Förderung von Frauen in Führungspositionen der Kirche einsetzen. Dieses Anliegen wird mit den 214 Kirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen geteilt, bleibt aber auch für die Schweiz wichtig, wo die Zahl der Frauen in kirchlichen Führungspositionen in der jüngsten Vergangenheit zurückgegangen ist.
Die Preisverleihung in der reformierten Kirche in Zug war eingebettet in einen festlichen Gottesdienst am internationalen Frauentag. Frauen aus unterschiedlichen Zusammenhängen brachten das Ringen um Gleichberechtigung von Frauen zur Sprache. Theologinnen und Frauen aus Kirchenleitungen, Frauen, die selbst seit Jahren, in Kirchen und Gremien tätig sind. Sie ermutigten zum Durchhalten, zu Mut und zur Hartnäckigkeit, um Veränderungen herbeizuführen. In diesem Sinne beendete die Theologin Monika Hirt ihre Rede mit den hoffnungsvollen Worten: «Die Gerechtigkeit wird kommen. In der Zwischenzeit kämpfen wir unerschrocken weiter!»

Kerstin Bonk



Aufgeschaltet am 26. April 2020
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