Reformierte Kirche ordiniert zwei Pfarrerinnen und fünf Sozialdiakoninnen für den Dienst in der Kirche. Die feierliche Ordination für das Pfarramt und das Sozialdiakonische Amt gehört zu den Höhepunkten im Jahreslauf der Reformierten Landeskirche Aargau.

Mit der Energie, die von Herzen kommt

Veröffentlicht am 16. August 2021

Medienmitteilung – Einmal im Jahr ordiniert die Kirche in einem gemeinsamen Gottesdienst die Frauen und Männer, die ihre theoretische und praktische Ausbildung abgeschlossen haben – in diesem Jahr zum ersten Mal nur Frauen. Am Sonntag ordinierten Christoph Weber-Berg und Beat Maurer zwei Pfarrerinnen und fünf Sozialdiakoninnen zum Dienst in der Aargauer Kirche. Die neu gewählte Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, EKS, Rita Famos, und Vertreterinnen der Berufsverbände richteten Grussworte aus.

Kirchenratspräsident Pfarrer Christoph Weber-Berg und Kirchenrat Beat Maurer stellten in ihrer zweiteiligen Predigt das Wort Jesu aus dem Lukasevangelium «Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!» (Lukas 6,36) in den Mittelpunkt. Weber-Berg erklärte den etwas aus der Mode gekommenen Begriff Barmherzigkeit als eine «Energie, die uns befähigt, zu anderen und zu uns selbst grosszügig zu sein». Wie der Begriff sagt, kommt sie «von Herzen». Sie ist nicht Voraussetzung für die Barmherzigkeit Gottes, sondern folgt auf Gottes Wirken, «weil Gott uns liebt, bevor wir lieben können».

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Legende zum Gruppenfoto: An der Ordinationsfeier der Reformierten Landeskirche Aargau in Aarau beteiligt: Vord. Reihe: Die fünf Sozialdiakoninnen (v.li.) Karin Grösser, Tabea Haldimann, Daniela Hallauer, Verena Müller, und Simona Rüegger, die beiden Pfarrerinnen (v. re.) Silja Irina Keller und Saskia Urech sowie die Kirchenratsmitglieder Christoph Weber-Berg (Mi. mit Talar) und Beat Maurer (Mi.), hint. Reihe (v. li.): die Vertretungen der Kirchgemeinden und weitere Mitwirkende: Christine Friderich, Christian Härtli, Jan Karnitz, Marianne Meier, Philipp Roth, Regula Stern, Rita Famos, Dörte Gebhard, Susanne Vögeli, Catherine Berger. Reformierte Landeskirche Aargau / Werner Rolli

Sozialdiakon Beat Maurer machte sich über die Praxis der Barmherzigkeit Gedanken: «Wer sich einem Menschen gegenüber barmherzig zeigt, der nimmt sich Zeit und wendet sich ihm zu - nicht mit der Frage, was bringt es mir, sondern, ohne dass ich selbst etwas erwarte.» Er betonte aber auch, dass Barmherzigkeit nicht nur im Umgang mit anderen Menschen, sondern auch mit sich selbst wichtig sei. Wer sich für andere Menschen einsetze, dürfe sich «im Lindern der Not anderer nicht selbst überfordern». Die Ordinierten müssten in ihrer Arbeit auch «auf ihre eigenen Grenzen achten». Der barmherzige Umgang mit sich selbst zeige sich auch im Umgang mit Fehlern, «wenn wir nach einem Fehler wieder aufstehen und weiter machen können».

Feierliche Ordinationshandlung

Zur feierlichen Ordinationshandlung versammelten sich alle Beteiligten im vorderen Teil der Kirche. Auf die Versammlung der anderen im Gottesdienst anwesenden Ordinierten musste auch in diesem Jahr aufgrund der Pandemieregeln leider verzichtet werden.
Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg ordinierte als Pfarrerinnen nach dem erfolgreichen zweiten Examen Silja Irina Keller und Saskia Urech. Silja Irina Keller hat das Vikariat in der Kirchgemeinde Kleinbasel (BS) absolviert und geht nun als Pfarrerin in die Zürcher Kirchgemeinde Fehraltorf. Saskia Urech hat ihr Vikariat in der Kirchgemeinde Schinznach-Dorf absolviert und wird in der Kirchgemeinde Aarau Pfarrerin.

Kirchenrat Beat Maurer, Sozialdiakon, ordiniert als Sozialdiakoninnen fünf Frauen: Karin Grösser, die als Diakoniebeauftragte in den Landeskirchlichen Diensten in Aarau arbeitet, Tabea Haldimann aus der Kirchgemeinde Kulm, Daniela Hallauer, Kirchgemeinde Erlinsbach, Verena Müller, Kirchgemeinde Meisterschwanden-Fahrwangen, und Simona Rüegger, Kirchgemeinde Zofingen. Die Sozialdiakoninnen bleiben nach den Ordinationen in den Kirchgemeinden oder Tätigkeiten, in denen sie bisher angestellt waren.

Die Pfarrer bzw. Ausbildungsverantwortlichen oder Vertreterinnen der Ausbildungsgemeinden gaben den sieben Ordinierten Bibel- und Segensworte mit auf den Weg. Anschliessend richtete die im November 2020 neu gewählte Präsidentin des Rats der EKS, Pfrn. Rita Famos, ein Grusswort an die die Ordinierten und schenkte ihnen Kerzen für ihre Büros und ihre persönliche Andacht. Sie freute sich, dass die sieben Frauen mit Begeisterung und Herzblut an ihre Arbeit gehen wollten, wie in den von ihnen selbst verfassten Portraits spürbar werde. Sie seien ein Gewinn für die Kirche, nicht nur für den Aargau und ihre Kirchgemeinde, sondern auch für die schweizweite Gemeinschaft der Kirchen.
Pfarrerin Dörte Gebhard begrüsste die neuen Kolleginnen mit Milch und Honig im Namen des Vorstands des Pfarrkapitels, und Susanne Vögeli hiess die Sozialdiakoninnen im Namen des Vorstands des Diakonatskapitels mit Sonnenblumen willkommen.
Die Basler Vokalsolisten umrahmten die Feier musikalisch unter Leitung von Dieter Wagner, der auch an der Orgel sass.

Quellen
ria / F. Worbs

Für weitere Auskünfte:
der Informationsbeauftragte Frank Worbs: Tel. 062 838 00 18 (079 444 97 82)


Fotos von der Ordination auf dem neuen Flickr Account der Landeskirche