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Verordnung zum Dienst- und Lohnreglement für nicht ordinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinden des Kantons Aargau (VDLM)

vom 23. Juni 2016 (Stand 01. Januar 2020)

Der Kirchenrat der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Aargau,

gestützt auf § 108 Abs. 1 Ziff. 3 Kirchenordnung1 und §§ 9 Abs. 2, 35 Abs. 4-5 und den Anhang des Dienst- und Lohnreglements für nicht ordinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinden des Kantons Aargau (DLM)2,

beschliesst:

I.Grundsatz

§ 1

Gegenstand und Zweck

1Die Verordnung enthält ergänzende Bestimmungen des Dienst- und Lohnreglements für nicht ordinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinden des Kantons Aargau (DLM)3.

2Die Bestimmungen dienen dazu, eine einheitliche Praxis zu gewährleisten.

3Vorbehalten bleiben abweichende und ergänzende Regelungen in anderen Erlassen.

§ 2

Geltungsbereich

1Die Verordnung regelt die im Zusammenhang mit der Umrechnung von Unterrichtslektionen und des in anderen Lehr- und Lernformen von Katechetinnen und Katecheten erteilten Unterrichts in Arbeitsstunden notwendigen Ausführungsbestimmungen.

2Die Verordnung regelt zudem die Aufgaben der verschiedenen Funktionen der Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker, die Umrechnung ihrer Tätigkeit in Arbeitsstunden sowie die Zuordnung der musikalischen Ausbildungen zu den Besoldungskategorien.4

II.Bestimmungen für Katechetinnen und Katecheten

§ 3

Berechnungsgrundlage

1Die Anzahl der zu erteilenden Unterrichtslektionen pro Schulwoche und der in anderen Lehr- und Lernformen erteilte Unterricht werden in Arbeitsstunden umgerechnet (§ 35 Abs. 4 DLM5).

2Ein volles Pensum umfasst 40 Wochen à 29 Lektionen (1ʼ160 Lektionen). Die Jahresarbeitsstunden werden gemäss Anhang zum DLM6 berechnet.

3Das Arbeitspensum setzt sich aus einem Grundpensum und allfälligen Zusatzaufgaben zusammen.

4Zur Erleichterung der Berechnung stellt der Kirchenrat den Kirchgemeinden einen elektronischen Rechner zur Verfügung.

§ 4

Grundpensum

Im Grundpensum sind vier Tätigkeitsfelder enthalten:

Anteil

Unterricht und Klassen

1. Planung, Durchführung und Auswertung des Unterrichts, Administration

2. Planung und Durchführung der zum PH-Teil gehörenden Gottesdienste

85 %

Schülerinnen und Schüler

1. Beratung und Betreuung der Schülerinnen und Schüler

2. Zusammenarbeit mit Eltern / Erziehungsberechtigten, Schulen, Fachpersonal

5 %

Lehrpersonen

1. Reflexion und Evaluation der eigenen Tätigkeit

2. Weiterbildung

3. allgemeine Administration

5 %

Koordination und Vernetzung

1. Schulen und Kirchgemeinden: Stunden- und Belegungspläne

2. Zusammenarbeit in der Kirchgemeinde

3. Öffentlichkeitsarbeit Pädagogisches Handeln

4. Teilnahme am Konvent der Katechetinnen und Katecheten

5 %

§ 5

Zusatzaufgaben

1Aufgaben, die über das Grundpensum hinausgehen, sind Zusatzaufgaben.

2Zusatzaufgaben sind insbesondere:

1. Leitung oder Mitgestaltung zusätzlicher Gottesdienste im Rahmen des Pädagogischen Handelns (PH)

2. Leitung oder Mitleitung von Lagern

3. Leitung von Tageslagern

4. Leitung von Krippenspielen

5. Leitung „Fiire mit de Chline“

6. Leitung oder Begleitung von Exkursionen

7. Weitere Anlässe im Rahmen des Pädagogischen Handelns

8. Spezialaufgaben.

3Für die Leitung zusätzlicher PH-Gottesdienste gilt ein Richtwert von 6 Arbeitsstunden, für die Mitgestaltung zusätzlicher PH-Gottesdienste ein Richtwert von 4 Arbeitsstunden.

4Für die weiteren Zusatzaufgaben ist eine Entschädigung nach dem erwarteten Aufwand oder eine Pauschale festzulegen.

§ 6

Anstellung

1Für die Katechetin oder den Katecheten ist eine Anstellungsverfügung zu erlassen, die den minimalen und den maximalen Anstellungsgrad festlegt.

2Die konkreten Aufgaben sowie die entsprechende Entschädigung für Grundpensum und Zusatzaufgaben sind pro Schuljahr in einer Ergänzung zur Anstellungsverfügung festzulegen.

3Die Ergänzung zur Anstellungsverfügung ist jeweils per 01. Januar anzupassen, wenn

1. die Katechetin oder der Katechet in diesem Jahr aufgrund des Erreichens einer Altersgrenze gemäss § 49 DLM7 einen höheren Ferienanspruch erwirbt

2. die Katechetin oder der Katechet in diesem Jahr aufgrund der Dienstjahre gemäss § 42 DLM8 einen höheren Lohnanspruch erwirbt

3. der im Anhang zum DLM9 zugrunde gelegte Besoldungsindex geändert wird.

4Der Kirchenrat stellt den Kirchgemeinden Vorlagen für Anstellungsverfügung und Ergänzung zur Verfügung.

5Die mit dem elektronischen Rechner erzeugte Ergänzung zur Anstellungsverfügung stellt den Funktionsbeschrieb im Sinne von §§ 31 Abs. 1 und 35 Abs. 3 DLM10 dar.11

III.Bestimmungen für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker12

§ 7

Grundpensum und allgemeine Zusatzaufgaben

1Das Arbeitspensum der Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker setzt sich aus einem Grundpensum und allfälligen Zusatzaufgaben zusammen. Aufgaben, die über das Grundpensum hinausgehen, sind Zusatzaufgaben.

2Die Aufgaben im Grundpensum sowie besondere Zusatzaufgaben der Organistinnen und Organisten, der Chorleiterinnen und Chorleiter, der Bandleaderinnen und Bandleader sowie der Kantorinnen und Kantoren sind in §§ 8 ff. dieser Verordnung aufgeführt.

3In allen Funktionen sind die folgenden Zusatzaufgaben möglich:

1. Musikalische Leitung und Begleitung besonderer Anlässe

2. Beratung von angestellten, ehrenamtlichen und freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in musikalischen Fragen, die über die übliche Gottesdienstvorbereitung hinausgehen

3. Arrangieren und Komponieren von Stücken und Liedern

4. Projekte und Spezialaufgaben

5. besondere Administrationsaufgaben wie die Jahresplanung und die Einteilung der Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker und der Solistinnen und Solisten

6. Kommunikation inklusive Pressekontakte, Verfassen von Presseberichten und Erstellen von Flyern

7. Erstellung des Budgets für den Kirchenmusikbereich sowie die Koordination im Team und mit anderen angestellten, ehrenamtlichen und freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

8. Beschaffung und Unterhalt von Instrumenten und technischen Anlagen.

4Zur Erleichterung der Berechnung stellt der Kirchenrat den Kirchgemeinden einen elektronischen Rechner zur Verfügung.

5Die mit dem elektronischen Rechner erzeugte Ergänzung zur Anstellungsverfügung stellt den Funktionsbeschrieb im Sinne von §§ 31 Abs. 1 und 35 Abs. 3 DLM13 dar.

§ 8

Bandleaderinnen und Bandleader und Chorleiterinnen und Chorleiter

1Im Grundpensum der Bandleaderinnen und Bandleader und der Chorleiterinnen und Chorleiter sind folgende Aufgaben enthalten:

Anteil

Chor- oder Bandproben

Leitung von Chor- oder Bandproben inklusive Vorbereitung

75 %

Gottesdienstbegleitungx

Teilnahme an einem Gottesdienst je 20 Proben inklusive Vorbereitungszeit

5 %

Üben

1. Individuelles Üben

2. Repertoire-Pflege

3. Literatursuche

4. Notenbereitstellung

10 %

Zusammenarbeit / Weiterbildung

1. Absprache mit Ansprechpersonen für Gottesdienste und weitere Anlässe

2. Teilnahme an Sitzungen

3. Mitarbeitendengespräch

4. kurz dauernde Weiterbildungen gemäss Weiterbildungsreglement für die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (WBR)14

10 %

2Zusatzaufgaben der Bandleaderinnen und Bandleader und der Chorleiterinnen und Chorleiter sind insbesondere:

1. Teilnahme mit dem Chor oder der Band an zusätzlichen Gottesdiensten inklusive Vorbereitung und Absprachen

2. Vorbereitung und Durchführung von Probewochenenden.

3Für zusätzliche Chor- oder Bandproben inklusive Vorbereitung und Absprachen gilt ein Richtwert von 6 Arbeitsstunden. Für die Teilnahme mit dem Chor oder der Band an zusätzlichen Gottesdiensten inklusive Vorbereitung und Absprachen gilt ein Richtwert von 4 Stunden.

§ 9

Kantorinnen und Kantoren

1Kantorinnen und Kantoren sind ausgebildet in Instrumentalmusik und Chorleitung. Sie übernehmen Orgeldienste, leiten Chöre oder Bands und leiten zum Gemeindegesang an.

2Sie werden dafür entsprechend den jeweiligen Tätigkeiten im Grundpensum oder bei den Zusatzaufgaben entschädigt.

§ 10

Organistinnen und Organisten

1Im Grundpensum der Organistinnen und Organisten sind folgende Aufgaben enthalten:

Anteil

Orgeldienst

1. Vorbereitung des Gottesdienstes

2. Präsenz im Gottesdienst

45 %

Üben

1. Individuelles Üben

2. Repertoire-Pflege

45 %

Zusammenarbeit / Weiterbildung

1. Absprache mit Ansprechpersonen für Gottesdienste und weitere Anlässe

2. Teilnahme an Sitzungen

3. Mitarbeitendengespräch

4. kurz dauernde Weiterbildungen gemäss Weiterbildungsreglement für die kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (WBR)15

10 %

2Die Begleitung von gewöhnlichen Gottesdiensten durch Organistinnen und Organisten umfasst in der Regel Eingangsspiel, Begleitung von Liedern, Zwischenspiel und Ausgangsspiel.

3Für den Orgeldienst in gewöhnlichen Gottesdiensten wird ein Aufwand von 6 Stunden berechnet, mit dem die Aufgaben gemäss Abs. 1 abgegolten sind.

4Zusatzaufgaben sind insbesondere:

1. Mehraufwand bei Gottesdiensten an Festtagen oder besonderen Anlässen, der zusätzlich zu einem gewöhnlichen Gottesdienst abgegolten wird, wie zum Beispiel Proben mit Solistinnen oder Solisten oder Gruppen

2. Die Begleitung weiterer Gottesdienste wie Altersheim-Gottesdienste, „Fiire mit de Chline“ und Jugendgottesdienste mit abweichendem Aufwand.

5Zusatzaufgaben können auch pauschal mit zwei Stunden pro Gottesdienst abgegolten werden.

§ 11

Entschädigungen für Kasualien und Einzeleinsätze

1Nicht am Anfang des Jahres planbare Einsätze wie Kasualien oder Stellvertretungen in Gottesdiensten werden kurzfristig vor dem Einsatz vereinbart und nach erfolgtem Einsatz abgerechnet.

2Der Orgeldienst bei Kasualien inklusive Vorbereitung und Absprachen wird mit 5.5 Stunden pro Einsatz berechnet. Bei anderen Einsätzen gelten für die Berechnung der Stunden die Werte von § 8 Abs. 3 und § 10 Abs. 3. Abweichungen bei ausgewiesenem Mehr- oder Minderaufwand sind möglich.

3Bei Kasualien und Stellvertretungen werden keine Zuschläge für Zusatzqualifikationen gemäss Anhang zum DLM16 entrichtet.

§ 12

Einstufung in Besoldungskategorien

1Folgende Ausbildungen werden in die Kategorie „mindestens 2-jährige Teilzeitausbildung in Kirchenmusik“ eingestuft:

1. C-Diplom Kirchenmusik Orgel oder Chorleitung

2. Fähigkeitsausweis Orgel oder Chorleitung

3. Zertifikat Kirchenmusik Orgel oder Chorleitung

4. Bachelor of Arts in Music / Tasteninstrumente oder Chorleitung ohne Kirchenmusikfächer

5. Master Pädagogik oder Performance im Musikbereich ausser für Tasteninstrumente oder Chorleitung ohne kirchenmusikalische Ausbildung

6. Studierende Kirchenmusik mit Hauptfächern Orgel oder Chorleitung ab dem 4. Semester

7. Studierende Kirchenmusik mit abgeschlossenem Bachelor of Arts in Music (ausgenommen für die Fächer Kirchenmusik, Orgel oder Chorleitung).

2Folgende Ausbildungen werden in die Kategorie „mit Bachelor in Kirchenmusik“ eingestuft:

1. Bachelor of Arts in Music / Kirchenmusik

2. Master Pädagogik oder Performance im Musikbereich ausser für Tasteninstrumente oder Chorleitung plus DAS Kirchenmusik Orgel/Klavier oder Chorleitung

3. Master Tasteninstrumente und Chorleitung ohne Kirchenmusikfächer

4. In der Schweiz erworbenes B-Diplom Kirchenmusik

5. Lehr- oder Konzertdiplom Klavier/Cembalo mit Anstellung als Organistin oder Organist ohne Orgelausbildung und ohne kirchenmusikalische Ausbildung.

3Folgende Ausbildungen werden in der Kategorie „mit Master in Kirchenmusik“ eingestuft:

1. Master Kirchenmusik

2. A-Diplom Kirchenmusik in Orgel oder Chorleitung

3. In Deutschland erworbenes A- oder B-Diplom Kirchenmusik

4. Kantoratsdiplom (Chorleitung plus Instrumentaldiplom)

5. Master Tasteninstrumente oder Lehr-/Konzertdiplom Orgel inklusive Kirchenmusikfächer

6. Bachelor Kirchenmusik plus Master Orgel oder Chorleitung oder Dirigieren

7. In der Schweiz erworbenes B-Diplom Kirchenmusik plus Master in Orgel, Chorleitung und Dirigieren

8. Master in Tasteninstrumenten, Dirigieren und Chorleitung plus CAS Kirchenmusikalische Praxis

9. Lehr- oder Konzertdiplom ausser Orgel oder Chorleitung plus C-Diplom oder DAS in Orgel oder Chorleitung.

4Mindestanforderungen für Kirchenmusikfächer sind Liturgik, Hymnologie, deutscher oder lateinischer Liturgiegesang, Gottesdienstpraxis, Orgelbaukunde (für Orgelspielende), Singleitung/Singanimation (für Chorleitende) und Berufsfeldkenntnisse.

5Als Tasteninstrumente gelten Orgel, Klavier und Cembalo.

6Eine zusätzliche Honorierung anderweitiger Ausbildungen liegt im Ermessensspielraum der Kirchgemeinde.

7Die Landeskirchlichen Dienste unterstützen Kirchgemeinden bei der Einstufung von Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern in die korrekte Besoldungskategorie.

IV.Schlussbestimmungen

§ 13

Inkrafttreten

1Diese Verordnung tritt am 01. Januar 2017 in Kraft.

2Durch Beschlussfassung des Kirchenrats vom 13. Dezember 2018 geänderte oder eingefügte Bestimmungen treten am 01. Januar 2020 in Kraft.

§ 14

Übergangsbestimmungen

Anstellungen für das Schuljahr 2016/2017 können noch gemäss DLM17 (Stand 01. Januar 2016) erfolgen. Anstellungen ab Schuljahr 2017/2018 erfolgen gemäss dieser Verordnung.

1SRLA 151.100.  

2SRLA 371.400.  

3SRLA 371.400.  

4Abs. 2 eingefügt durch Beschluss des Kirchenrats vom 13. Dezember 2018.  

5SRLA 371.400.  

6SRLA 371.400.  

7SRLA 371.400.  

8SRLA 371.400.  

9SRLA 371.400.  

10SRLA 371.400.  

11Abs. 5 eingefügt durch Beschluss des Kirchenrats vom 13. Dezember 2018.  

12Titel III. und §§ 7-12 eingefügt durch Beschluss des Kirchenrats vom 13. Dezember 2018.  

13SRLA 371.400.  

14 SRLA 483.100.  

15SRLA 483.100.  

16SRLA 371.400.  

17SRLA 371.400.  

Verordnung zum Dienst- und Lohnreglement für nicht ordinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinden des Kantons Aargau (VDLM)

vom 23. Juni 2016 (Stand 01. Januar 2020)

© Reformierte Landeskirche Aargau, 2020

X1.2/C2.0/F2.2

Inhaltsverzeichnis

Verordnung zum Dienst- und Lohnreglement für nicht ordinierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinden des Kantons Aargau (VDLM)

I.GrundsatzII.Bestimmungen für Katechetinnen und KatechetenIII.Bestimmungen für Kirchenmusikerinnen und KirchenmusikerIV.Schlussbestimmungen