«Vertrauensvoll Neues wagen»: Beauftragung von sieben Katechetinnen

Veröffentlicht am 28. Januar 2026

«Siehe, ich mache alles neu.» Die Jahreslosung 2026 aus dem Buch der Offenbarung des Johannes (21,5) war Leitsatz durch die zehnte Beauftragungsfeier der Reformierten Landeskirche am 18. Januar. Feierlich beauftragt wurden die Katechetinnen Melanie Hörnlen, Mirjana Künzler, Jennifer Lanz, Jasmin Matter, Natascha Neuhaus, Jael Tomamichel und Monika Weiss Brunner.

Kat 4
Beauftragt wurden die Katechetinnen (vordere Reihe von links): Mirjana Künzler, Monika Weiss Brunner, Jasmin Matter, Jennifer Lanz, Natascha Neuhaus, Melanie Hörnlen und Jael Tomamichel. Carmen Frei

«Als Katechetin möchte ich den Kindern vermitteln, dass sie jeden Tag von neuem beginnen können, dass sie getragen und geschätzt werden», antwortet Jennifer Lanz auf die Frage, was die Jahreslosung bei ihr auslöse. Früher war sie Kirchenpflegerin der Reformierten Kirchgemeinde Bremgarten Mutschellen. Mittlerweile ist sie dort als Katechetin tätig. «Sie macht richtig coole Sachen», lobt Tochter Anna, die sie zum Anlass begleitet, den Religionsunterricht ihrer Mutter. 

«Mami blüht auf», bestätigt Mira das Engagement ihrer Mutter Natascha Neuhaus. Die Katholikin fühlte sich schon länger wohl im Umfeld der Reformierten Kirche Mellingen Rohrdorf Fislisbach und half verschiedentlich mit. Just als sie während der Pandemie in ihrem angestammten Beruf als Sportartikelverkäuferin nicht arbeiten durfte, wurde sie von Sozialdiakonin Christine Buschor auf die Aufgabe als Katechetin angesprochen. «Es ist spannend zu erleben, wie die Kinder Gott sehen und sie auf ihrem Weg zu begleiten.» 

Für Mirjana Künzler gaben die intensiven Erlebnisse rund um die Frühgeburt ihres Sohnes den entscheidenden Impuls hin zu ihrem Wirken als Katechetin. «Ich spürte, dass ich den Glauben nicht nur meinem Sohn weitergeben möchte, sondern einer grösseren Gruppe.» Die Katechetin sprüht vor Tatkraft und erzählt gleich von «Kaleidoskop-Family». Das ist ein generationenübergreifender Kindergottesdienst, den sie am Vortag zur Beauftragungsfeier erstmals an ihrem Arbeitsort, der Reformierten Kirche Kirchberg mitgestaltet hat. «Der Erfolg bestätigt mir, dass es sich immer wieder lohnt, Neues zu wagen.»

Bei Kirchberg, beziehungsweise einem Ausschnitt aus einem Glasfenster der dortigen Kirche, setzte auch die Predigt von Pfarrer Stephan Degen-Ballmer im Rahmen der eingängigen Beauftragungsfeier in der Stadtkirche Aarau an. Der Bildausschnitt zeigt die noch junge Heilige Familie begleitet von einem Engel. Der Fachstellenleiter Pädagogisches Handeln der Landeskirche betonte, dass es am Anfang einer jeden neuen Lebensaufgabe Vertrauen und Hoffnung brauche. Dazu zitierte er unter anderem Jimmy Wales, den Gründer von Wikipedia, aus dessen Buch «Trust». «Laut Jimmy Wales basiert Vertrauen auf drei Punkten: Authentizität, Empathie und Logik. Authentisch ist ein Mensch, wenn sein Denken, sein Reden und sein Handeln übereinstimmen. Empathisch ist ein Mensch, wenn ihm andere Menschen wichtig sind, er auf sie hört und sich um ihr Wohlergehen sorgt. Der dritte Punkt, die Logik besagt, dass wer ein Versprechen einhalten will, es nicht bei der guten Absicht belassen darf, sondern ins Handeln kommen muss.»

Für Jasmin Matter, die in den Kirchgemeinden des Schenkenbergertals arbeitet, heisst das auch, im Religionsunterricht zeitgemäss zu handeln. «Ich singe gerne poppige Lieder oder arbeite eher mit dem Beamer statt mit dem Bilderbuch. Eine Idee, die durchaus gut ankommt, sind auch Gebetsrunden mit den Kindern.» 

Beim Apéro im Anschluss an die Beauftragungsfeier geht es nochmals um die Frage, was die Jahreslosung bei einem selbst auslöst.  Monika Weiss Brunner, Katechetin in der Reformierten Kirchgemeinde Meisterschwanden-Fahrwangen: «In unserer Ausbildung war die Selbstreflexion zentral. Dieses sich stete Hinterfragen war zwar anstrengend, brachte mir aber neue Erkenntnisse und mich weiter.» 

Melanie Hörnlen, die erst seit dreieinhalb Jahren in der Schweiz lebt, ist Neuanfänge gewohnt. «Ich habe erfahren, dass das Neue oft anders ist, als ich es mir wünsche. Doch ich vertraue auf das gute Neue Gottes.»

Schön auf den Punkt bringt es schliesslich Jael Tomamichel. Sie ist bereits seit zwei Jahren Katechetin in Erlinsbach und erklärt: «Ich bete dafür, dass wir stets aufs Neue von Gott überrascht werden.»
 

Ihre Ansprechpersonen

  • Stephan Degen-Ballmer
    • Stephan Degen-Ballmer
      • Pfarrer
      • Dr. theol.
      • Leitung Fachstelle Pädagogisches Handeln und Fachstelle Erwachsenenbildung
      • Leiter evangelischer Theologiekurs
      • Mitglied der Studiengangkommission CAS Interkulturelle Theologie und Migration
    • zum Profil
  • Pfeiffer Simon
    • Simon Pfeiffer
      • Pfarrer
      • Fachstelle Pädagogisches Handeln
      • Mitarbeiter Fachbereich Religionspädagogik
      • Islambeauftragter
    • zum Profil