«Wie im Himmel, so im Aargau»: Aufbruchstimmung und Gemeinschaft am Aargauer Kirchenfest

Veröffentlicht am 16. September 2025

Medienmitteilung – Unter dem Motto «Wie im Himmel, so im Aargau» feierte die Reformierte Kirche Aargau am 13. und 14. September 2025 auf dem Gelände der Pferderennbahn Schachen Aarau. Mehr als 2600 Besuchende erlebten Attraktionen für die Jüngsten, Podiumsdiskussionen für Bildungshungrige, eine Talentbühne für Nachwuchstalente, Bühnenshows für die Jugend, gemeinsames Singen für Chöre, 50 Stände auf einem bunten und interaktiven Markt der Möglichkeiten und fünf Gottesdienste für verschiedene Zielgruppen.

Das Aargauer Kirchenfest startete am Samstag, 13. September, mit einer «Kirche Kunterbunt» – einem interaktiven Gottesdienstformat für Familien und Kinder: Mehr als 100 Gäste kamen dafür schon morgens 10 Uhr auf das Festgelände und strömten nachher auf die Spielbahn, Hüpfkirche, den Verkehrsgarten oder zu einem der anderen 50 Stände und Attraktionen auf dem Markt der Möglichkeiten. Diese Vielfalt an Angeboten war nur dank zahlreicher Beiträge aus den Kirchgemeinden möglich: 28 Kirchgemeinden waren mit Herzblut dabei und zeigten Beispiele von innovativen Formaten aus ihrem Gemeindeleben. Daneben präsentierten 18 Partnerinstitutionen, wie z.B. HEKS, Mission 21 oder benevol, ihr Angebot und luden zu Austausch, Diskussion und Spielen ein. 14 Firmen unterstützten das Fest durch Sponsoringbeiträge. Im Laufe der zwei Tage besuchten mehr als 2600 Personen das Fest.

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Kirche Kunterbunt am Aargauer Kirchenfest Felix Wey

Ein Fest zum Kirchenreformprozess

Mit dem Aargauer Kirchenfest feiert die Reformierte Kirche Aargau das gemeinsame Unterwegssein im Kirchenreformprozess, der 2021 angestossen wurde und der bis 2030 abgeschlossen sein soll. So sagte Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg bei der Eröffnung des Fests «Wir feiern, dass wir gemeinsam unterwegs sind, dass wir gemeinsam Kirche sind, als unterschiedliche Kirchgemeinden mit unterschiedlichen Frömmigkeitsstilen aus allen Regionen des Kantons. Die Reform der Kirche soll nicht nur Arbeit an Strukturen sein, sondern auch die Botschaft der Kirche und des Evangeliums erlebbar machen: Gemeinschaft, Freude, Solidarität und Nächstenliebe.»

Bühnenshows und Nachwuchsförderung

Auf der Hauptbühne traten – unterstützt durch einen Beitrag vom Swisslos-Fonds – Aargauer Künstlerinnen und Künstler auf. Viele von ihnen hatten erste Bühnenerfahrung im Rahmen von kirchlichen Veranstaltungen gesammelt. Diese Gelegenheit bot auch das Kirchenfest: Auf einer Talentbühne traten sechs Jugendliche auf – mit unterschiedlichen Beiträgen, wie Hackbrett-Musik, Fussball-Jonglage, Gesang, Rap oder Stand-Up-Comedy – und freuten sich über das Preisgeld, welches von Vitabella Rügel gesponsert wurde.

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Preisübergabe bei der Talentbühne am Aargauer Kirchenfest Felix Wey

Podiumsdiskussion und Grussworte

Auf der Nebenbühne standen inhaltliche Formate im Zentrum: Mehr als 300 Personen verfolgten die Podiumsdiskussion zum Thema «Christliche Werte in der Gesellschaft». Martina Bircher, Vorsteherin Departement Bildung, Kultur und Sport BKS, Beat Schläfli, CEO der Psychiatrischen Dienste Aargau AG (PDAG), Claudia Rohrer, Rechtsanwältin, Stadträtin in Rheinfelden und Grossrätin, Stephan Feldhaus, langjähriges Vorstandsmitglied bei Roche, heute Priester der Christkatholischen Kirche, sowie Silja Burch, Kunsthistorikerin, Mitglied der Geschäftsleitung des Aargauer Kunsthaus, diskutierten, wie in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt und gegenseitiges Vertrauen unter Druck stehen, christliche Werte unser Zusammenleben prägen und gelebt werden können.

Grussworte wurden von Martina Bircher, Vorsteherin des Departements BKS, Pascal M. Gregor, Kirchenratspräsident der Römisch-Katholischen Kirche im Aargau, sowie Rita Famos, Präsidentin der Evangelisch-Reformierten Kirche Schweiz überbracht. Rita Famos sagte: «Dieses Fest auf der Pferderennbahn ist mehr als ein Bild. Es ist eine Verheissung. Wir sind gemeinsam unterwegs. Wir laufen nicht als Konkurrentinnen, sondern im Team. Und der Preis wartet nicht am Ende auf einen Sieger, sondern wir werden alle schon während des Laufes belohnt: Wir spüren unsere Lebendigkeit, unsere Bewegung. Wir erfahren gerade in der Veränderung, die Kirche, die lebendig bleibt, eine Gemeinschaft, die trägt, ein Glaube, der Hoffnung schenkt.»

Podiumsdiskussion am Aargauer Kirchenfest
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Podiumsdiskussion (v.l.): Stephan Degen-Ballmer (Moderation), Claudia Rohrer, Stephan Feldhaus, Martina Bircher, Beat Schläfli und Silja Burch. Felix Wey

Stimmen von Gross und Klein und aus dem ganzen Kanton

Die Stimmen der Festbesucherinnen und -besucher aus allen Altersstufen und aus allen Regionen des Kantons Aargau wurden in einem Podcast eingefangen. Pfarrer Michael Wiesmann, Initiator des KonfCast, interviewte an seinem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten zahlreiche Gäste, stellte so sein vom Innovationsfonds gefördertes Projekt KonfCast vor und fragte unter anderem, wo himmlische Orte im Aargau zu finden sind.

KonfCast Special mit Stimmen der Besucherinnen und Besucher zum Kirchenfest
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KonfCast Special am Kirchenfest: Michale Wiesmann (links) interviewt Johannes Thut Felix Wey

Theologische Vielfalt: Erlebbar am Diskutierstand und in fünf Gottesdiensten

Welche theologische Vielfalt unter dem Dach der Reformierten Kirche Aargau Platz hat und welche theologischen Themen die Menschen in der Landeskirche bewegen, zeigte sich am Stand «Theologie heute: gemeinsam diskutieren»: Pfarrpersonen machten Diskussionsangebote zu Themen wie Versöhnung, Glaubwürdigkeit der Bibel, dem Kerngeschäft der Kirche oder der theologischen Bedeutung der Kirchenmitgliedschaft und zeichneten ihre Gedanken in einem Podcast auf. 

Aufzeichnung des Stands «Theologie heute: gemeinsam diskutieren»

Auch in den fünf verschiedenen Gottesdiensten zeigte sich: Einheit ist trotz – oder gerade in – Vielfalt möglich. Insgesamt 1300 Personen besuchten die Gottesdienste, die alle zum selben Bibeltext – der Verklärung Jesu – gestaltet wurden, sich aber in der Form und der musikalischen Begleitung deutlich unterschieden. Ein klassischer Gottesdienst mit Orgelbegleitung in der Stadtkirche lockte ein traditionsbewusstes, zumeist eher älteres Publikum an. Meditativ Interessierte in allen Altersstufen genossen auf Yoga-Matten am Boden liegend oder sitzend eine spirituelle Feier mit Kakao. Wanderfreudige und Naturbegeisterte gingen in Stille einen gemeinsamen Pilgerweg auf der Aare-Insel und feierten den Gottesdienst unterwegs. Auf grossen Anklang bei einem altersmässig durchmischten Publikum stiess auch der Schlagergottesdienst. Das jüngste und auch zahlreichste Publikum versammelte sich vor der Hauptbühne zum Worship-Gottesdienst. Die Gottesdienste zeigen, dass die Reformierte Kirche Aargau trotz verschiedener theologischer Schwerpunkte und trotz unterschiedlicher musikalischer Vorlieben als Gemeinschaft unterwegs ist.

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Pfarrerin Corinne Dobler (rechts) bei der spirituelle Feier mit Kakao Felix Wey

Vielfalt und frischer Wind

Frischer musikalischer Wind weht auch im Song «Worship in Our Hearts», der von David «daFoo» Bhend extra für das Kirchenfest komponiert, sowie gemeinsam mit Jugendlichen der Kirchgemeinde Oftringen eingespielt wurde und nun auf allen Streaming-Apps zur Verfügung steht. Zum Abschluss des Fests wurde der Song aufgeführt. Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg stand gemeinsam mit der Band auf der Bühne, sang mit und zeigte damit: Kirche befindet sich im Aufbruch und gemeinsam entsteht Neues. Er sagte beim Schlusswort des Fests: «Es ist uns gelungen, die grosse Vielfalt des Lebens in unseren Kirchgemeinden und unseren Partnerorganisationen zu zeigen. Es ist uns gelungen, alle Generationen anzusprechen. Es ist uns gelungen, kirchliche Gemeinschaft in ihrer bunten und lebendigen Vielfalt erlebbar zu machen.» Und: «Ich bin müde, dankbar, überwältigt und danke allen, die zu diesem unvergesslichen Wochenende beigetragen haben.» 

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Schlusswort von Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg Felix Wey