Verordnung zum Dienst- und Lohnreglement für die
ordinierten Dienste (VDLD)

 

vom 11. August 2016 (Stand 01. Januar 2017)

 

 

Der Kirchenrat der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Aargau,

gestützt auf § 108 Abs. 1 Ziff. 3 Kirchenordnung[1], § 36a Dienst- und Lohnreglement für die ordinierten Dienste[2] und § 4 Abs. 5 Verordnung für den Dienst der Laienpredigerin und des Laienpredigers[3],

beschliesst:

 

I.          Grundsatz

§ 1

Gegenstand und Zweck

1    Die Verordnung enthält ergänzende Bestimmungen des Dienst- und Lohnreglements für die ordinierten Dienste (DLD)[4].

2    Die Bestimmungen dienen dazu, eine einheitliche Praxis zu gewährleisten.

3    Vorbehalten bleiben abweichende und ergänzende Regelungen in anderen Erlassen.

§ 2

Geltungs­bereich

Die Verordnung regelt die Entschädigungen für pfarramtliche Stellvertretungen und stellvertretende pfarramtliche Einzeldienste.

II.        Entschädigungen

§ 3

Organisation der Stellvertretungen

1    Gottesdienst- und Amtswochenvertretungen werden in Kirchgemeinden mit mehreren Pfarrämtern intern oder bei Einzelpfarrämtern regional nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit geregelt. Wo dies nicht möglich ist, sind Stellvertretungen zu entschädigen (§ 50 DLD[5]).

2    Der Kirchenrat stellt zuhanden der Kirchenpflegen die Wählbarkeit von stellvertretenden Pfarrerinnen und Pfarrern und die Zulassung von Theologinnen und Theologen zur stellvertretenden Ausübung von einzelnen pfarramtlichen Diensten fest (§ 108 Abs. 1 Ziff. 7 KO[6]). Davon ausgenommen sind gewählte Pfarrerinnen und Pfarrer im Amt einer Kirchgemeinde der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Aargau.

§ 4

Arten von Stellvertretungen

1    Pfarramtliche Stellvertretungen, für die eine Anstellung eines stellvertretenden Pfarrers oder einer stellvertretenden Pfarrerin erfolgt, werden nach Stellenprozenten gemäss Lohntabelle des DLD[7] entschädigt.

2    Pfarrerinnen und Pfarrer, die nach Erreichen der Altersgrenze das Dienstverhältnis als Stellvertreterin oder Stellvertreter gemäss § 14 Abs. 3 DLD[8] befristet weiterführen, werden nach Stellenprozenten gemäss Lohntabelle des DLD[9] entschädigt.

3    Stellvertretende Einzeldienste durch Pfarrerinnen und Pfarrer, Theologinnen und Theologen gemäss § 74 KO[10] sowie Laienpredigerinnen und Laienprediger gemäss Verordnung über den Dienst der Laienpredigerin und des Laienpredigers[11] werden gemäss den Ansätzen von § 5 dieser Verordnung entschädigt.

4    Stellvertretungen durch pfarramtliche Praktikantinnen (Vikarinnen) oder Praktikanten (Vikare) gemäss § 46a DLD[12] sind in der Ausbildungsentschädigung des Konkordats enthalten und werden nicht separat entschädigt.

§ 5

Entschädigungen für stellvertretende Einzeldienste

1    Für stellvertretende Einzeldienste werden mindestens folgende Entschädigungen ausgerichtet:

Gottesdienst aller Art (inkl. Abendmahl)

     Fr.   260.00

Zweiter Gottesdienst am selben Tag in derselben Kirchgemeinde

     Fr.   120.00

Gottesdienst mit Taufe oder Kindersegnung (inkl. Gespräche)

     Fr.   320.00

Abdankung (inkl. Beisetzung vor oder nach der Abdankung und Gespräche)

     Fr.   320.00

Trauung (inkl. Gespräche)

     Fr.   380.00

Gottesdienstliche Feier zu besonderen Lebenssituationen und Lebensübergängen (inkl. Gespräche)

     Fr.   380.00

Stille Beisetzung ohne vorangehenden oder nachfolgenden Gottesdienst (inkl. Gespräche)

     Fr.   150.00

Andacht in Heim oder Spital

     Fr.   130.00

Amtswoche (Bereitschaftsdienst) pro Tag (zuzüglich Amtshandlungen)

     Fr.     40.00

Seelsorgegespräch in der Amtswoche

     Fr.     60.00

2    Der Kirchenrat empfiehlt entsprechend § 34 Abs. 3 DLD[13], die Mindestentschädigungen höchstens um 20 % zu überschreiten.

3    Die Fahrspesen richten sich nach § 6 Reglement über Entschädigungen und Spesen (Spesenreglement)[14].

III.       Schlussbestimmungen

§ 6

Inkrafttreten

1    Diese Verordnung tritt am 01. Januar 2017 in Kraft.

2    Der Kirchenrat hebt das Kreisschreiben Nr. 253/5 vom 12. Oktober 2005 zu Entschädigungen für Einzelvertretungen auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verordnung auf. Das Kreisschreiben wird durch diese Verordnung ersetzt.



[1]   SRLA 151.100.

[2]   SRLA 371.300.

[3]   SRLA 372.100.

[4]   SRLA 371.300.

[5]   SRLA 371.300.

[6]   SRLA 151.100.

[7]   SRLA 371.300.

[8]   SRLA 371.300.

[9]   SRLA 371.300.

[10]  SRLA 151.100.

[11]  SRLA 372.100.

[12]  SRLA 371.300.

[13]  SRLA 371.300.

[14]  SRLA 232.700.